We keep on rollin'
Mar 3–4, 2024 in the United States ⋅ ⛅ 21 °C
Am Sonntag wachen wir, obwohl wir "falschrum" schlafen mussten, ausgeschlafen und erholt auf. Sehr vereinzelt rumpeln dicke Offroad Fahrzeuge entweder den Berg hoch oder nach einer Camping Nacht wieder nach unten. Ansonsten umgibt uns herrliche Ruhe. Blätterrauschen, im Tal in einiger Entfernung ein Fluss und ein paar Vögel, die den Morgen mit Zwitschern begrüßen. Das Wetter verspricht auch heute einen guten Tag, um den Blue Ridge Parkway weiter zu erkunden. Wir Glücklichen!
Heut hopse wieder ich (Hanna), zuerst aus dem Bett und mache mich mit Bella auf nach draußen. Christian und ich haben vor ein paar Tagen einfach mal unsere unterbewusst eingenommenen Morgenrollen getauscht. Ich genieße es total morgens im Camper alles umzubauen, Kaffee zu kochen und mich in Ruhe fertig zu machen. Allerdings fehlt mir die Bewegung ganz schön. In meinem Alltag in der Schule mache ich gut und gerne im Schnitt 13000 Schritte pro Tag. Dadurch, dass wir einige Kilometer pro Tag fahren, bekomm ich das hier (noch!) nicht so ganz zusammen. Wobei das wahrscheinlich einfach auch Gewöhnungssache ist und sich unser Reisealltag zwar schon richtig gut etabliert hat, sich aber auch bestimmt je nach Bundesstaat, Jahreszeit, Wetter und Umgebung ändern und anpassen wird.
Auf jeden Fall tut es auch mal ganz schön gut morgens ein gutes halbes Stündchen mit Bella durch die Gegend zu watscheln. Besonders, wenn das Wetter passt (sonnig und 11°C) und man sofort im Wald oder am Berg ist. Das Einzige was ein wenig schade ist: Wir laufen eineinhalb Kilometer in die eine Richtung den Berg nach oben, um dann den gleichen Weg wieder zurück gehen. Die Aussicht auf die Berge um uns herum auf beiden Seiten ist wirklich sagenhaft. Es gibt hier auch einige Wanderwege, die aber laut unserer Apps (Komoot und AllTrails) alle eher als schwierig eingestuft sind, weil auf wenigen Kilometern ordentlich Höhenmeter nach unten gemacht werden. Dadurch, dass alles noch recht nass und rutschig vom Regen vorgestern ist, hatten sich Christian und ich gestern Abend kurz vor dem Sonnenuntergang schon gegen einen solchen Trail entschieden.
Zwischendurch laufen wir an anderen Übernachtungsnischen vorbei und uns passieren immer mal wieder die eben schon benannten Offroad Fahrzeuge. Die Motoren röhren zum Teil so unglaublich laut durch den Wald und zum großen Teil sehen die Fahrzeuge aus, als wären es Spielzeugautos mit viel zu breitem Fahrzeuggestell (heißt das so?!) und einem zu kleinen Fahrerhaus oben drauf. Meist sind sie höher gelegt, haben natürlich Allradantrieb und die Reifen schauen rechts und links aus den Radkästen raus. Ich glaube in Deutschland würde der TÜV solche Fahrzeuge gar nicht zulassen und für mich sieht es einfach nur unnatürlich aus. Kurz denke ich mir, dass Moritz (2), der grad eine heiße Liebe zu allen Fahrzeugen pflegt, ein Video von einer Sammlung all der Jeeps, Dodge RAMs und der Ford F150s unglaublich faszinierend fände.
Erfrischt und gut gelaunt kommen wir zu Freddie zurück. Der Duft von frischem Kaffee ist sehr verlockend. Christian hat alles wieder richtig schön wohnlich gezaubert und tippt bereits fleißig am Bericht des Vortages. Ich liebe an unserer aktuellen Routine, dass wir an unserem Morgenkaffee aktuell gut und gerne zwei Stunden rumnippen, während wir andere Kleinigkeiten organisieren, ein bisschen am Handy daddeln, lesen oder einfach nur quatschen. Genauso auch heute wieder. Als wir uns langsam aufmachen wollen, mache ich uns noch ein Müsli to go fertig. Mal schauen, ob das Risiko so gebannt wird, dass wir irgendwann hangry werden und dann eventuell Mist zu essen kaufen (Wobei das garnicht so häufig vorkommt, dass wir Mist zum Frühstück kaufen. Eher dass wir irgendwann merken, dass wir ordentlich Appetit haben aber nicht wirklich eine riesige Pause machen mögen und dann einfach ein Äpfelchen oder so essen).
