• Bootsfahrt auf dem Moa River

    26. november 2024, Sierra Leone ⋅ ☁️ 31 °C

    Der morgendlichen Pirsch folgte ein spätes Frühstück gegen 10:30 Uhr mit Ei, gebackenen Bananenscheiben und Pfannkuchen.
    Ohne weitere Aktivitäten war das Sortieren von Sachen, Notizen und Gedanken eine willkommene Pause. Das Mittagessen 13:30 Uhr aus Couscous, Kohlgemüse und gebratenen Hühnchen hätte es nicht wirklich gebraucht - aber wo es schon mal da war….
    Das Nachmittagskoma überbrückte ich mit Reise-Notizen, etwas Literatur, einem kleinen Spaziergang und einem kurzen Nickerchen im Stuhl.
    16:00 Uhr startete eine Bootstour entlang der Insel und vorbei am gegenüberliegenden Ufer.
    Im Programm waren Zwergflusspferde und Krokodile angekündigt. Die Erfahrung aus Waldelefanten- und Schimpansen-Treckings lehrte uns allerdings, dass wir wieder leer ausgehen werden und wenig erwarten sollten. Und in der Tat sahen wir am Ufer von Tiwai Island lediglich drei Ibisse schimpfend davon fliegen, als wir ihren Standbaum passierten.
    Auf der anderen Uferseite hatten wir mehr Glück. Drei Affen kletterten in einem entfernten aber relativ gut einsehbaren Baum durch das spärlich beblätterte Geäst.
    Irgendjemand muss denen mal beibringen, dass sie sich außerhalb des Affenschutzgebietes befinden und gefälligst auf die Insel umziehen sollen. Die Fahrt auf dem Boot mit funktionierendem Motor war ansonsten ob der schönen Natur aber durchaus lohnenswert.
    Zum Abschluss des Ausflugs sollten wir im Dorf Kambama einer folkloristischen Tanzdarbietung beiwohnen. Leider, so wurden wir vom Bootsführer aufgeklärt, sei gerade der Bürgermeister verstorben, weswegen eine dreitägige traditionelle Trauer einzuhalten sei.
    Wann genau „gerade“ war, konnten wir nicht herausfinden. Gestern war bei unserer Ankunft jedenfalls weder was davon zu spüren noch zu hören. Mahamadou zahlte uns die 90 Leones (ca. 4 €) sogar aus, welche die Tanzvorführung pro Person gekostet hätte. Ihm war es unangenehm, dass schon wieder was aus dem Programm ausgefallen war. Anschließend hieß es wieder zu pausieren, ehe es 19:00 Uhr Abendessen mit Hühnerfleisch in leckerer Gewürzsoße gemeinsam mit gekochten Kartoffeln und Bananen gab.
    20:30 Uhr kam Bobo vom anderen Ufer aus Kambama für die anstehende Nachtwanderung herübergetuckert. Zum Glück etwas zu spät.
    Kaum, dass wir starten wollten, brachen die Wolken entzwei und ließen ihre Massen von wütendem Donner begleitet auf den Regenwald prasseln und die Wege in einem Augenblick zu Bächen mutieren. Bobo lächelte und sagte „Let‘s wait 5 minutes“. Wir warteten nicht, gaben ihm das Geld und wünschten ihm eine gute Heimfahrt.
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