• Rinjani - Etappe 3 auf zum Kraterrand

    May 13, 2024 in Indonesia ⋅ ☁️ 16 °C

    Endlich ein wenig ausschlafen, dachten wir zumindest, denn die Augen gingen schneller auf als geplant. Zum einen waren wir nach dem gestrigen Tag zeitig schlafen gegangen und zum anderen waren die Guides und Träger bereits wach und gingen verschiedenen Aufgaben nach. Die Locals, eine Bucht weiter, hatten bereits Musik angemacht und machten dort weiter, wo sie aufgehört hatten, was wir jedoch als nichtstörend empfanden. Also öffneten wir das Zelt und vor uns erstrahlte der Kratersee in hellen Türkisfarben. In der Mitte präsentierte sich der Vulkan. Wir hatten Tatsache in einem Vulkankrater übernachtet und konnten es selbst kaum fassen. Zum heutigen Frühstück wurden wir mit einem Omelett überrascht, was wir gemütlich an unsere Campingtisch aßen. Nachdem hieß es erstmal Sachen packen, denn das Zelt sollte zeitnah abgebaut werden und die Träger wollten bereits zum nächsten Camp, oben auf dem Kraterrand, aufbrechen. Zuvor konnten wir noch unsere Leute beim Fischen beobachten. Mit einem langen Netz, vielleicht zehn Meter lang und gerade mal sechs Meter vom Ufer entfernt, aufgestellt, holten sie Fisch für Fisch aus dem See, welche sie gleich ausnahmen. Jetzt waren aber alle verschwunden, nur Al und ein paar Locals waren noch da. Wir hatten den Vormittag frei zur Verfügung. Da der Wanderweg hinter uns weiterging, entschieden wir uns gegen die heißen Quellen und badeten stattdessen im Kratersee. Die kleinen Fische kamen ans Ufer und naschten an den Überresten der größeren. Es bildeten sich ganze Schwärme. Wir suchten eine andere Stelle und verschwanden in den warmen aber auch erfrischenden See. Dieser wird natürlich auch vom Vulkan hochgeheizt aber ist wesentlich kälter als die heißen Quellen. Immer mit Blick auf unser Gepäck, denn die Affen lauerten schon am Ufer. Aber Al war auch noch da, welcher es sich am Ufer gemütlich gemacht hatte. Ich ließ mich im tiefen Wasser treiben, während Caro das seichtere und wärmere vorzog. Die Gelegenheit nutzten kleine Fische, welche immer wieder an den Beinen was zu essen suchten. Die Sonne wurde langsam von Wolken verdeckt, sodass wir alsbald wieder in unsere Sachen schlüpften. Al erzählte, dass früher der Vulkan direkt am Gipfel war und dass der Vulkan im Laufe der Eruptionen seine Position verändert hatte. Daher ist er jetzt in der Mitte des Kraters und verdrängt von Jahr zu Jahr den See nach außen.

    Der Vormittag war entspannt aber der Nachmittag sollte fordernd werden. Circa 600 Höhenmeter mussten bis zum Kraterrand überwunden werden und das Gelände sollte schwer werden. Von einer Steigung von 28% bis 42% war alles dabei. Der Anfang ging über eine alte abgegangene Landlawine. Immer wieder hieß es über Steine klettern oder schmale Wege entlang des Abhanges zu bewältigen. Das Gute am steilen Terrain, wir konnten schnell Höhenmeter überwinden. Immer wieder machten wir kleinere Pausen, das Fitnesslevel von vor der Wanderung war weit entfernt. Dazwischen reihten sich kleinere Passagen mit hüfthohem Gras. Wir liefen diagonal am Kraterrand nach oben und konnten immer wieder den Kratersee und die Gipfel des Rinjani beobachten. Ein paar Adler sahen wir ebenfalls über dem See ihre Kreise ziehen. Aufgrund der hohen Steigung der letzten Passagen waren hier Metallleitern und Treppen im Hang, die es ein wenig erleichterten. Nach drei Stunden konnten wir dann endlich unser Zelt sehen. Die Träger hatten uns einen wunderschönen Platz gesichert. Auf einem kleinen Hügel konnten wir hinab auf dem Vulkan und auf der anderen Seite auf grün bewachsene Berghänge sehen. Ich holte gleich die Drohne heraus, um ein paar Bilder einzufangen.

    Die Campingstühle und der Tisch waren ebenfalls aufgestellt, auf denen wir wenig später unser Mittag genossen. Immer wieder schauten wir nach links oder nach rechts hinunter. Die rechte Seite zum Meer war wolkenverhangen und darüber erstrahlte die Sonne. Die Wolken teilweise die Berghänge nach oben und verliehen der Landschaft etwas Mystisches. Wir hatten quasi links Modor und rechts das Auenland. Fertig vom Aufstieg und der Sonne ein wenig zu entfliehen, machten wir es uns im Zelt bequem, wo uns die Augen zeitnah zufielen.

    Es war noch hell, als wir wieder erwachten. Wir beschlossen auf der Vulkanseite ein paar schöne Fotos zu machen und kamen mit dem anderen Pärchen, welche von Al`s Bruder geführt wurde ins Gespräch. Es waren ebenfalls deutsche und es dauerte nicht lang, bis wir von einem Thema ins andere sprangen und die Zeit einfach verflog. Die Sonne näherte sich immer weiter der Wolkendecke und wir waren mit unserem Erfahrungsaustausch noch lange nicht fertig. Zwischendurch bekamen wir vier warme Getränke serviert, denn die Temperatur hatte bereits angezogen. Al kam um die Ecke uns meinte unsere Essen wären fertig, so begaben wir uns zu unserem Zelt und packten uns warm ein. Unter dem Sternenhimmel aßen wir etwas frierend unser Abendbrot. Kurze Zeit lagen wir uns in den Armen und beobachteten den Sternenhimmel. Selbst die Milchstraße zeigte sich ein wenig und unten am Meer erstrahlten die Städte. Die Lichter erloschen nach und nach in den Zelten, so auch unseres.
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