• Kleinstadtcharme und State Park Liebe

    24.–25. mar. 2024, Forenede Stater ⋅ ☁️ 20 °C

    Sonntagmorgen (oder eher Vormittag), wir werden nach einer, wie zu erwarten, etwas wühligen und recht kurzen Nacht wach. Christians Kopf bewschwert sich heute ein wenig, meiner ist dankenswerterweise gnädig mit mir. Langsam starten wir in den Tag. Es ist super windig und angenehm kühl. Freddie schwankt ganz schön auf der Wiese der Destillerie. 

    Gestern Abend, bevor der Food Truck geschlossen hat, hatte die Dame gefragt, ob wir heute Frühstückstacos haben möchten. Ich hoffe, dass sie sich daran erinnern kann, denn das klingt nach dem perfekten "After-Drinks-Frühstück". Aus Freddie heraus gehopst, liest Christian erstmal den Zettel mit Michelles und Karls Nachricht vor, die nochmal unterstreicht, dass die Einladung zu den beiden nicht nur daher gesagt war. Mit Bella streifen wir über das Anwesen, finden den Food Truck aber leider noch nicht besetzt vor.

    Kein Problem, wir packen zusammen und rollen kurze Zeit später, nachdem Christian Bella noch gekämmt hat, vom Hof in Richtung Fredericksburg. Einer von Deutschen gegründeten Stadt aus 1846. In mehreren "Texas-Roadtrip-Artikeln" wurde diese 11.000 Seelen Stadt als Abstecher empfohlen. Amber und Jacob haben gestern erzählt, dass dieses "Weinanbau-Gebiet" und somit auch das 20 Minuten entfernte Fredericksburg, ein beliebtes Reiseziel für Amerikaner ist. Wir parken nahe des Stadtzentrums und schlendern als erstes in Richtung ausgeschilderten "Marktplatz". Hier findet grade eine Open-Air Messe der Methodisten Kirche zum Palmsonntag statt. Außerdem gibt es einige Gedenktafeln die auf Gründung, Gemeinschaft und Friedenspfeifen des Gründers Ottfried Hans Freiherr von Meusebach mit den Ureinwohnern hinweisen. 

    Als wir durch das kleine Städtchen schlendern, merken wir, dass dies doch sehr touristisch aufgebaut ist. Es gibt eine High Street, die (wie man es aus typisch amerikanischen Serien gewohnt ist) gesäumt ist von all den "wichtigen" Geschäften und viel mehr ist da nicht. Viele Restaurants (unter Anderem den "Ausländer", der Schmorbraten mit Kartoffelstampf und Rotkohl, Käsewurst und auch Rouladen anbietet), Wein- Tasting-Rooms und Läden für Cowboy und natürlich -girl- Bedarf. Einige Besucher schlendern am frühen Mittag, mit geeisten Cocktails in der Hand, die Straße rauf und runter und schlürfen hier und da ihre Erfrischung aus den Strohhalmen.

    Wir werden von der Musik einer Country-Band in ein mexikanisches Restaurant in einer Seitengasse gelockt. Im El Milagro sitzen außer uns noch ein paar andere Hundebesitzer und genießen kulinarische Kleinigkeiten. Wir bestellen uns Kaffee, eine Suppe und Enchilladas zum Frühstück und lassen und ein wenig beschallen. Der Besitzer macht uns sogar den Heizpilz an, weil es doch durch den Wind ein wenig schuppig ist. Während dem Essen überlegen wir, wie wir den Rest des Tages gestalten wollen. 

    Weiter gehen soll es in Richtung Südwesten, über San Antonio in Richtung des Big-Bend Nationalparks. Heute haben wir aber weder Lust die ganze Strecke bis nach San Antonio zu machen, noch am Ende des Tages durch eine zweite Stadt zu schlappen. Zu unserem Glück gibt es auf dem Weg nach San Antonio den Guadalupe River State Park, diesen hören wir schon nach uns rufen, also rollen wir gesättigt und entspannt los und kommen bereits um 15:30 Uhr an unserem neuen Stellplatz für die Nacht an. Hier mache ich erstmal ein Nickerchen, während Christian unseren neuen kleinen Gaskocher installiert. Der alte hat nach fünf Jahren nur noch auf Sparflamme gekocht. Wir haben zwar viel Zeit, aber wenn man hungrig ist oder Kaffeedurst hat, möchte man nicht ewig auf heiße Köstlichkeiten warten.

    Wir weihen den neuen Kocher mit einer Runde Kaffee ein, dazu gibt es richtig gute Zimtschnecken. Wir setzen uns daran die letzten drei Berichte zu tippen und genießen dabei den, wieder einmal, wunderschönen Stellplatz im State Park. Am frühen Abend machen wir uns auf zu einer kleinen 3 Kilometer Runde über die Wanderwege, die sofort neben unserem Stellplatz starten. Bevor wir aber los watscheln werden wir noch von einem Gürtelier ohne jegliche Scheu besucht. Diese Wesen sehen einfach so witzig aus und wir können den ledrigen Freund beobachten, während er unseren Stellplatz nach Überbleibseln von Campern durchforstet. Bella weiß nicht so genau, was Sie von diesem raschelnden Etwas halten soll. So kauern wir zu dritt in gebührendem Abstand herum und genießen es uns unbekannte Tierarten so nah und live mitzubekommen. 

    Nach der Gassi Rund machen wir es uns in Freddie gemütlich, ich mache einen Kartoffelauflauf während Christian eine Amazon Bestellung fertig macht. Parallel läuft für mich Germanys next Topmodel als seichte Unterhaltung und so plätschert der Abend gemütlich vor sich hin. Wenig später geht wieder ein zauberhafter Tag zu Ende. Aktuell mögen wir es sehr, wie wir unsere Tage füllen, Natur und Stadt halten sich richtig gut die Waage und wir sind super dankbar. 
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