Freddie am Strand
Mar 18–19, 2024 in the United States ⋅ 🌬 20 °C
Es ist Montagmorgen und von draußen rauschen in regelmäßigen Abständen Wellengeräusche in unser Heim auf vier Rädern. Da könnte ich mich ja schon dran gewöhnen, sofort am Meer aufzuwachen. Dadurch, dass es leicht bewölkt ist, ist Freddie auch nicht allzu sehr aufgeheizt und es geht eine ordentliche Brise, die uns die ganze Zeit seicht hin und her schaukeln lässt. Als ich aufstehe, merke ich, dass ich drei riesige Mückenstiche an meiner rechten Schulter habe, am Fuß auch ein paar. Da hat sich wohl trotz Thermacell und mit Antimücken Kram eingecremt sein, ein kleiner surrender Freund an mir gelabt.
Christian steht auf und hopst mit Bella eine Runde an den Strand. Es ist angenehm genug, dass die Schiebetür offen stehen bleiben kann. Der Mücken-Vorhang natürlich ordentlich verschlossen, denn auch jetzt sieht man, dass sich neugierige Mücken und andere Fliege-Viecher von außen an den Vorhang setzen und um Einlass betteln. Während unsere Bialetti daran arbeitet, den Kaffee fertig zu machen, fege und wische ich eine kleine Runde durch. Das kann man hier am Strand wahrscheinlich alle paar Stunden machen.
Es ist, wie Christian schon beschrieben hat, super surreal hier mitten am Strand am Golf von Mexiko zu stehen und quasi unsere Wohnung mit dabei zu haben. Das muss ich erstmal als Story für Instagram festhalten. Kann mich mal jemand kneifen? Danach plane ich endlich mal wieder einen Beitrag zu tippen. Seit ich krank geworden war, hat sich Christian dankenswerter Weise darum gekümmert unsere Erlebnisse für die Zukunft festzuhalten. Ich bin also ganz schön raus aus dem Tippen. Mal schauen, wir haben ja nicht wirklich Pläne für heute, eventuell bleiben wir einfach noch eine Nacht hier, dann kann ich ja ganz in Ruhe versuchen die Erlebnisse von New Orleans festzuhalten. Am Ende des Tages habe ich tatsächlich von 10 bis 18:30 Uhr gebraucht um einen dreiseitigen Blogbeitrag zu schreiben. Wie verrückt ich mir selbst im Weg stehen kann. Ich bin Königin im Prokrastinieren, hier nochmal kurz auf Instagram was schauen, da nochmal nach Bildern gucken, hier etwas nachlesen und immer wieder zwischendurch die zwei Fischer beobachten, die vor unserer Vantür Mini Haie (ja, wirklich) fangen und sie dann wieder ins Meer zurück werfen - also das versteh, wer will.
Als Christian vom Gassi gehen kommt, schaut er sich durch zwei Instagram Profile von einem Airstream und einem 30Tonner, die hier ebenfalls am Strand stehen. Zwei Familien, die mit drei und vier Kindern Vollzeit in ihren beräderten Heimen wohnen. Verrückt. Scheinbar war am Tag unserer Ankunft am Strand auch Einiges los. Ein Delfin wurde tot an den Strand gespült und die Familien haben Meeresbiologen geholfen diesen in ein Labor zu transportieren. Da macht man sich schon Gedanken über die Qualität des Wassers (wobei ich natürlich keine Ahnung habe, ob das wirklich Grund für den Tod des Meeresbewohnern war). Zwischendurch schweifen meine Gedanken immer wieder zu den ganzen Öl-Bohr-Inseln ab, die man in einiger Entfernung gut mit dem bloßen Auge ausmachen kann. Aus Freddies offener Tür kann man allein 6 sehen. Vor 14 Jahren ist hier im Golf von Mexiko (zwar vor New Orleans, aber dennoch nicht ewig weit entfernt) die Deepwater Horizon explodiert. Auch nach all der Zeit hat sich der Golf nicht von den 800 Millionen Liter Öl erholt, die nach der Tragödie in den Golf freigesetzt wurden. Unvorstellbar, was der Mensch so anrichten kann. Auch hier ist übrigens niemand im Meer schwimmen. Naja, so wirklich verlockend ist das mit den Gedanken im Kopf und dem Ausblick auf die Ölbohrinseln, die aussehen wie die AT-Maschinen aus StarWars, auch einfach wirklich nicht.
Christian tippt in der Zeit, in der ich so hier hin und dorthin abschweife, den Beitrag vom Tag nach New Orleans und daddelt auch ein wenig bzw. später schaut er Star Trek- Strange New Worlds, außerdem spült er und feiert eine ordentliche Sand-Entfernungs-Orgie, ah und er schaut noch ein wenig nach möglichen weiteren Plätzen für die nächsten Tage... was man alles so schaffen kann, während ich etwas tippe, was ich schwer zu beschreiben finde, ich aber so treffend wie möglich für die Zukunft festhalten möchte. Der Tag plätschert einfach so an uns vorbei. Zwischendurch gibt es Müsli zum Frühstück und abends mache ich ganz unspektakulär Nudeln mit dem was Amerikaner Pesto nennen - ist ja auch mal ganz schön köstlich, gell?
Abends machen wir es uns auf dem Bett bequem und schauen ein wenig Serie, bevor wir mit dem Wellenrauschen im Ohr (und dem Surren einer Mücke, die wir nicht eingefangen bekommen) einschlummern. Der Tag war ein wenig eigenartig, aber doch auch schön.Read more






TravelerSchade das. mit dem Öi. Aber da würde ich auch ungern ins Wasser gehen. Finden sich denn auch Schwarte Ölklumpen am Strand wie ich das auf Texel erlebt habe? Die wurden jeden. Morgen einges.mmelt und stammten von Schiffen die verbotenereweise Öl verklalppt hatten Das war eine Riesensauerei!
TravelerManno diese TIPPFEHLER da muss ich gleich am PC nochmal ran
Traveler
Ich spüre die Meeres frische und sehe den Spül :-)