• Hello Again Gili Meno

    May 8, 2024 in Indonesia ⋅ ⛅ 29 °C

    Der Wecker holte uns dieses Mal aus dem Schlaf, denn bei der Fähre gab es nur die Option fahren oder nicht fahren. Denn diese fährt nur einmal vormittags und einmal nachmittags. Die Notoption wäre ein privates Boot, was aber sehr viel teurer gewesen wäre. Wir packten unsere Sachen zusammen und waren spät dran. Schnellen Schrittes mussten wir auf das andere Ende der Insel und kamen ein wenig abgehetzt drei Minuten vor Abfahrt am Steg an. Die Tickets gekauft und eingelöst, ging es zur 15 minütigen Fahrt nach Gili Meno. Was immer keiner so richtig macht, ich aber schon damals genoss, war auf das Oberdeck zu klettern und die Fahrt von oben zu genießen. Erst allein und wenig später zu zweit genossen wir die rundum Aussicht.

    Entgegen meiner Erinnerungen landeten wir nicht mehr am Strand, sondern auf einem langen Steg, welcher nun ins Meer ragte. Der erste Eindruck? Ich erkannte nicht viel wieder und die Insel wirkte wie eine Gili Meno 2.0. Wir schlenderten den Weg am Strand entlang und mir kam nichts mehr bekannt vor. Am Strand lag am Anfang viel Treibgut, was dann immer mehr in einen schönen Sandstrand überging. Wir suchten uns ein nettes Restaurant am Meer. Mit dem Ausblick schmeckte das Frühstück gleich doppelt gut. Im Gegensatz zu Gili Air fängt das Riff erst später an und der helle Sand lässt das Wasser herrlich türkis leuchten. Danach setzten wir unseren Weg weiter entlang des Meeres fort. Ich hatte noch die Schnorchelspots für die Schildkröten im Gedächtnis, welche wir gleich überprüfen wollten. Unsere Sachen deponierten wir in einem nahegelegenen Restaurant und auf ging es. Kaum waren wir drin, mussten wir sehr gegen die Strömung ankämpfen, selbst mit Flossen war es schwierig dagegen anzukommen. Daher ließen wir uns dann mit der Zeit den Strand entlang treiben. Etwas ernüchternd war, dass wir keine Schildkröte ausmachen konnten. Stattdessen bekamen wir an der Riffkante eine bunte Farbenpracht von Fischen präsentiert. Ob der Red Sea Bannerfish, der Bluecheek Butterflyfish, der Daisy Parrolfish und viele andere kreuzten unsere Wege. Mit etwas Mühe kamen wir wieder zum Strand zurück, machten eine Pause in dem Restaurant, tankten neue Energie bei einer Kokosnuss und Wasser und betrieben das gleiche Spiel nochmal. Wir waren an diesem Tag schlauer und hatten von Beginn an unsere Wassershirts angezogen. Im deutlich kleineren Radius vor dem Restaurant zogen wir unsere Bahnen und sahen schließlich die erste Schildkröte. Dieser konnten wir nur kurz folgen, da sie sich schnell in ruhigere Gebiete zurückzog.

