• Nusa Penida - The Blue Paradise Island

    27. maj 2024, Indonesien ⋅ ☀️ 29 °C

    Früh weckte uns der Wecker, wobei wir uns langsam wieder an die Zeit gewöhnen können (müssen). Wir hätte jedoch noch eine halbe Stunde weiterschlafen können, da wir uns bei der Abfahrt der Fähre um eine halbe Stunde vertan hatten. So konnten wir gemütlich unseren Kaffee genießen und entspannt zum Abfahrtspunkt der Fähre fahren. Den kannten wir vom Vortag und dieser war bei der gelben Hängebrücke. Wir nahmen absichtlich einen anderen Weg über die Insel und fuhren über das „Hinterland“. Teilweise etwas holprig, mit mehreren Schlaglöchern, wobei die noch harmlos waren, zu den was wir noch erleben würden. Mit einem kleinen Schnellboot ging es rasch auf die Insel Nusa Penida. Wir saßen auf der linken Seite, auf der richtigen, denn der Mann gegenüber bekam eine volle Welle ab. Ein Motorroller sollte auch mit übergesetzt werden, welcher in der Mitte des Bootes hin und her schwankte aber zum Glück stehen blieb.

    Wir waren am Strand angekommen. Ein Mann begrüßte mich auf Indonesisch, wobei ich mit nein antwortete, weil ich die Frage erwartete, ob wir ein Taxi bräuchten. Das sorgte kurz für etwas Gelächter, statt einem Taxi bekamen wir gleich einen Roller und konnten nach einem kurzen Tankstop unseren Tagestrip auf der Insel starten. Die Straßen waren sehr eng, sodass zwei Autos nur knapp aneinander vorbei passten. Teilweise mussten diese die Straße etwas verlassen. Die Straßenränder waren an den Seiten schon ausgefressen bzw. hatten sich in tiefere Schlaglöcher verwandelt. Wir fuhren immer weiter bergauf, denn wir wollten zur Ostseite der Insel und somit zur Steilküste. Die ersten beiden Ziele lagen eng beieinander. Das war zum einen Angels Billabong und zum anderen Broken Beach. Das letzte Stück der Straße verschlechterte sich massiv und ich hatte zu tun, mit dem Roller nicht aufzusetzen.

    Der Roller war im Schatten abgestellt und wir zu Angels Billabong unterwegs. Das war eine Gesteinsformation an der Steilküste. Interessante Muster hatte das Wasser über Jahre in den Stein gezaubert, wobei das nicht das Highlight war. Das war ein „Graben“ bzw. längliches Wasserbecken in der Steilküste. Nicht besonders tief wirkte es wie ein Infinity Pool, aber ein gefährlicher. Immer mal wieder spülte eine größere Welle über die Kante, welche beim Abfließen jeden mitgerissen hätte. Im anderen Moment hatte sich wieder alles beruhigt und sah friedlich aus. Der Ort war schon ziemlich von Touristen überlaufen, sodass wir zeitnah zu Fuß zum Broken Beach aufbrachen. Der war zwar nicht weniger überrannt aber ziemlich Eindrucksvoll. Auch hier hatte sich das Meerwasser an der Steilküste zu schaffen gemacht. Ein gigantisch großes Loch klaffte nahe der Steilküste. Innendrinnen brachen die Wellen, der einzige Meereszugang war ein größeres Loch zur Meeresseite. Wir konnten einmal drumherum laufen und jeden Winkel anschauen. Auf der einen Seite gab es eine „Absperrung“, man würde sagen, sie waren stets bemüht. Mehrere kleine Holzpfeiler, vielleicht 30cm lang, ragten aus dem Boden und waren durch einen Strick miteinander verbunden. Vielleicht dienten sie eher als Stolperfalle, an manchen Stellen waren die Holzpfeiler bereits rausgezogen. An der Steilküste selbst gab es keine Absicherung und man konnte ohne Probleme zur vorderen Kante gehen. Eine Schildkröte konnten wir von oben erkennen, bevor wir ein schattiges Fleckchen aufsuchten. Mit Blick auf Angels Billabong genossen wir eine große Kokosnuss. Einen Löffel für das Fruchtfleisch gab es dazu aber es war zu viel. In der Zeit beobachteten wir die Menschenmassen, wie sie sich für die besten Fotospots anstellten und posierten.

