• Let's go to Big Bend Nationalpark

    28.–29. mar. 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 23 °C

    Am Donnerstag haben wir uns wieder früh einen Wecker gestellt und kommen diesmal tatsächlich noch ein bisschen besser aus dem Bett, als noch am Vortag zur Wanderung. Dieser Ort ist wirklich faszinierend, diese Weite, das absolute Fehlen von Bäumen und die Berge, die ganz weit hinten am Horizont eine schöne Silhouette an den Himmel zaubern. Ganz, ganz anders aber total faszinierend und schön.

    Heute möchten wir uns aufmachen zum Big Bend National Park, zu dem die eben genannten Bergen am Horizont gehören. Wir haben knappe drei Stündchen Fahrt vor uns und werden dann im Park auch noch einige Meilen zu erkunden haben. bisher wissen wir auch noch nciht genau, ob wir im Park schlafen werden oder gegen Abend noch ein Stück nach außerhalb fahren müssen. Alles in allem heißt das für den Tag: Viele Stunden in Freddie mit laufendem Motor und einer Höchsttemperatur von 28°C, die sich in Freddie schnell erhöht, da wir ohne Klimaanlage unterwegs sind. Mit solchen Aussichten fällt das frühe aufstehen sofort viel leichter.

    Also hopsen wir flugs aus dem Bett, bauen um, machen die Thermomatten ab, Belas Schlafplatz wird verstaut, Zähne putzen, Anziehen und während ich mit Bella eine kleine Runde gehe, kümmert sich Christian noch um das Entsorgen des Abwassers und verstaut den Auffahrkeil. Danach holt er mich am Wanderparkplatz ab, zu und um den herum Bella und ich spaziert sind. Wenn es nur nicht so schwerfiele, so früh aufzustehen, wenn man nicht fix was geplant hat... Ich genieße die frische Morgenluft und das sanfte Morgenlicht, die Ruhe und zu wissen, dass wir durch das frühe Aufstehen ganz viel vom Tag haben werden.

    Ins Auto gehopst geht es bis zum Nationalpark zunächst westwärts und dann noch ein Stück weiter in den Süden. Der Big Bend Nationalpark hat seinen Namen von einem großen Bogen den der Rio Grande (wie wir ja aus dem Seminole Canyon State Park wissen, der Grenze nach Mexiko) im Süden Texas macht, erhalten. Mit einer Gesamtfläche von über 3200 Quadratkilometern gehört er zu den ordentlich großen Nationalparks. Ich bin total neugierig und habe das Gefühl, seit wir die unsichtbare Grenze von Südosten nach Südwesten der USA durchfahren haben, dass jetzt das große Nationalparkabenteuer endlich so richtig los geht. Ich bin bereit für Natur über Natur, Weite, verrückte und nicht greifbare Landschaften, huiiii das wird fein. Natürlich wollen wir nicht vergessen, dass wir mit den Everglades bereits einen Nationalpark besucht haben.

    Mit der Strecke in Texas Südwesten, wird auch die Bevölkerungsdichte um einiges spärlicher. Gestern im Visitor Center des Seminole Canyon State Parks hat mir die nette Dame beim Check-In eingeschärft alles an Tankmöglichkeiten mitzunehmen und mit gut aufgestockten Vorräten loszufahren. Vorräte haben wir noch ordentlich und nach einer Tankstelle halten wir Ausschau. Die nächsten drei Stunden vergehen wie so oft, wenn wir gemeinsam im Auto sitzen, wie im Flug. Wir hören Musik und später Hörbuch, besorgen uns zwischendurch Kaffee, Tanken tatsächlich zweimal (kurz vor dem Nationalpark nehmen wir noch einmal die letzte Tankmöglichkeit mit, wir wollen ja bestmöglich vorbereitet sein und wer weiß, wann die nächste Tankmöglichkeit nach dem Nationalpark kommt), außerdem besorgen wir uns einen Chicken Fajita Tacco - Köstlich, ich sach et euch. Die ganze Fahrtzeit schon ist das Internet super unzuverlässig und wir stellen uns darauf ein, die nächsten Tage ohne stundenlange Daddel-Sessions auszukommen. Den Familien wird kurz Bescheid gegeben und auch einen Beitrag schalten wir noch frei, damit keine zu große Pause entsteht.

    Allein bei der letzten halben Stunde Anfahrt zum Big Bend staunen wir nicht schlecht. Das Fenster ist runter gekurbelt und meine Kamera klickt ganz schön oft. Auf den Bildern sieht es nach kargen Steinen aus, in echt ist es wirklich unglaublich schön. Wir kommen zum Eingang und schauen nochmal in der recreation.gov App nach, wie es mit Campingplätzen im Park aussieht. Wir waren im Vorhinein tatsächlich ein bisschen hin und her gerissen, da Bella nur dort erlaubt ist, wo auch Autos hinkommen. Im Endeffekt sind dies also geteerte Straßen und Dirt roads, die nur für Gefährte mit Vierradantrieb empfohlen sind. Natürlich könnten wir auch auf dem Campground mit ihr gehen. Wegfallen würden für uns auf jeden Fall jegliche Wanderwege. Wir denken uns aber mittlerweile, dass es bestimmt ganz besonders ist, die Szenerie im Park selbst auch abends und nachts zu genießen. Bella wird es überleben einen stinknormalen Straßen-Gassigang zum Abend zu machen, der mal kein 8-12 km Trail ist. Also schauen wir, ob das Glück mal wieder mit den Unorganisierten ist. Wir haben Glück, im ganzen Park ist ein einziger passender Platz frei, auf dem Chisos Basin Campground auf gut 1600 Höhenmetern. Klingt super und wird mit dem letzten Zipfelchen kargem Internetempfang gebucht.

