Ein abenteuerlicher Geburtstag
22. maj 2024, Indonesien ⋅ ☁️ 28 °C
Wieder weckten uns die funkelnden Sonnenstrahlen, denn Zeitstress hatten wir keinen. Ich machte die Tür von unserer Hütte auf und da wartete die erste Überraschung auf mich. Ein schön gebundener Blumenstrauß von der Unterkunft, welcher auf einem Kissen vor der Tür lag. Eine kleine Karte, mit ein paar Geburtstagswünschen steckte ebenfalls drin. Nachdem wir uns für den Tag fertig gemacht hatten, ging es zum Frühstück. Auf dem Tresen wartete noch ein Blumenstrauß und ein wenig später auch das Frühstück. Heute gab es wieder die leckeren Pancakes, welche wir mit Freude verspeisten. Wir waren an dem Morgen nicht allein, ein Niederländer hatte am Vorabend den Weg in die Unterkunft gefunden und war vor fünf Jahren bereits in Indonesien gewesen. Jetzt verbringt er wieder eine längere Zeit hier und er zog das gleiche Fazit nach der Zeit wie ich. Teilweise erkennt man die Orte kaum wieder, weil es so touristisch geworden ist. Wo damals Felder direkt an der Straße lagen, wurden nun Restaurants gebaut. Er war gerade auf einem Motorradtrip durch Flores und blieb nur eine Nacht. Wir waren glaube ich eine der seltenen Gäste, welche länger hier verweilten. Er hatte vor fünf Jahren das Glück als einziges Boot den Komodo National Park erkunden zu können, bei uns waren es vielleicht 25.
Nach dem Frühstück waren wir uns nicht ganz sicher, helfen wir vielleicht bei der Gartenarbeit oder fahren wir zu einem Wasserfall. Wir entschieden uns schließlich für den Wasserfall, wobei ich auch gern mit angepackt hätte. Hinauf düsten wir mit dem Roller. Circa eine halbe Stunde ging es auf der Hauptstraße ehe, wir auf eine Nebenstraße abbogen. Was bedeutet hier Nebenstraße, gefühlt halb so breit und von Zeit zu Zeit tiefe Schlaglöcher, sowie Sand. Wir schlängelten uns am Berg entlang und gefühlt wollte der Weg nicht enden. Der Empfang am Handy war schon längere Zeit weg, aber die offline Karte war auf dem Handy. Wir hatten erst die Einfahrt verpasst, ich hätte ja gesagt mit Absicht, denn der Weg wurde nochmals schlechter. Über eine grobe Schotterpiste quälten wir den Roller. Das Fahrwerk musste ganz schön was abkönnen. Vorbei an einer Schule, wo gerade ein Fußballspiel stattfand und uns die Kinder freudig winkten. Der Roller machte auf einmal seltsame Geräusche, welche gestern bereits bei der Heimfahrt aufgetreten sind. Ein quietschendes, schleifendes Geräusch. Gestern war es von selbst wieder verschwunden. In dem Fall stellten wir den Roller in der Natur an der Seite ab und liefen den Rest zum Wasserfall. Vorbei am Landleben im Hinterland, ging es vorbei an Reisterrassen, wo die Einheimischen die Felder vorbereiteten. Die Wasserbüffel suhlten sich im Schlamm und starrten uns verwundert hinterher. Mit der Hilfe der Einwohner kamen wir zu dem Einstieg zum Wasserfall. Ein schmaler Trampelpfad führte uns erst durch den Dschungel an einen Bach, welchen wir zweimal queren mussten. Das erste Mal lief ganz gut, das zweite Mal war etwas schwieriger. Ich hatte Flipflops an aber Caro war mit Wanderschuhen unterwegs. Trockenen Fußes erreichten wir die andere Seite und den oberen Teil des Wasserlaufes, kurz vor dem Wasserfall. Gefühlt läuft hier seit geraumer Zeit keiner mehr lang. Ein letztes Mal musste der Bach gequert werden, da es keine Trittsteine gab, nahm ich Caro kurz hoch. Das letzte Stück zum Wasserfall war durch ein Gatter versperrt. Wir ließen uns davon nicht abhalten und hatten den Wasserfall, der sehr beeindruckend vor uns erschien, ganz für uns allein. Die Badesachen hatten wir mit aber kein neuen Mückenschutz, deswegen machten wir nur eine kleine Pause. Wir blieben nicht ganz unbemerkt, wahrscheinlich eine Mitarbeiterin von dem Gelände. Wir wollten uns per Google translate verständigen, was nicht ganz so gut klappte. Die Situation war ein wenig komisch, sodass wir bald den Rückweg antraten. Der Wasserfall war sicher mit Eintritt verbunden und wir hatten per Zufall den Hintereingang gewählt.
