Schön.
Mar 22–23, 2024 in the United States ⋅ ☀️ 25 °C
Vom Unwetter ist heute, am frühen Freitagmorgen, nichts mehr zu sehen. Unser Platz ist trocken und gestern Abend ist auch am temporär abgedichteten Seitenfenster nichts reingelaufen. Mal schauen, ob wir das Provisorium während unserer Reise noch angehen oder das Fenster erst in Deutschland ausbauen. Für den Moment ist es jedenfalls gut.
Unser Platz ist von drei Seiten von Bäumen umgeben und so kriegt Freddie auch kaum etwas von der Sonne ab und es ist angenehm kühl im Auto. Während der Kaffee langsam kocht, setze ich mich erstmal draußen an den Campingtisch und fange an unsere Tagesberichte zu schreiben. Zwischendurch habe ich kleine kreative Hänger, aber ein verträumter Blick in das Grün um uns herum löst die Blockaden dann doch recht fix.
Nach der Arbeit kommt das Vergnügen und ich mache mich daran, eine neue SIM-Karte in unseren Router einzusetzen. Wir haben es geschafft innerhalb von ein paar Tagen die 30 GB unserer T-Mobile-Karte aufzubrauchen. Zum Teil ungewollt, weil sich unsere Fotos zur Sicherung in die Cloud aufgemacht haben. Einfach zusätzliche Daten nachbuchen ging nicht und so habe ich dann nach ein wenig Recherche noch einen Datenplan mit 100GB für 55$ gefunden. Der darf eigentlich nur in einem Tablet verwendet werden, aber mit ein paar Kniffen identifiziert sich unser Router als Tablett und wir haben (hoffentlich) erstmal Ruhe mit dem Datenproblem.
Während meiner Recherche habe ich mir auch das Starlink System angeguckt und bin davon auch ganz angetan, allerdings kostet der Reisetarif pro Monat 160$, das ist etwas zu viel des Guten. Zumal der gleiche Reisetarif in Europa nur 60€ kosten soll.
Nachdem die Berichte also geschrieben waren, das Internet wieder läuft, wir Kaffee intus und nochmal den Wassertank aufgefüllt haben, rollen wir von unserem Stellplatz auf einen der Tagesparkplätze im State Park. Eine Wanderung steht heute auf dem Plan und bei dem perfekten Wetter haben wir auch richtig Lust drauf. Wir laufen los und ziehen uns nach ein paar Metern erstmal die Schuhe aus: Um auf den Wanderweg zu kommen, muss ein flacher, aber breiter Fluss direkt neben einem kleinen Wasserfall überquert werden. Genau das Richtige für uns „Abenteurer“ und so waten wir durch das Wasser und marschieren auf der anderen Seite los. Auf den nächsten 10 Kilometern wechseln sich unterschiedlichsten Landstriche ab. Am Anfang laufen wir entlang weiter und wilder Grasflächen. Hier wachsen zwischen Narzissen und den Blue Bonnets (die Staatsblume von Texas) Kakteen. Ein schöner, wenn auch wilder Mix, den wir gemeinsam mit den unterschiedlichen Vogelgesängen in uns aufsaugen.
Im Nadelwald angekommen ist von den Pflanzen nichts mehr zu sehen und es wirkt ein wenig verwunschen. Wir schreiten weiter voran und kommen am Ende in einem Mischwald an und müssen durch mehr als kniehohes Gras laufen, dass vom Regen am gestrigen Abend noch nass ist und uns ein wenig die Beine kühlt.
Auf der gesamten Strecke ist der Boden lehmig bis matschig und mit jedem Schritt bleibt an unseren Schuhen ein Teil kleben, so dass wir immer wieder kleine Lehm- und Matschklumpen durch den Wald schleudern. Zurück am Fluss angekommen machen wir deshalb auch kurzen Prozess und tauchen die Schuhe erstmal komplett für eine Grundreinigung in das Wasser und versuchen so gut es geht, den Dreck aus dem Profil zu bekommen. Dies gelingt auch einigermaßen, der Rest wird dann schon abfallen, wenn die Schuhe wieder trocken sind.
