Quadratur des Kreises
26.–27. mar. 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 23 °C
Dienstagmorgen, mal wieder werden wir auf dem Parkplatz eines Cracker Barrel wach. In Texas ist es für uns also wirklich entweder ein wunderschöner State Park oder halt ein praktischer Stadtparkplatz. Die Praktikabilität steht also auch erstmal im Vordergrund.
Während Hanna Freddie für die Abfahrt vorbereitet, laufe ich mit Bella zwei Kilometer an der Straße entlang. Überraschenderweise gibt es überall Bürgersteige, so dass es trotz viel Verkehr eine entspannte Runde wird. Zurück an Freddie nutzen wir noch das WLAN vom Cracker Barrel aus und synchronisieren die Fotos in die Cloud und laden ein paar Updates runter.
Der Kühlschrank ist zwar noch gut gefüllt, aber der Chemiekäse ist leer und neue Gaskartuschen braucht es auch noch. So halten wir kurz beim Walmart, besorgen die Sachen und rollen dann weiter zu einer Tierhandlung und besorgen das Hundefutter. Die praktische und gut verstaubare 6 Kilogramm Packung gibt es anscheinend in keinem der Läden im Umkreis von einigen 100 Kilometern und so holen wir die doppelt so große Packung. Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht auch noch irgendwie in Freddie unterbekommen.
Gerade sind wir beide auch wieder recht interessiert an Fast Food und so überlegen wir kurz, ob es ein Frühstück bei Five Guys wird, entscheiden uns aber erstmal für die Weiterfahrt. Ziel heute ist der Seminole Canyon River State Park an der mexikanischen Grenze und es sind knapp 200 Meilen bis dorthin.
Nachdem wir San Antonio hinter uns gelassen haben, wird die Landschaft ländlicher (haha Wortspiel). Immer wieder durchqueren wir winzig kleine Städte, der Ort Knippa wirbt auf einem Schild mit dem Slogan „Knippa is bigger than you think“ und wir müssen beide schmunzeln. In Uvalde machen wir Halt und tanken Freddie nochmal voll. Es werden zwar nur 40 Liter, aber wer weiß wann die nächstgrößere Tankstelle im dünn besiedelten Westen auftaucht, bei der es guten Diesel gibt.
Neben der Tankstelle stoppen wir bei Whataburger, eine Fast Food Kette, die wir noch nicht ausprobiert haben. Via Handy bestellen wir die Burger, die sich auf der Internetseite ziemlich genial und gut anpassen lassen und holen diese ein paar Minuten später ab. Wir stehen im Schatten und können ganz entspannt in Freddie „frühstücken“.
Das Ziel der Gründer von Whataburger war es, eine Schnellrestaurantkette mit solch guten Burgern zu gründen, bei denen die Kunden nach dem ersten Biss „What a Burger“ sagen. Was soll ich sagen: Mission accomplished. Während ich es mit vollem Mund vor mich hinplappere, hat Hanna ihre Tischmanieren nach knapp zwei Monaten noch nicht vergessen und denkt sich den Spruch nur. Gesättigt und gestärkt fahren wir weiter und haben noch gut 110 Meilen vor uns. Kurz hinter Uvalde sehen wir auf der Gegenfahrbahn eine Kontrollstelle der Grenzschutzbehörde der USA, die ausnahmslos jedes Fahrzeug kontrolliert. Die Situation an der Grenze zu Mexiko ist zur Zeit relativ angespannt, unter anderem auch weil es unterschiedliche Vorstellung der Grenzpolitik auf Bundes- und Staatsebene gibt. Verrückt, dass etwas das noch vor ein paar Wochen so fern war, wie die Grenze zwischen Mexiko und den USA, jetzt für uns nur noch ein paar Dutzend Meilen entfernt ist.
Nach dem Kontrollpunkt gibt es fast keine Städte bzw. Dörfer mehr, aber fast ausnahmslos auf den nächsten 100 Meilen sind die Grundstücke links und rechts der Straße eingezäunt. Alle paar Meilen taucht ein schweres gusseisernes Tor auf, über dem der Name der Ranch prangert. Für mich, der im Ruhrgebiet groß geworden ist und sonst auch nur die „kleinen“ Bauernhöfe auf dem Land kennt, ist das ziemlich verrückt.
Kurz bevor wir am State Park ankommen, müssen wir dann auch an einer Kontrollstelle halten. Wir vermuten, dass es nur eine Routinestopp ist, aber ein wenig aufgeregt sind wir dann doch. Ausländisches Fahrzeug, keine amerikanischen Staatsbürger, noch dazu ein Hund dabei. Auf eine volle Inspektion inklusive Untersuchung von Freddie durch Spürhunde haben wir beide keine Lust. Zum Glück müssen wir uns darüber aber keine Gedanken machen, was die Hunde eventuell erschnüffelt hätten. Es geht alles reibungslos von Statten und unsere Personalausweise reichen als Identitätsnachweis auch aus, die Reisepässe konnten wir also im „Geheimversteck“ belassen.
Gegen 18 Uhr rollen wir dann auf das Gelände des State Parks, füllen den Registrierungsnachweis aus und fahren auf den Stellplatz und richten uns häuslich ein. Eine halbe Stunde, bevor die Sonne untergeht, machen wir uns mit Bella auf und drehen eine Runde entlang der Wanderwege. Aus einer kleinen geplanten Runde wird dann doch noch ein 90 Minuten Rundgang, zum Teil schon entlang des Canyons, den wir uns morgen in Ruhe angucken wollen. Wieder an Freddie angekommen, bereitet Hanna das Abendessen vor und ich schaue mir auf der Karte nochmal alle Ziele in den USA an, die uns interessieren.
Während wir einen Tomatensalat und Bagels verputzen, planen und recherchieren wir die ganze Zeit. Grob Anfang Mai, also in fünf Wochen, wollen wir in Kanada ankommen. 6000 Meilen haben wir bislang hinter uns und das Restprogramm für die 35 Tage umfasst 5600 Meilen. Das ist selbst für uns sportlich und selbst wenn wir die Zeit in den USA um 1-3 Wochen verlängern würden, hätte das wenig mit entspanntem Reisen zu tun.
Wir schauen uns nochmal die optimale Reisezeit für den Yellowstone-Nationalpark an und finden bei fast allen Quellen ähnliche Informationen. Der Park öffnet die meisten Routen erst Mitte April und zu dieser Zeit liegt dort noch Schnee, oft bis zur vier Meter hoch. Selbst mit Standheizung und den guten All Terrain Reifen etwas zu viel des Guten. Uns wird klar, dass wir die Quadratur des Reisekreises nicht wie geplant schaffen werden und entscheiden, dass wir – für diese Reise – auf den Yellowstone-Nationalpark verzichten müssen.
Damit verkürzt sich die Route um knapp 500 Meilen und mit Optimierung der anderen Routenpunkte landen wir dann bei 4700 Meilen. Wir überlegen noch weiter hin- und her und legen - nicht ganz ohne Herzschmerz – fest, dass wir auch den Bundesstaat Colorado außen vorlassen werden. Der lässt sich dann aber irgendwann anders gut mit dem Yellowstone-Nationalpark verbinden.
Nach etwas hin- und her ist unsere neue Route knapp 3000 Meilen lang und der nächste große Stopp nach dem Big-Bend-Nationalpark ist…? Na, was meint ihr?Læs mere













Rejsende
Sterngucker :-) 👍
Rejsende
Wo sind se denn? :-)
RejsendeHaben wir am nächsten Abend gefunden.