    Das Ziel war die Insel einmal zu umrunden. Wir kamen im Norden der Insel an einem Hotel vorbei, an welches ich mich erinnern konnte aber das sollte auch das einzige bleiben. Der Strand war in diesem Bereich sehr breit und wir folgten nicht mehr dem Weg, sondern der Küstenlinie direkt am Wasser. Viele neue Hotels und Restaurant hatten sich auf Gili Meno niedergelassen und bevölkerten die Strandabschnitte. Ein Restaurant, wo wir unser Mittag verbringen sollten, war damals eine kleinere verschlafene Bar. Das Flair war nun verloren gegangen, da Sie sich sehr vergrößert haben. Auch gibt’s jetzt eine riesige moderne Anlage mit privaten Einheiten (Pool + Haus) im edlen Design, zusätzlich einen großen Pool mit Bar, elegant gehalten. Die Insel war mir fremd geworden und manchmal sollte man doch nicht an Orte zurückkehren. Für mich war es mehr eine neue Insel, als die ruhige, verträumte Insel von damals, wo die Zeit anders ging. Wir waren um die Hälfte der Insel und deponierten unsere Sachen im angesprochenen Restaurant. Auf der Gegenseite war die Insel Gili Trawangan in unser Blickfeld gekommen. Auf ging es zur nächsten Schnorcheleinheit. Hier gab es versenkte Statuen, die nicht schwer auszumachen waren, da die Schorchelgruppen besser als jedes Leuchtsignal die Stelle markierten. Dort angekommen, war es ziemlich chaotisch. Jeder wollte nach unten tauchen und sein Unterwasserfoto bekommen. Wir hatten schnell zu viel und ließen uns mit der Strömung am Riff entlang treiben und da waren Sie. Plötzlich kamen uns zwei Schildkröten entgegen. Die eine riesig, nahe einem Meter, zog ihre Linie am Boden, die andere etwas kleiner und weiter oben. Die am Boden war zu schnell, die andere konnten wir ein wenig begleiten. Wieder mit der Strömung unterwegs kam uns unverhofft eine Schildkröte direkt auf unserer Höhe entgegen. Ich rührte mich keinen Meter mehr und ließ mich von der Strömung treiben und die Schildkröte schwamm 20 cm entfernt, an mir vorbei. Das war schon sehr magisch. Erst suchten wir sie und nun kamen sie aus allen Richtungen. Selbst auf dem Weg zum Strand sahen wir abermals eine. Die Zeit drückte und wir durften die Fähre zurück nicht verpassen, sonst würde es teuer werden. Daher ging es raus und ab zum Restaurant, wo wir noch gemütlich unser Essen genießen konnten. Nur den Kellner versetzten wir mit unserem Zeitplan ein wenig in Stress. Es war noch etwas über eine Stunde Zeit, bei 40 Minuten Fußmarsch, noch genügend Zeit um den südlichen Teil der Insel zu spazieren. Eine Station war noch auf unserer Liste und das war das Turtle Sanctuary. Bereits auf der Westseite hatten wir zwei Becken mit kleineren Schildkröten gesehen, hier gab es mehrere Becken. Die kleinen Schildkröten waren gerade mal eine Woche bzw. auch einen Monat alt und spradelten durch die Gegend. Eine größere war in einem Becken allein, dieser ging es allerdings sehr schlecht und sollte wieder aufgepäppelt werden. Die Zeit war verflogen wie nichts. Wir waren kurz vor neun Uhr auf der Insel angekommen und nun war es bereit 16:20Uhr. Die Rückfahrt verbrachte ich diesmal allein oben, während Caro sich vor der Sonne zurückziehen musste.

    Wieder auf Gili Air buchten wir uns für den Abreisetag noch einen Cooking Class, die Caro bereits bei Beginn mit leuchtenden Augen entdeckt hatte. Außerdem statteten wir dem Schmuckverkäufer von vor zwei Tagen einen Besuch ab, da er ja eine Kette für mich machen wollte. Er war gerade am Schleifen und Polieren von neuen Steinen für seine Ketten und Armbänder. Er zeigte uns seine neuen Werke. Caro und ich wurden nach einer kurzen Weile fündig und wir suchten uns einen schönen Spot für den Sonnenuntergang.

    Das Wasser war weit zurückgegangen als die Sonne sich dem Horizont näherte. Wir saßen in zwei gemütlichen Sitzsäcken bei einem kühlen Bier und genossen die Abendstimmung. Die Boote lagen vor uns im trockenen, während die untergehende Sonne verschiedenste Farben auf die Wolken zauberte. Die Ebbe hinterließ kleinere Wasserflächen, in denen sich das Farbenspiel spiegelte. Wenig später wurde neben uns noch ein Lagerfeuer angezündet. Wir noch komplett mit Salz überzogen, sehnten uns langsam nach einer befreienden Dusche, sowie ein wenig Apres Lotion. Unser ursprünglicher Plan, das verspätete Mittag als Abendbrot mitzunehmen, ging nicht ganz auf. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und aktiv gewesen und der Hunger kam. Dieser trieb uns erneut in das Innere der Insel zu einem netten Lokal. Mir schmeckte es vorzüglich, Caro musste das halbe Essen leider wegen der Schärfe an mich abgeben. Total geschafft und kugelrund (ich jedenfalls), ging es nun ins Bett. Ich versuchte noch einen Bericht zu schreiben, über den ersten Absatz kam ich nicht darüber hinaus.
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