Aussichten
29–30 mar 2024, Stany Zjednoczone ⋅ 🌬 27 °C
Irgendwas läuft in den letzten Tagen wirklich schief. Es ist wieder früher Morgen und wir stehen erneut früh auf. Aber gut, mit Leiden hat es ja nicht wirklich etwas zu tun und wir haben für den heutigen Tag auch wieder schöne Pläne.
Getreu den Vorgaben des Nationalparks laufe ich mit Bella eine Runde, so groß sie eben unter den Vorrausetzungen geht, am Campground entlang und kann dabei der Sonne zuschauen, wie diese sich über die Berge kämpft und alles in ein schönes güldenes Licht taucht. Bella ist vom Lichtspiel nicht wirklich beeindruckt, sondern schnüffelt wie verrückt am Boden entlang. Wer weiß, welche wilden Fährten sie hier aufnehmen kann.
Den Kaffee gibt es heute zum Mitnehmen und gegen halb zehn verlassen wir unseren Platz und fahren erstmal den Weg wieder zurück ins Tal. Freddie hat heute Mal wieder ein paar Sekunden länger zum Anspringen gebraucht, aber alles in allem scheint es dem guten Dieselmotor egal zu sein, ob es kalt, warm oder nass ist und welche Güte der Diesel selbst hat. Welch ein Glück.
Im Tal angekommen biegen wir auf die Hauptstraße des Parks, der Panther Junction Road, ab und folgen dieser für einen Kilometer, bis es nach links auf den Ross Maxwell Scenic Drive geht. Vorher halten wir aber noch kurz am Straßenrand an und ich putze erstmal die Fenster. In den letzten Tagen hat sich die Windschutzscheibe zur Ruhestätte unzähliger Insekten entwickelt und die Aussicht war ziemlich getrübt. Bereits auf den ersten Metern werden wir mit einer malerischen, aber auch irgendwie unwirklichen Aussicht belohnt.
Zunächst erreichen wir Sotol Vista. Von hier aus können wir einen weiten Blick über die endlose Weite der Chihuahua-Wüste genießen. Die Stille der Wüste, zum Teil in ein Flimmern gefasst, können wir entlang des Horizonts betrachten. Weiter auf der Fahrt passieren wir die markante Felsformation der Mule Ears. Diese erinnern tatsächlich an die Ohren eines Maultiers und ragen dramatisch aus der umliegenden Wüstenlandschaft heraus.
Am Ende erreichen wir den Aussichtspunkt von Santa Elena Canyon: Die hohen, steilen Felswände ragen majestätisch über den Rio Grande, der ruhig unter ihnen hindurch plätschert. Die Sonne taucht die Szenerie in warmes Licht, trotzdem wirkt dies alles ziemlich unwirklich.
Direkt am Santa Elena Canyon ist auch der Beginn einer weiteren malerischen Route, der Old Maverick Route. Dieser ist nicht asphaltiert und ein Vierradantrieb ist empfohlen. Wir befahren den ersten Kilometer der Schotterpiste und erweitern in Gedanken die Ausstattung eines neuen Vans um eine entsprechende Federung und eben erwähnten Vierradantrieb. Zu holprig ist die Strecke und mit schönem Fahren hat dies dann nichts zu tun – dafür erwartet uns dann ja noch der Rückweg auf dem Ross Maxwell Scenic Drive mit einer leicht anderen Perspektive. Diese genießen wir auch und saugen alles in uns auf. Zurück auf der Hauptstraße machen wir uns auf den Weg aus dem Park und können auch hier nochmal in die Weite blicken und die Szenerie genießen.
Nachdem wir knapp 140 Kilometer in Richtung Norden gefahren sind, passieren wir erneut eine Kontrollstation. Hier wollen die Beamten zunächst doch unsere gut verstauten Reisepässe sehen und wir fahren an die Seite. Ich werde kurz über unsere Reisepläne interviewt und kann diese scheinbar plausibel genug darlegen, so dass wir die Pässe doch im versteckten Schrank belassen können und weiterfahren dürfen. Weiter geht es gen Westen, unser Ziel El Paso an der mexikanischen Grenze in knapp 3 Stunden Entfernung. Hanna hat sich bei den Fahrten mit runtergekurbelten Fenstern und trockener, warmer Luft in den letzten Tagen einen Zug am Auge geholt, so dass die zweite Hälfte der heutigen Fahrt ein Kompriss zwischen halb geschlossenen Augen und halb geöffneten Fenstern wird. Aus diesem Grund steuern wir auch gegen 16 Uhr eine Harvest Host Location an, die wir spontan buchen konnten.
In 15 Kilometern Entfernung gibt es die Desert Garden Oasis. Hier werden wir von Ted begrüßt, der sein 40 acre großes Grundstück allen für einen kleinen Obolus zur Verfügung stellt, die auf der Durchreise sind oder einfach nur Abstand zur Zivilisation benötigen. Wir stellen uns auf einen der Plätze, erkunden das Grundstück und lassen den Nachmittag gemütlich ausklingen.
Berichte wollen mal wieder geschrieben werden, mir gelingt es heute etwas besser als Hanna. Ob es nur an den schmerzenden Augen oder auch akuter Unlust liegt, überlassen wir mal der Phantasie.
Im Sonnenuntergang verputzen wir Burritos als Abendessen und schreiben dann die angefangenen Berichte zu Ende. In absoluter Stille schlafen wir gegen halb elf ein und haben mal wieder einen wunderschönen Tag erlebt. Czytaj więcej








Podróżnik
fleißig fleißig :-)
Podróżnik
👍🙂
Podróżnik
Geschicktes Foto 🙂