• Natur, Städte und Reisetage

    March 4, 2024 in the United States ⋅ 🌙 16 °C

    Das ist kein Tagesbericht, sondern mal eine kleine Zusammenfassung.

    Seit 33 Tagen sind wir in den Vereinigten Staaten von Amerika und in der fünften vollen Woche mit Freddie unterwegs. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten, was die Stellplatzsuche angeht, sind wir mittlerweile voll drin im amerikanischen Vanlife-Alltag und schaffen es eine Balance zwischen Natur, Städten und Reisetagen zu finden.

    Die komplett abgelegene Natur haben wir noch nicht erreicht, aber zumindest schon ein paar Mal recht abgelegen gestanden. Der „Eine“ Stellplatz, den wir bislang in jedem Urlaub mindestens einmal hatten – sei es auf den Orkney Inseln in Schottland, eine Bucht in Irland oder ein einsamer Platz in Schweden – ist uns hier bislang noch nicht untergekommen. Das sorgt zwischenzeitlich bei mir (Christian) für etwas Unzufriedenheit, die ich dann aber doch immer sehr schnell überwinden kann. Die Bundesstaaten in den USA, in denen es das Public Land gibt, auf dem man stehen kann, wie man will, finden sich so wirklich erst westlich des Mississippi und weit davon entfernt sind wir nicht mehr.
    So schön ein Sonnentag auch ist, etwas fehlt an solchen Tagen. Und an Regentagen, an denen hier alles – trotz all der Schönheit – trist wirkt, merken wir auch schnell, was uns fehlt: Der Frühling, das Erblühen der Pflanzen und Bäume. Wir sind gespannt, wie sich das entlang des Mississippi in den nächsten Tagen und im Westen gestalten wird. Immerhin haben wir es gerade einmal 500 Meilen Luftlinie in das Landesinnere geschafft. Die dreifache Strecke liegt noch vor uns.

    Viele der Städte, die wir bereits bereist haben, bieten große Kontraste. Langen Straßen, an die sich Fast-Food-Ketten, unzählige Tankstellen, Waffen-, Autozubehörgeschäfte und Supermärkte dicht an dicht reihen. Vororte mit Familienhäusern auf großen Grundstücken, aber auch dicht an dicht gebaute Apartmenthäuser. Immer freuen wir uns, wenn wir in einer Stadt halt machen und im Stadtkern auf historische Beschilderungen treffen, die die Stadtentwicklung beschreiben. Je weiter es in den Westen geht, desto jünger sind diese Beschreibungen. Auch wenn die amerikanische Geschichte nicht so weit zurückreicht wie die europäische, macht es doch Spaß sich als Entdecker zu verdingen. Was wir in Städten immer noch nicht begreifen und nachvollziehen können: Warum liegt fast überall am Straßenrand so viel Müll? Während wir in Irland und zum Teil in Schweden Probleme hatten unseren Hausmüll aus Freddie loszuwerden, gibt es hier an fast jeder Ecke mehr als genug Möglichkeiten diesen zu entsorgen. Diese Unterschiede in der Mentalität kriegen wir nicht gegriffen.
    Eine weitere Sache, bei der wir merken, wie selbstverständlich etwas in Deutschland und in Europa ist, sind Bürgersteige. Während sich wahrscheinlich die gesamte Bundesrepublik entlang von Bürgersteigen begehen lässt, ist hier häufig nach ein paar hundert Metern schluss und wir stehen dann vor der Überlegung, wie wir denn die Runde mit Bella gescheit und vor allem sicher zu Ende bringen. Zumindest die Bespaßung von Bella ist hier wesentlich einfacher als Zuhause: Fast überall finden sich umzäunte Dog-Parks, wo man den Hund ohne Weiteres von der Leine machen kann und so für Spiel und Spaß gesorgt ist.

    Ein Vorteil an Reisetagen auf den Highways und Interstates: es gibt keine Limitierung der Geschwindigkeit für LKW auf 80 km/h. Wir rollen meistens mit Tempomat mit knapp 100 km/h ungestört auf der rechten Spur entlang und werden von allen Fahrzeugen überholt. Wenn wir es drauf anlegen, schaffen wir so ganz entspannt zwischen 400 bis 500 Kilometer am Tag. Zwischendurch können wir an einem den unzähligen Rasthöfe halt machen, Bella etwas Bewegung verschaffen, günstig nachtanken oder den ein oder anderen Snack besorgen.
    Etwas, dass das Fahren zusätzlich leichter macht: Für die Größe der Straßen und der Menge, der Fahrzeuge, die sich jeden Tag darüber bewegen gibt es erstaunlich wenig Baustellen. Vielleicht liegen diese noch vor uns oder sind vermehrt in den dicht besiedelten Bereichen an der Westküste zu finden. Auch hier sind wir gespannt.

    Wir haben aktuell übrigens eine Zeitverschiebung von sieben Stunden, da wir mittlerweile in einer anderen Zeitzone angekommen sind. Hier werden die Uhren aber schon am 10. März auf Sommerzeit umgestellt - dann sind es erstmal bis die Uhren in Europa umgestellt werden wieder nur sechs Stunden ⏲
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