Um ungefähr halb eins geht es los und wir wackeln im Schneckentempo die Straße mit ordentlichen Schlaglöchern runter, um dann kurze Zeit später wieder auf den Blue Ridge Parkway Richtung Norden zu fahren. Wir werden nicht den ganzen Weg bis zum Ende in Virginia befahren, aber wollen einfach schauen, wie weit uns unsere Lust noch treiben wird. Es macht wirklich Spaß die Straße zu befahren, weil sie super in stand gehalten wird. Sie schlängelt sich durch noch kahle Wälder, an Klippen und auf Bergkämmen entlang und bietet an verschiedensten Outlooks atemberaubende Ausblicke in unglaubliche Weiten an Gebirge. Also da ist das Siebengebirge wirklich ein feuchter Furz gegen. Zwischendurch genießen wir das vorbereitete Müsli, eine kluge Idee wars ;).
Kurz vor dem Ende des Parkways in North Carolina und am Beginn des Weges in Virginia ist nochmal eine ordentliche Strecke wegen Brückenarbeiten gesperrt. Kurz wägen wir ab, entscheiden uns dann aber dafür den gut ausgeschilderten Umweg zu nehmen und über Land bis zum Wiedereinstieg in Virginia zu fahren. Ein klein bisschen geht noch, satt gesehen haben wir uns noch nicht. In Virginia sind am Parkway selbst mehr Häuser bzw. Zivilisation zu sehen. Die Ausblicke auf Gebirgszüge werden seltener und werden von seichten Hügeln, weiten Wiesen und viel Wald, Flüssen und Wanderwegen abgelöst. Hier zu wohnen, stelle ich mir ein wenig zauberhaft vor. Man kann sich richtig vorstellen, dass hier erste Siedler vor ein paar hundert Jahren ihr Fleckchen Erde gefunden haben - was braucht man mehr als einen Fluss, Weide und Wälder zum Jagen. Na gut, das lässt sich alles romantischer denken, als es damals war, denke ich.
Wir rollen glaube ich insgesamt sieben Stunden in Freddie durch die Gegend und schweifen zwischendurch in Ausbauträumereien und Zukunfstspinnereien ab. So was genießen wir total auf Reisen, Raum und Zeit für gemeinsames Genießen, Spinnereien und Träumereien zu haben.
Auf der Höhe von den Meadows of Dan verlassen wir den Blueridge Parkway voller Dankbarkeit für all die Eindrücke der letzten zwei Tage und schlagen den Weg Richtung Nashville ein. Kurze Zeit später fällt Christian Gott sei Dank auf, dass es falsch sein muss, dass wir nach Süden fahren. Scheinbar gibt es auch ein Nashville in Georgia... upsi... schnell korrigieren wir den Fehler und geben Nashville in Tennessee ein und beschließen die Nacht praktikabel auf einem Walmart Parkplatz in Marion zu verbringen. So können wir noch einkaufen und morgen sofort weiter rollen. Während ich die Einkäufe verräume, jagt Christian bei der FastFood Kette Sonic unser Abendessen. Danach gehen wir gemeinsam eine Runde mit Bella, wobei "Runde" ist übertrieben, weil in dem Viertel Bordsteine einfach plötzlich aufhören und wir auf den doch recht breiten Straßen nicht einfach mitten auf der Fahrbahn laufen wollen. Wir drehen also um und gehen eher im Zickzack Gassi. Wieder daheim versinken wir ein bisschen in unseren Handybildschirmen und lassen den Abend ganz entspannt ausklingen. Ein wieder mal zauberhafter Tag geht zu Ende.Read more



















Traveler
Mhm sieht lecker aus ☺️
Traveler
Son Müsli sieht schon recht lecker aus..
Traveler
War auch joot...und is schnell vorbereitet...aber manchmal ist Mist halt auch sehr verlockend 😜