Hungrig machen wir uns in Freddie erstmal über ein paar Nektarinen her und parken den Wagen auf einen der frei gewordenen Parkplätze im Schatten um. Nach einer guten halben Stunde ist es kühler geworden und wir verabschieden uns vom State Park. Dieser ist für uns der bislang Schönste gewesen und so haben wir die knapp 32$ auch gerne für die Übernachtung bezahlt (wobei hier auch 12$ Eintritt enthalten sind).
Wir machen uns auf dem Weg zu einem Amazon Locker, unser Gasgrill hat den Geist aufgegeben und wir haben einen neuen bestellt. Dabei hören wir bei offenem Fenster erstmal das neue Album von Alligatoah und sind ziemlich zufrieden mit uns und der Welt. So kann es gerne bleiben.
Ein paar Meilen vom Amazon Locker entfernt befindet sich die Downtown von Austin und wir rollen ein paar Mal am Texas State Capitol vorbei, bis wir in einer der Straßen einen Parkplatz im Schatten der Hochhäuser finden. Hungrig machen wir Halt in einem ziemlich gut bewerteten Restaurant und gönnen uns Hühnchen-Enchiladas und ein Flat Iron Steak auf der Terrasse vom Restaurant und können so das bunte Treiben auf der Straße beobachten. Neben vielen Touristen, vielen Obdachlosen und den bekannten Bierbikes sehen wir ein paar Mal Mitarbeitende der Stadt Austin, die die Straßen und Bürgersteige sauber halten.
Nach dem Essen laufen wir noch die 6th Street entlang – der Partymeile von Austin. Hier gibt es wie in Nashville ziemlich viele Kneipen und Bars mit Livemusik, es wirkt im Vergleich zu Nashville aber alles ziemlich verschlafen. Es sind kaum Leute in den verschiedenen Etablissements, auch wenn die Türsteher alles geben, die Leute in ihren Laden zu locken. Irgendwie zieht uns keiner der Läden in seinen Bann und so laufen wir langsam zu Freddie zurück und schnappen uns Bella. Zu dritt gehen wir dann noch eine Runde in Richtung des Texas State Capitol und schauen uns das imposante Bauwerk aus der Nähe an.
In Austin übernachten müssen wir beide nicht und so suchen wir uns einen öffentlichen Stellplatz auf halben Weg nach Fredericksburg raus. Die Stadt bzw. eine Whiskey-Brennerei im Texas Hill Country ist unser Ziel für den morgigen Tag und die Brennerei begrüßt es, wenn die Leute bis um drei Uhr am Nachmittag eintreffen. Wohl wissend, dass wir morgens durchaus Trödeln, hat es also schon Sinn, ein paar Kilometer in die richtige Richtung zu fahren.
Der Parkplatz in der Nähe des Columbo River an einer großen Brauerei wirkt einladend und gut genug für eine Nacht, wir entscheiden uns aber dann doch gegen eine Übernachtung dort. Auf einem Parkplatz auf der anderen Straßenseite treffen sich junge Erwachsene mit ihren Sportautos und die Donutspuren auf dem Parkplatz kündigen eine lautstarke Motorenparty an. Etwas ruhiger darf es dann doch sein und so fahren wir weiter und auf einem landschaftlich wenig schönen Walmartparkplatz. Mit dem OK der Mitarbeiter und zwei kleinen 720 Milliliter Dosen Bier, einer Packung Eis und Chips machen wir dann aber trotzdem das Beste aus dem Abend.Read more















Traveler
Toll! Was für eine Pracht ganz soweit ist der Frühling bei uns noch nicht!
Traveler
Ein schönes Plätzchen✌😀
Traveler
Schön Euch so zu sehen ob vor oder hinter der Kamera🤗