Punta Arenas – das Tor zur Antarktis
December 27, 2025 in Chile ⋅ 🌧 10 °C
Das letzte Kapitel unserer Chilereise hat begonnen. Der Wecker klingelte 5:20Uhr und per Uber ging es zum Flughafen von Puerto Montt. Punta Arenas liegt im Süden Chiles, direkt an der Magellanstraße. Die Stadt gehört zu den südlichsten dauerhaft bewohnten Orten der Erde und war früher ein wichtiger Hafen für Schiffe auf der Route zwischen Atlantik und Pazifik. Heute ist sie vor allem als Ausgangspunkt für Expeditionen in die Antarktis bekannt.
Die Rucksäcke waren abgegeben und wir genossen die warmen Sonnenstrahlen im Wartebereich, welche die nächsten Tage eher rar sein werden. Mit einem Kaffee kümmerte ich mich um die Urlaubserfahrungen, während Caro ihr Tolino fleißig abarbeitete. Kaum waren wir in der Luft, waren wir bereits über den Wolken, welche kaum eine Lücke ließen. An einer Stelle waren die Berge hoch genug und man konnte einen großen Gletscher sehen, welcher so schnell verschwand, wie er gekommen war. Der Landeanflug war etwas turbulent, denn wenn Punta Arenas für etwas bekannt ist, sind es die starken Winde. Auch wenn es das Flugzeug hin und her schaukelte, hatte der Pilot genügend Erfahrung, was er bei der Landung bewies.
Unsere Rucksäcke kamen zu erst an, hatten wir eigentlich genügend Zeit, welche wir totschlagen mussten. Der Check-in war erst 15 Uhr möglich und es war erst 11Uhr. Bis in die Stadt waren es nur 25min. daher setzten wir uns noch kurz am Flughafen und recherchierten ein wenig.
Da der Flughafen etwas unbequem und nicht einladend war, fuhren wir per Uber in die Stadt. Der erste Eindruck? Punta Arenas ist doch etwas größer als gedacht, ziemlich flach und bei weitem nicht so kalt wie erwartet. Ja, es regnet ab und zu, aber die Sonne und stellenweise blauer Himmel war auch zu sehen. Heute früh hatte es kein Frühstück gegeben, deswegen holten wir das nun nach, wobei die Basis, nicht die Beste war. Es gab einen leckeren Cookie und ein mit Pistaziencreme gefülltes Gebäck. Da die Zeit nicht schwinden wollte, griffen wir ein paar Aufgaben vor. Wir besorgten Geld, gaben unsere Wäsche das letzte Mal ab und gingen danach in Richtung Unterkunft. In der Wäscherei machten wir kurz das Treiben verrückt, da wir kein Spanisch sprachen, am liebsten heute noch die Wäsche wieder haben wollten und wir auch keine chilenische Nummer für die Kontaktaufnahme hatten. Eine junge Mitarbeiterin konnte zum Glück etwas deutsch und englisch und so bekamen wir die Wäsche am Abend zur Unterkunft geliefert.
Mit etwas Glück konnten wir bereits 14Uhr die Unterkunft beziehen und naja, … wir waren beide etwas ernüchtert, denn die Bilder sahen etwas besser aus, als die Wirklichkeit. Letztendlich hat die Unterkunft aber alles, was wir die nächsten Tage brauchen. Wir richteten uns ein und recherchierten unsere Touren, welche wir die nächsten Tage machen wollten. Leider waren wir hier zu optimistisch und fanden online keine im Zeitraum, wo wir hier sind bzw. wurden diese absurd teuer. Wir mussten noch einkaufen und zum Samstag erhofften wir uns in der Stadt vielleicht ein paar Anbieter zu finden. Der erste Reiseanbieter winkte gleich ab und gab uns lediglich ein Prospekt von einem anderen. Die nächsten waren zu aber dann fanden wir eine kleine Agentur. Hier konnten wir eine Tour für Montag buchen, eine zweite zur Insel Magdalena mit Pinguinen, war leider nicht möglich. Mit diesem Teilerfolg gaben wir uns vorerst zufrieden und liefen ans Meer. Dort trafen wir eine vierer Gruppe aus Deutschland, welche eher einen traurigen Hintergrund für eine fünftägige Antarktistour hatte. Der eine Mann leidet seit dem 62 Lebensjahr an Demenz, weswegen sie gerade eine Reise nach der anderen machen. Caro erfuhr noch, dass er wohl Millionär wäre. Da bringt ihm das Geld leider auch nichts mehr, daher bekamen wir mit auf dem Weg, nicht alles ins Alter zu verschieben, sondern die Möglichkeiten zu nutzen. Wir sind fleißig dabei 😊
Der Einkauf war in Sack und Tüten aber der Wind hatte rapide zugenommen. Mein Cap baumelte mittlerweile hinten am Rucksack, da es heute bereits das Weite gesucht hatte. Immer wieder mussten wir uns gegen den Wind lehnen. Die Unterkunft ist nicht gerade winddicht, was sie schnell auskühlen lässt aber wir haben einen Gasofen. Quasi Wohnung mit Umluftfunktion. Zu Essen gab es bei uns selbstgemachte Burger und danach schloss ein Serienmarathon an. Wir verpassten ein wenig die Zeit, denn 22Uhr war es noch nicht dunkel geworden.Read more