    Lediglich eine halbe Stunde Fahrtweg entfernt lag das nächste Ziel, wodurch die Insel berühmt geworden war. Der Kelinking Beach, ein wunderschöner Sandstrand, in Zusammenhang mit einer vorgelagerten Landzunge, welche ein beindruckendes Landschaftsbild ergaben. Zuerst mussten wir jedoch dahin kommen. Das erste Stück war recht flüssig, was man von letzten Stück nicht sagen konnte. Manche Tagestouristen wie wir, nehmen einen Roller oder ließen sich von einem Rollerfahrer mitnehmen. Es gibt auch einige, welche eine Tour buchen und mit dem Auto herumgefahren wurden. In Verbindung mit engen und schlechten Straßen ging es zeitweise recht zähflüssig vorwärts. Das schlechte dabei, durch die Autokolonne, kamen manche tiefe Schlaglöcher sehr überraschend. Wir waren schließlich froh den Roller abstellen zu können und folgten den nächsten Menschenströmen in Richtung Steilküste. Und plötzlich zeigte sie sich und war sehr schön anzuschauen. Für ein besseren Blickwinkel bogen wir nach rechts ab und liefen ein kleines Stück an der Steilküste entlang. Es zeigten sich ein paar ungewöhnliche Bilder. Ein Tourist teilte seine Erdnüsse mit ein paar kleineren Affen, wobei sich andere aus dem Müll bedienten. Die Affen schienen aber friedlicher zu sein. Entlang der Klippe gab es Lücken mit freier Sicht auf den Strand. Hier verwandelten sich die Fahrer oder Tourguides in Fotografen und teilweise in Affen. Für die beste Perspektive kletterten sie auf kleinere Bäume und fotografierten ihre Gäste von oben. Wir ließen die Spots hinter uns und fanden einen ruhigen Bereich. Wir standen nahe der Klippe und konnten die großen Wellen beobachten, wie sie immer wieder am Strand ausliefen. Es war auch möglich zu dem Strand zu gelangen, hierfür musste man einen steilen Weg auf der Landzunge nach unten folgen. Die Touristen, welche die Strapazen auf sich nahmen, sahen aus wie kleine Ameisen. Wir hatten noch andere Ziele auf der Liste, welche wir sonst nicht mehr geschafft hätten, weswegen wir uns zeitnah wieder auf den Roller schwangen.

    Das letzte Ziel war der Tembeling Beach and Forest. Ein kleiner süßer Strand mit einem Süßwasserbecken. Unsere Hoffnung, dass dieser Ort weniger begangen war, ging auf, sodass wir schnell den Einstiegspunkt erreichten. Wir wurden kurz gestoppt und darauf aufmerksam gemacht, dass der Weg darunter mit dem Roller schwierig zu bewältigen ist. Ziemlich schmal, steil und mit vielen Schlaglöchern. Als nächstes bot er uns an, uns mit dem Roller herunterzufahren. Ich wollte es aber erstmal selbst probieren und notfalls konnte wir den Roller an der Seite abstellen und den Rest zu Fuß zurücklegen. Der Weg, Pfad war wirklich recht schmal und nicht mal einen Meter breit. Dazu kamen wirklich steile und auch nasse Stellen und die Beschaffenheit war eher holprig, steinig. Caro musste hinter mir ein paar Mal tief durchatmen aber wir kamen heil herunter. Auch mir war an manchen Stellen, jedenfalls mit dem Roller, ein wenig unwohl. Den Rest konnten wir über mehrere Treppen nach unten laufen. Hindurch ging es durch dichtbewachsene Bereiche, die Lianen ragten von den Bäumen und über uns ragten die ersten Felskanten in die Höhe. Ein paar größere Felsbrocken mit heller Bruchfläche zeugten von einem nicht allzu vergangenen Abbruch. Ein kleiner Naturpool mit einem kleinen Tempel lag auf halber Strecke. Wir gingen jedoch weiter, da wir zum Strand wollten. Durch die Bäume konnte man nun schon das türkise Wasser sehen, das Rauschen der Brandung hatte uns schon länger begleitet. Statt zum Strand zu gehen, machten wir einen kleinen Abstecher durch eine Höhle und gelangten zur nächsten Bucht. Senkrecht ragten die Felsen über unseren Köpfen nach oben, während wir unten, leicht erhöht, auf die Wellen und das Meer schauten. Der Ort war wirklich wenig begangen, so suchten wir uns einen Platz und ließen die Szenerie auf uns wirken. In fünf Minuten waren wir dann beim Süßwasserpool und dem Strand selbst. Der Strand war sehr klein und lud keinesfalls zum Baden ein. Zu groß waren die Wellen und mit Sicherheit auch die Strömung. Stattdessen ging es in den Süßwasserpool, welcher zwar künstlich angelegt wurde aber sich sehr gut in die Umgebung einfügte. Herrlich erfrischend und genau der richtige Zeitpunkt für eine Auszeit von der Sonne. In der Umgebung des Pools waren viele kleine Krabben unterwegs, welche ein wenig anderes als die herkömmlichen Krabben aussahen. Wir versuchten kurz unsere nächsten Schritte zu planen, denn um 16 Uhr ging bereits unsere Fähre zurück nach Nusa Lembongan, die letzte nur eine halbe Stunde später. Eine Netzabdeckung gab es an der Steilküste nicht, sodass wir die Planung nach oben verschieben mussten. Einen weiteren Punkt hatten wir auf der Liste und das war der Manta Point, welchen wir bereits mit der Schnorcheltour besucht hatten. Diesmal wollten wir den von oben sehen und vielleicht mit der Drohne ein paar Mantas von oben sehen. Dazu ging es den harschen Weg sukzessive nach oben. Der Roller musste ganz schön leiden und als Vermietungsfirma würde ich so manches Ziel ausschließen.