    Danach geht es in das kleine Gebäude, wir legen unseren "America the Beautiful Pass" vor und haben dadurch 30$ Eintritt für Freddie gespart. Als Willkommen bekommen wir ein Park-Map und eine Zeitung, die alle möglichen Trails, Events, Tipps was man sich mit wie viel Zeit anschauen könnte und andere Kleinigkeiten nett aufgemacht hat. Wir sind also bestens ausgestattet, um den Park erkunden zu können.

    Heute fahren wir als erstes in Richtung "Rio Grande Village" - zu erwarten ist hier kein Dorf, sondern einer von drei Campingplätzen, eine Zapfsäule für Diesel und Benzin, Picknick-Areas und Aussichten auf den Rio Grande. Außerdem ist von dort aus ein Grenzübergang nach Mexiko anfahrbar. Hier kann man jeden Tag zwischen 9 und 16 Uhr nach Mexiko bzw. in die U.S. einreisen. Wir ziehen vorbei an den Chisos Mountains, in die wir später hoch fahren werden, eine beeindruckende Bergkette, an Canyons und der staubigen kargen Weite. Auf der Karte und in der Zeitung wird man über das Wildlife informiert. Neben vielen Vögeln (unter anderem dem Roadrunner, der nicht nur lustig aussieht sondern auch bis zu 20 Meilen die Stunde rennen kann), leben hier Schwarzbären, Berglöwen (Pumas) und Javelinas (eine Schweineart).

    In Freddie sind es mittlerweile 34° Celsius, die Fenster sind runter gekurbelt und der fönartige Wind pustet uns ordentlich um die Köppe. Nachdem wir also in den südwestlichsten Zipfel des Parkes gefahren sind, machen wir uns nun, weiterhin staunend auf den Weg zu unserem Campground. Die Straße in die Berge ist von der Breite her, im Vergleich zu Irland oder Schottland, Luxus. Die Höhenmeter bringen Freddie aber ordentlich zum Röhren. Christian lenkt Freddie gekonnt die Serpentinen nach oben. Umgeben von imposanten Bergspitzen liegt in einem Talkessel aus der Ferne zu sehen der Campingplatz. Wir sind so glücklich heute nochmal nach Plätzen geschaut zu haben.

    Angekommen am Stellplatz steht hier eine Reservierungsnotiz, allerdings nicht für uns. Wir schauen nochmal beide in App und Bestätigungsmail nach und vergewissern und rück, dass wir einen Platz für heute gebucht haben, dass die Nummer korrekt ist und wir bezahlt haben. Alles so wie wir es im Kopf haben. Wir stellen Freddie also erst einmal ab und Christian watschelt einmal zum Camphost ein paar Plätze weiter, um nachzufragen. Dieser ist leider nicht da und so gehen wir beide einfach mal davon aus, dass der Platz kurzfristig storniert wurde und wir das Glück hatten genau zum richtigen Zeitpunkt zu schauen und die Reservierung zu übernehmen. Für den Rest des Tages lauert bei mir im Hinterkopf, sobald ich ein Motorengeräusch höre, dass jetzt bestimmt der ominöse R.P. auftaucht und uns verscheucht. Dem war aber nicht so ;)

    Da der Platz ohne jeglichen Schatten ist, genießen wir draußen ein Müsli und einen Kaffee und verbringen dann aber den Rest des Nachmittags bei 30 Grad in Freddie. Die Sonne ist hier oben nochmal anders gnadenlos. Wir dösen ein wenig und genießen die Ruhe.

    Gegen 19 Uhr machen wir uns auf zu einer kleinen Runde mit Bella, die Sonne geht gerade unter. Autos fahren oben aktuell nicht mehr auf den Straßen und so watscheln wir eine nette Runde zu einem Gruppen Campingplatz in ein wenig Entfernung. Wieder an Freddie angekommen, mache ich uns einen Salat und einen Bagel und wir setzen uns nach draußen und genießen bei den ersten aufblitzenden Sternen und Kerzenschein unser Abendessen. Danach gibt es noch einen Whisky für jeden von uns und wir bestaunen ganz in Ruhe den Nachthimmel. Ich bin fast schon gerührt in einer solchen Kulisse so unglaublich viele Sterne bestaunen zu dürfen. Christian zückt sein Handy mit einer Sternen-App und wir suchen die verschiedensten Sternenbilder. Was ein zauberhafter Abend und Tag.

    Voller Eindrücke steigen wir in Freddie und kuscheln uns ein, ich bearbeite die Fotos der letzten Tage und recht bald kuscheln wir uns ins Bett.
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