• Qim Qim und das blaue Feuer

    May 31 in Indonesia ⋅ ☁️ 16 °C

    O. k., diesen Bericht zu schreiben, fällt mir auch Tage später noch schwer. Ich bin emotional immer noch sehr geflasht. Aber von Anfang an: wir wurden am Abend kurz vor acht mit dem Taxi abgeholt, mit wir meine ich Sven Simon und mich. Alle fünf Kinder sind mit Corinna in der Unterkunft geblieben. Nur dadurch, könnten wir dieses Abenteuer beginnen und ich bin immer noch sehr dankbar, dass Corinna uns das ermöglicht hat. Am Hafen angekommen, sind wir direkt auf die Fähre um nach Java zu fahren . An was wir nicht gedacht haben ist, dass wir von Bali nach Java fahren, und uns nun in einer anderen Zeitzone befinden. Wir haben geplant, um 22:00 Uhr auf Java anzukommen und noch 1 Stunde Zeit Puffer zu haben, bis wir zu unserer Tour abgeholt werden. Angekommen sind wir nun tatsächlich um 21:00 Uhr und hatten so genug Zeit noch gemütlich abends zu essen. Um 23:00 Uhr ging’s dann los. Qim Qim hat uns abgeholt. Was ist ein Qim Qim fragt ihr euch? Wie sich rausstellen wird, der best gelaunteste, motivierteste, beeindruckendste, witzigste und unterhaltsamste Tour Guide den man haben kann und der die Tour täglich macht (einmal frei im Monat). Während wir die anderen von unserer Reisegruppe eingesammelt haben, haben wir versucht ein bisschen im Mini-Van zu schlafen. Gegen 1:00 Uhr in der Nacht waren wir am Base Camp. Ich habe das Wetter deutlich unterschätzt. Wahrscheinlich waren es schon um die 17°, aber nach dem Nickerchen im Auto hat es sich anders angefühlt. Deshalb gab’s noch einen schnellen, warmen Tee, bevor wir unsere Einweisung, unsere Gasmasken, Stirnlampen und ich meine Wanderstöcke bekommen haben und schliesslich nach dem ersten Ständchen und „Hakuna Matata“ zum Eingang gelaufen sind. Der Nationalpark um den Ijen öffnet um 2:00 Uhr in der Nacht. Mit unserem überaus motivierten, sympathischen und einfach besten Guide konnte unsere Gruppe schon kurz vor zwei los. Zwischendurch war der Schwefelgeruch sehr stark, weshalb wir unsere Gasmasken aufgesetzt haben. Vereinzelt und an einer Hand abzählbar haben uns andere Wanderer überholt, aber grundsätzlich waren wir tatsächlich die einzigen und die ersten, die an diesem Morgen auf den Ijen gestiegen sind. Als wir 100m in die Tiefe gestiegen sind, haben uns Suleh und Qim Qim erklärt, warum es kein natürliches, blaues Feuer mehr gibt. Die Mienenarbeiter brauchen harten Schwefel und um ihn nach oben zu tragen (80 Kilogramm bis zu siebenmal die Nacht) und wenn er brennt, wird er flüssig. Da Suleh früher selbst neun Jahre Mienenarbeiter war, konnte er uns aber ein kleines blaues Feuer anmachen.
    Zum Sonnenaufgang sind wir wieder aus dem Krater gestiegen und zu einem atemberaubenden Aussichtspunkt gelaufen.
    Junge, ihr macht euch kein Bild. Hinter uns der Vollmond, der blaue See und vor uns die brennende Sonne.
    Dazu gab’s heissen Kaffee und ein kleines finales live Konzert von Qim Qim und Suleh, denn sie tragen nicht umsonst eine Gitarre mit sich 🥹
    Diese Wanderung war für mich mein Ritterschlag in mein neues altes Leben.
    Ja, beim Weg runter war ich unsicher und war sehr froh über die helfende Hand meines Mannes und die Wanderstöcke. Reine Kopfsache. Warum sollte ich ausrutschen, wenn kein anderer ausrutscht. Warum sollte ich dann stürzen?
    Unten angekommen gab’s nochmal ein Konzert von Qim Qim und Suleh bevor wir uns wieder auf den Heimweg gemacht haben.
    Der Blogbeitrag reicht gar nicht aus, um diesem Erlebnis gerecht zu werden.
    Auf der Heimfahrt haben wir uns noch viel mit Qim Qim unterhalten. Viel persönliches.
    Seine Einstellung gefällt uns und ich versuche einiges damit in meinen Alltag mitzunehmen.
    Ein weiteres riesiges Geschenk dieses Ausflugs war, dass ich wusste meine Kinder sind so gut aufgehoben. Ich habe mir keine Sekunde Sorgen gemacht, weil ich wusste, sie sind bei Corinna.
    Danke nochmal von Herzen, dass du uns das ermöglicht hast.
    Zurück in der Ecologde waren alle glücklich und zufrieden. Nur Simon, Sven und ich totmüde 🤪
    Ich hab es auch nicht ganz bis zum Abend geschafft und hab ein kurzes Nickerchen gemacht, um dieses Erlebnis sacken zu lassen✌️
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