    Wir waren wieder oben und hatten Handyempfang. Wir hatten nur noch anderthalb Stunden und unser letztes Ziel würde zeitlich nicht mehr aufgehen. Deswegen entschieden wir uns für eine andere, etwas längere Strecke durch die Mitte der Insel zurückzufahren. Das positive, der Weg wurde von den anderen Tagestouristen nicht genutzt und die Straße konnte man Straße nennen. Kurz vor dem Hafen gerieten wir in einen kleinen Stau, denn auch die Tagestouristen mit den Autos mussten wieder mit der Fähre übersetzen. Am Hafen erlebten wir dann einen kleinen Schreck. Auf der gegenüberliegenden Insel brannte ein riesiges Feuer, weißer und schwarzer Rauch stieg auf. In der Richtung lag auch unsere Unterkunft. Ich hatte die Whatsapp Nummer von dem Rezeptionisten, welcher allerdings Entwarnung gab. Wahrscheinlich war ein Feuer auf der Mülldeponie ausgebrochen. Als wir durch die Mitte der Insel fuhren, sahen wir immer wieder größere Müllberge, einfach in der Natur abgeladen. Manche werden wohl auch direkt über die Steilküste entsorgt.

    Wir waren eine halbe Stunde früher da aber hatten Glück, dass wir eine Fähre eher nehmen konnten. Außer dem Frühstück und der Kokosnuss gab es heute nichts weiter, sodass wir heute zur Abwechslung eine französische Bäckerei aufsuchten. Franzosen trifft man hier an jeder Ecke, somit war das Geschäft nicht verwunderlich. Ein paar Kekse nahmen wir uns noch mit, zwei Radler besorgten wir uns ebenfalls und nutzten den privaten Pool zum Entspannen.

    Ein kleines Schläfchen später suchten wir uns ein schönes Restaurant am Wasser. Die Sonne war bereits verschwunden und die Sterne strahlten am Himmel. Eigentlich hatte Caro ihr Buch und ich den Laptop mit und wir wollten nach dem Essen mit einem Getränk am Meer bleiben. Das war nur mit einem Locationwechsel möglich, wir suchten extra eine Bar, welche bis 23 Uhr auf haben sollte. Am Strand stapften wir durch den Sand und die Blicke fielen auf die benachbarten Lichter von Bali. Nur noch zwei Tage, dann geht unser Flieger nach Hause, der erste Wehmut machte sich breit. An der Bar angekommen, konnten wir noch Getränke bestellen aber wurden gleichzeitig auf die letzte Runde hingewiesen, dabei war es erst 22Uhr. Das Gute, wir durften so lange sitzen bleiben wie wir wollten. Nachdem hinter uns bereits alle weg waren, machten auch wir uns auf den Nachhauseweg ins Bett.
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