• Taifun in Kowloon

    February 28 in Hong Kong ⋅ 🌬 19 °C

    Mit der Star Ferry (für 6,5 HKD ~ 70 Cent) starteten wir die Überfahrt auf den nördlichen Teil der Stadt. Aufgrund von Wind waren die Wellen gut spürbar und der Schiffskapitän hatte ein paar Schwierigkeiten beim anlegen - zum Glück ist alles mit Reifen und Co. gesichert, wer weiß ob wir ansonsten die Titanic 2.0 gemacht hätten. Und das ganz ohne Tür.

    Für das kleine Hungergefühl gab es am Hafen ein paar Dumplings gefüllt mit Schweinefleisch und Mais - bisher das beste Essen, das wir bekommen hatten. Traurig aber wahr. Da der kleine Teigtaschen uns aber nicht nachhaltig gesättigt hatten und wir gern ein paar Minuten sitzen wollten führte uns der nächste Weg zu einem kleinen Restaurant, bei dem wir uns im Aussenbereich ein paar Drinks und eine Snackplatte mit allerlei bestellt hatten: Teigbällchen mit Mais, frittierte Calamari, frittierter Krebs, ein wenig Krautsalat und Pommes. War nichts spezielles aber immerhin war der Hunger am Ende gestillt.

    Als wir danach zur Avenue of Stars liefen hat es angefangen ordentlich zu stürmen und ein wenig stärker zu regnen als bisher. Um uns herum haben die Vollprofis einen Regenschirm nach dem anderen zerstört, weil natürlich keiner gegen sondern alle mit dem Wind liefen. Da wir ohnehin niemanden von den großen Stars kannten haben wir die Tafeln mit den Handabdrücken geskipped und sind schnell ins Kaufhaus Musea 11 geflüchtet, in dem ein Designer neben dem anderen zu finden ist. Wir haben uns kurz im Lego Discovery Center umgesehen, das leider weniger hergab als der Lego Store in London. Daher haben wir uns auch hier nicht länger als notwendig aufgehalten. Draußen hatte sich das Wetter leider noch nicht gebessert, daher haben wir uns schnell auf den Weg zu Bruce Lee gemacht, um ein schnelles Foto zu schiessen. Leider wollte Robin keine dazu passende Karate Kid Performance an den Tag legen, alle anderen umstehenden wäre sonst sicher vor Neid erblasst.

    Mit der Metro ging es dann für uns weiter nach Kawloon, einem weiteren Stadtteil von Hongkong. Hier lag damals nicht nur der ursprüngliche Flughafen mitten in der Stadt (den durften wir schon mal im Flugsimulator anfliegen, war ein Erlebnis für sich, hihi) sondern auch die sogenannte Kawloon Walled City.

    Ab hier folgt ein kleiner Block wissenswerter Informationen, die ich selbst von Wikipedia bezogen habe:
    Ursprünglich war die Walled City ein militärischer Außenposten der Chinesen. Nachdem die New Territories 1898 von Großbritannien gepachtet worden waren, wurde die Walled City zu einer chinesischen Enklave. Nach dem Ende der japanischen Besetzung Hongkongs im Zweiten Weltkrieg fanden viele chinesische Flüchtlinge hier preiswerte Wohnungen, und die Bevölkerung begann dramatisch anzuwachsen. Die Walled City wurde unkontrolliert mit bis zu 14-stöckigen Hochhäusern dicht bebaut. Die Wohnungen waren im Durchschnitt etwa 20 m² groß und wurden meist von ganzen Familien bewohnt. Kontrolliert wurde der Komplex von den Triaden.
    Nach einer 1987 eingeleiteten und mehrere Jahre andauernden Räumung wurde die gesamte Walled City von 1993 bis 1994 abgerissen. Ende 1995 wurde auf dem Platz der Kowloon Walled City Park, ein im Stil eines Gartens der frühen Qing-Dynastie gestalteter Stadtpark, eröffnet.

    Und genau durch diesen Park führte uns ein kleiner Spaziergang. Wir konnten hier noch Überreste der Walled City sehen und auch ein Modell, wie viele und vor allem eng aneinander gebaute Häuser hier einst standen. Der Stadtteil wurde damals auch „Stadt der Dunkelheit“ genannt, weil Tageslicht kaum eine Chance hatte die unterliegenden Straßen, geschweigedenn Wohnungen im inneren des Bereichs, zu beleuchten. Es gab auch einige Fotos aus der Zeit, als die Häuser noch standen - war auf jeden Fall sehr eindrucksvoll das zu sehen.
    Read more