Mangroven-Kajaktour und Badetag
28. maj 2024, Indonesien ⋅ ☀️ 29 °C
Ein letztes Mal von früh bis abends auf der Insel Nusa Lembongan und das, ohne viel vorzuhaben. Unseren zweiten Tag auf Nusa Penida hatten wir verworfen, wir hatten noch zwei Punkte die wir sehen wollten aber ein gemütlicher Badetag war uns am Ende der Reise lieber.
Ich wachte ein wenig früher auf und setzte mich mit dem Laptop auf dem Balkon. Ein paar Vögel zwitscherten, das Eichhörnchen sprang von Palme zu Palme und unseren Pool, sowie unser kleines Grundstück wurde gepflegt. Etwas später gesellte sich auch Caro dazu und somit starteten wir gemeinsam in den Tag. Eine Aktivität wollten wir neben dem Baden noch unternehmen und das war den Mangrovenwald auf der Insel zu erkunden. Dazu fuhren wir mit dem Roller erst an der Küste entlang und suchten uns ein Seekajakverleih. Einen zu finden war nicht das Problem, wie sich herausstellen sollte, war es eher die Qualität der Ausrüstung. Der Roller war abgestellt, der Preis verhandelt, da liefen wir zum Einstieg. Ein altes Seekajak, schon sichtlich in die Jahre gekommen, dazu gab es ein sehr einfaches Holzpaddel und ein halbwegs brauchbares Paddel. Wir starteten unsere Tour und waren sofort im Mangrovengebiet. Die Flut hatte begonnen und das Wasser strömte in die Flussarme, sodass wir auf der Hintour kaum aktiv werden mussten. Die Mangroven waren ziemlich dicht, ein weiter Blick eher schwierig. Die Wurzeln ragten durch die erst beginnende Flut weit aus dem Wasser. Wir hielten auch nach der Tierwelt Ausschau aber außer vereinzelt knackenden Geräuschen hörten und sahen wir nichts. Die Breite des Flussarmes nahm immer mehr ab und das Blätterdach schloss sich über uns. Mittlerweile hingen die Ableger von den Bäumen herunter, welche wir mit den Armen zur Seite schieben musste. Einfach umdrehen war ab einem gewissen Punkt nicht mehr möglich, da das Wurzelwerg auf beiden Seiten keinen Platz mehr ließ. Mit den Paddeln schoben wir uns an den Wurzeln nach vorn. Da es eher mühsam wurde, nutzten wir eine Lücke im Wurzelwerg und konnten so mit der Bootsspitze hineinstechen, während das Heck geradeso hinten herum passte. Die Drehung hatten wir geschafft, nun ging es denselben Weg gegen die Strömung zurück. Das Blätterdach öffnete sich über uns wieder und wir nahmen einen weiteren Flussarm unter die Lupe. Eine kleinere Fähre lag halbversunken am Ufer und hatte bereits über die Jahre sehr gelitten. Auch den Flussarm fuhren wir fast bis zum Schluss. Das Gebiet war nicht groß und die Anstrengung hielt sich in Grenzen, wobei es mit besserer Ausrüstung mehr Spaß gemacht hätte. Somit gaben wir das Boot nach circa einer Stunde wieder ab.
Vom Wasser hatten wir direkt neben dem Einstiegspunkt ein Restaurant am Flussarm gesehen, was wir danach aufsuchten. Bei einem Getränk auf dem Steg konnten wir große Fische im Wasser beobachten, welche vom Restaurant aufgezogen wurden. Was wir ebenfalls vom Wasser gesehen hatten, war ein Holzsteg, welcher am Ufer entlangführte. Die Mangrovenbäume waren geschickt integriert aber auch hier suchte man die Tierwelt vergebens. Der Weg selbst war relativ kurz und wir nach zehn Minuten zurück. Es war Mittagszeit und die Sonne drückte mit ihrer Kraft von oben, sodass wir uns für eine kleine Pause in unserer Hütte entschieden.
Nun wollten wir ins kühle Nass, dazu fuhren wir zu einem Strand, welchen wir noch nicht von der Liste gestrichen hatten. Der Weg, naja war wieder recht holprig und stellenweise steil. Am Strand selbst waren wir ein wenig enttäuscht. Der Strand war winzig und größere Wellen ließ ein gemütliches Baden nicht zu. Also ging es wieder auf das Motorrad und an den Strand, wo wir mit der Fähre gelandet waren, Mushroom Bay. Die Flut hatte so ziemlich ihren Höchststand erreicht, weswegen an dem doch recht großen Strand, wir aufpassen mussten, wo wir uns hinlegen. Wir konnten uns einen Schattenplatz sichern, denn den Plan hatten auch andere gehabt. Mit Blick auf den Strand und den teilweise auch großen Wellen, welche vor uns brachen, genossen wir die nächsten Stunden. Die vor Anker liegenden Boote schaukelten im Rhythmus der Wellen. Die ankommenden Fähren, welche am Strand anlandeten hatten teilweise sehr zu tun. Ein Ausflugsboot, deutlich kleiner aber mit circa 20 Leuten kämpfte sich nach vorn aufs Meer und hatten ein schlechtes Timing. Eine große Welle ließ die Bootsspitze mehrere Meter nach oben schnellen und landete zum Glück wieder richtigherum, allerdings ziemlich unsanft. Ein paar Surfer konnten wir ein wenig an derselben Stelle auch beobachten. Die Wellen liefen zwar schnell aus aber um das Aufstehen zu üben, gar nicht so schlecht. Ab und zu ging es auch für uns in die Wellen, was eine willkommene Abkühlung war.
Wir hatten noch eine Stunde bis Sonnenuntergang, sodass wir mit dem Roller schnell nach Hause düsten, denn den letzten auf der Insel wollten wir vom Strand aus sehen. Ziel war die kleine Bar, welche kaum besucht wurde und an der wir bereits einen Sonnenuntergang gesehen hatten. Wir waren rechtzeitig da aber es hatte sich mittlerweile ein leichter Nebel über das Meer gelegt. Da es nicht, wie beim letzten Mal, Wolkenverhangen war, sahen wir zumindest schon mal mehr. Zum Abendbrot suchten wir dasselbe Lokal auf, wo wir gestern zum Abschluss saßen. Recht vornehm waren wir erst verunsichert, ob wir wirklich da essen wollten. Wir setzten uns hin, bekamen die Stoffservietten auf den Schoß gelegt und bekamen die Karten. Eine große Auswahl an Speisen zu doch erschwinglichen Preisen. So ließen wir uns den letzten Abend es gut gehen. Vorspeise, Hauptspeise und Dessert landeten nach und nach in unsere Mägen, während der Himmel über dem Meer sich von hellblau eher dunkleren Farbtönen zuwendete.Læs mere








