• Auf dem Weg nach Nashville

    Mar 5–6, 2024 in the United States ⋅ 🌧 17 °C

    Dienstag. Ich, Christian, habe fantastisch geschlafen und werden gut gelaunt wach. Kein Wunder, die Stunde die ich gestern Abend auf Freddie gesessen habe und verträumt den Sternenhimmel betrachtet habe und nicht nur eine, sondern zwei Sternschnuppen gesehen habe, war genau das Richtige, um im Kopf etwas Ordnung zu schaffen. Und wer weiß: Vielleicht gehen ja auch die beiden Wünsche noch in Erfüllung.

    Ein Blick aus Freddie zaubert direkt das nächste schöne Bild: Der See an dem wir stehen, wirkt wie gemalt. Keine einzige störende Bewegung ist im Wasser auszumachen und der dicht wabernde Nebel über der Wasseroberfläche wirkt wirklich magisch. Es ist auch ohne Sonne angenehm warm in Freddie, so dass es keine Ausreden gibt, nicht aufzustehen.

    Direkt neben der Bootsrampe gibt es einen Einstieg zu einer kleinen Wanderung und wir entschließen uns zur Abwechslung mal gemeinsam am Morgen mit Bella zu gehen. Nach einem Zustieg von knapp einem Kilometer können wir eine Runde durch den Wald laufen und sehen zwischendurch immer mal wieder aus unterschiedlichsten Höhen den See, an dem wir geparkt haben. Der Weg ist kaum ausgetreten, aber der Verlauf ist, im ansonst dicht bewachsenen grau des Waldes, doch sehr gut zu erkennen. Ich habe mir mittlerweile mein dickes T-Shirt ausgezogen, weil ich aufgrund des ein oder anderen steilen Anstieg doch gut ins Schwitzen komme. Nach ungefähr der Hälfte treffen wir in gut zwanzig Metern Entfernung auf eine sechsköpfige Dammwild-Familie. Wir versuchen leise zu sein, aber keine Chance. Die aufmerksamen Tiere nehmen alsbald Kenntnis von uns und ziehen weiter.
    Etwas über eine Stunde später sind wir wieder an Freddie und zufrieden mit dem Einstieg in den Tag. Während Hanna uns den Kaffee zubereitet, mache ich mich daran alle Fenster einmal zu putzen. Gut, dass wir Glasreiniger gekauft haben. Schlecht, dass sich bei der Fahrt am späteren Tag herausstellen wird, dass dieser nicht wirklich taugt und sämtliche Fenster vollkommen schlierig sind. Die Tätigkeit sollte also zeitnah nochmal wiederholt werden.

    Während wir immer wieder am Kaffee schlürfen, fangen wir an die Zeit zu vertrödeln. So schön, dass Wetter gestern auch war, aber ab Mittag ist für den Großteil Tennessees Dauerregen angesagt und auf eine Stadtbesichtigung im Regen steht uns beiden nicht wirklich der Sinn. Gegen 13 Uhr schaffen wir es uns aufzuraffen und entscheiden uns für einen Wäschetag. Die letzte Wäsche in Little Havanna ist schon wieder 14 Tage her und ein recht frischer Kaffeefleck auf dem Bett, lädt dann zusätzlich noch dazu ein, eine etwas größere Waschaktion zu veranstalten. Wir fahren also um 13:20 Uhr los und kommen im knapp eine Stunde entfernten Cookeville gegen 13:15 Uhr an, einer anderen Zeitzone sei dank.

    Im Waschsalon angekommen, nehmen wir diesmal zwei Waschmaschinen und anschließend zwei Trockner in Beschlag und vertreiben uns in Freddie mit dem Schreiben von Berichten und dem Schneiden eines Reels die Zeit. Von Vorteil ist bei dem Waschsalons hier, dass es Tische zum Zusammenlegen der Wäsche gibt.

    Knapp zwei Stunden später rollen wir wieder vom Hof und tanken Freddie für unschlagbare 87 Center pro Liter voll. Auch wenn ein Wasserhahn vorhanden ist, dürfen wir diesen zum Nachfüllen unseres Tankes nicht nutzen. Generell scheinen die Amerikaner freundlicher bzw. weniger grummelig zu sein, wenn man Fragen stellt: Egal ob es um die Nutzung von Wasser, das Übernachten auf einem Parkplatz oder die Mitnahme von Bella in den Außenbereich eines Restaurants geht.
    Auf der weiteren Fahrt Richtung Nashville gibt es an einem Rastplatz aber trotzdem noch die Möglichkeit unseren Wassertank aufzufüllen und passenderweise hat auch der Regen kurz vorher aufgehört. Nachdem auch an diesem Wasserhahn unser Gardena-Adapter passt, es aber trotzdem nicht dicht wird, recherchiere ich mal wieder etwas und komme schnell auf den kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Beides hat zwar ein ¾ zölliges Gewinde, aber unserer Adapter entspricht dem British Standard Pipe, während die Anschlüsse hier dem National Pipe Thread entsprechen. Wird also nochmal Zeit, einem Baumarkt oder Amazon zu besuchen.
    Recht spät am Abend kommen wir am Cumberland River in Mount Juliet, ein paar Meilen nordöstlich von Nashville an. Hier gibt es einen Bereich direkt am Fluss mit Rampen, um Boote ins Wasser zulassen. Ein gutes Dutzend an Picknicktischen und keine Schilder, die das Übernachten verbieten. Perfekt also, für eine Nacht und eine kurze Anfahrt für den morgigen Tag.

    Nach einer weiteren Runde mit Bella schließen wir die Luken und tauchen für den Abend in Freddie ab. Egal, wie es um uns herum ausschaut: das Gefühl der Heimeligkeit ist doch jeden Abend vorhanden. So auch heute, während wir mal wieder Wraps futtern und eine Serie schauen.
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