• Stadtbesichtigung

    December 28, 2025 in Chile ⋅ 🌧 11 °C

    In Punta Arenas wollten wir den Reisetakt reduzieren und nicht von Event zu Event sprinten. Daher verbrachten wir einen gemütlichen Vormittag in unserer Unterkunft und starten erst 11Uhr zur unserer Stadtbesichtigung. Meine abendliche Anfrage per WhatsApp, um doch noch zur Insel Magdalena mit den Pinguinen zu kommen, blieb leider erfolglos. Der nächste freie Termin wäre Ende Januar.

    Unsere Unterkunft ist circa 30min Fußmarsch vom Stadtzentrum entfernt. Ein benachbarter Park war unser erstes Ziel. Nicht sonderlich gepflegt, eher sich selbst überlassen aber für ein paar Leute an diesem Sonntag ein Erholungsort, sei es mit dem Fahrrad oder dem Hund. In einer Senke, wo eigentlich Wasser stehen sollte und eine Brücke war, blühte ein gelbes Blumenmeer, was ein sonderbarer Anblick war. Der Park, mit einem vorgelagerten Grundstück schien wie ein unfertiges Bauvorhaben, bei der Oase geschaffen werden sollte, aber die Gelder ausgegangen sind. Insgesamt fehlt Kapital für nötige Investitionen in der Stadt, stehen auch manche Industrieanlagen in Hafennähe eher leer. Ähnlich wie Valparaiso hat die Stadt seit dem Bau des Panamakanals an Bedeutung verloren und Aufträge sind weggebrochen.

    Lord Lonsdale, eine Frachtsegelfregatte, welche 1909 nach einem Brand nach Punta Arenas kam, schauten wir uns als nächstes an. Am Ufer sind lediglich die metallischen Überreste ersichtlich, welche der Witterung bis heute standgehalten haben. Statt einem Neuaufbau, wurde sie als Frachtpanton genutzt, ehe sie sich selbst überlassen wurde und heute ein Wahrzeichen von Punta Arenas ist. Weil wir gerade bei Schiffwracks waren und das nächste unweit entfernt, gingen wir zu einem eisernen Viermaster, der County of Peebles aus dem Jahre 1875. Das Schiff gilt als Pionier der letzten Ära der Großsegler und fristet das jetzige Dasein als Wellenbrecher.

    Unser Weg führte uns eine lange Zeit entlang des Wassers. Die Promenade ist sehr gut ausgebaut, sodass wir nach 1:45h nicht das Ende erreichen konnten. Wir schlenderten von einer Statue zur nächsten, welche herausragende Expeditionen auf der Magellanstraße oder auch Rettungsaktionen in der Antarktis ehrten. Das Wasser war heute ungewöhnlich ruhig, fast glatt, der Wind war kaum zu spüren und wir konnten die Bewegung an der frischen Luft genießen. Ein wenig Streetart hatte die Stadt auch zu bieten aber kein Vergleich zu Valparaiso.

    Der Rückweg führte uns ins Innere der Stadt, wo wir dem Friedhof einen Besuch abstatteten. Dieser ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt, sondern auch Nationaldenkmal. Er gilt als einer der schönsten der Welt und besticht durch viele Mausoleen der reichen Einwanderer und Pioniere. Große Zypressenalleen schmücken die verschiedenen Wege. Was ich bis dahin nicht gesehen hatte. Für ärmere Familien waren kleinere Fenster vorhanden, welche sie schmücken konnten, um an ihre Liebsten zu gedenken. Mehrstöckig und bis zu vier Fenster übereinander, erschufen ein konträres Bild zu den imposanten Steingräbern, welche sich danach anschlossen.

    Das Stadtzentrum selbst ist sehr übersichtlich und so hatten wir schnell die wichtigsten Gebäude und Plätze gesehen. Es war fast nichts los, zum Sonntag waren die meisten Geschlossen. Wir suchten ein übrig gebliebenes Cafe auf und stärkten uns, bevor wir langsam den Heimweg antraten.

    In der Unterkunft waren wir beide sehr müde. Unsere Körper merkten wohl, dass der Reisetakt abgenommen hatte und forderten nun auch ihre Ruhe ein. Beim Aufwachen, hatte sich das Wetter sehr zugezogen und der Regen prasselte auf die Fenster. Wir schmissen unseren Gasofen an und verbrachten den weiteren Tag gemütlich im Warmen.
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