Zurück am Roller, stand dieser wie wir ihn verlassen hatten. Wir kreuzten unsere Finger, dass er anspringen würde. Ich drückte den Starter und er tat sich schwer, weswegen ich schnell das Gas etwas aufdrehte. Ok, er lief erstmal aber das schleifende Geräusch war unter Last immer noch da und war mit einem Leistungsverlust verbunden. Irgendwie schien es sich wieder mit der Zeit zu geben, dass wir problemlos zur Hauptstraße zurückfanden. Auf dem Rückweg nahmen wir eine weitere Wegstrecke in Kauf, um den Roller ein letztes Mal voll zu tanken. An ging er auf jeden Fall wieder. Wir hatten noch ein wenig Zeit weswegen wir oberhalb unserer Unterkunft an ein Café heran fuhren. Zum einen, um in Notfall nach unten rollen zu können, zum anderen, um Geburtstagswünsche abzurufen und organisatorische Dinge wie der Check In für den morgigen Flug zu erledigen. Dabei fiel uns auf, unsere nächste Unterkunft lag nicht auf Nusa Penida, sondern Nusa Lembogan. Alle Fähren schon gebucht und die Unterkunft nicht mehr kostenlos stornierbar, waren wir am Überlegen. Wir entschieden uns schweren Herzens für die Unterkunft und versuchten die Fähren umzubuchen. Wir hatten über Airbnb gebucht und im Namen stand auch Nusa Penida, wodurch wir uns täuschen lassen hatten. Zeitgleich schrieb ich der Vermietungsfirma von unserem Roller, was im Falle, dass der Roller nicht anspringt, passieren würde. Die Antwort war klar, sie würden ihn nicht abholen kommen. Wir aßen einen Snack und später zwei Bananenshakes, bis wir wieder zu unserer Unterkunft aufbrechen wollten. Und als hätten wir es geahnt, sprang der Roller nicht mehr an und wir kontaktierte die Vermietungsfirma. Wir waren allerdings etwas in Zeitnot. Wir mussten packen und 18:30Uhr würde es Abendessen geben. Deswegen rollten wir ohne Motor den Berg hinab und stellten den Roller vor der Einfahrt ab. Ich teilte der Vermietungsfirma mit, wo der Roller stand und das ich in einer dreiviertel Stunde wieder an der Straße bin, da wir in der Unterkunft kein Empfang hatten.
Der Hauptteil der Sachen war im Rucksack verschwunden und wir liefen zur Straße, da flatterte schon die Nachricht rein, dass der Mechaniker bereits warten würde. Sie waren zu zweit gekommen und schraubten gleich drauf los, wobei er zeitnah ansprang. Trotzdem schauten sie weiter, als würden sie dem Roller auch nicht mehr trauen. Da sie zu zweit da waren, sagte ich, dass sie den Roller gleich mitnehmen sollen, was die bessere Variante für uns alle wäre. Wir müssten morgen früh nicht darauf hoffen und sie können den ordentlich reparieren. Gesagt, getan, verschwanden wir wieder in der Unterkunft und warteten auf das Abendessen. Als die Information kam, dass es noch 30 Minuten dauern würde, schnappte ich mir den Laptop und Caro ihr Buch. Mit Arak und Minztee versüßten wir uns die Wartezeit. Eigentlich waren noch zwei neue in der Unterkunft erschienen, welche wir nur an der Straße sahen, weil es dort Empfang gab.
Plötzlich ging das Licht aus und mit leuchteten Kerzen und Geburtstagsgesang kam die Belegschaft aus der Küche. Caro hatte einen Geburtstagskuchen organisiert, welcher jetzt von der gesamten Belegschaft präsentiert wurde. Ich versuchte alle Kerzen auf einmal auszublasen, was vergebens war, denn die Kerzen entfachten sich von alleine selbst. Es war eine tolle Überraschung, was von dem leckeren Abendbrot gekrönt wurde. Heute hatten wir die Variante mit Hühnchen gewählt. Es war so viel und so lecker. Dann kam noch der Kuchen, welchen wir eigentlich nicht mehr schafften aber irgendwie reinbekamen. Zum Anstoßen bekamen wir Arakschnaps, ein sehr gelungener Abend. Wir ließen sicherlich mehr als die Hälfte des Essens stehen, was hoffentlich die Belegschaft aß. Danach dokumentierte ich den restlichen Tag. Ein letztes Mal kalten duschen und ab ins Bett.Læs mere










