Cibol National Forest
2.–3. apr. 2024, Forenede Stater ⋅ ⛅ 10 °C
Zur Abwechslung ist heute Morgen mal wieder Rollentausch. Während Hanna sich mit Bella aufmacht, kratze ich mir den Schlaf aus den Augen und sortiere erstmal Freddie zurecht. So gut es geht, fege ich grob den Sand wieder zurück in die Natur und setze dann den Kaffee auf.
Während dieser langsam durchläuft, entscheide ich mich spontan eines meiner schon länger vorhandenen Gelüste zu stillen: Rührei. Flugs wird eine Zwiebel gewürfelt und ich schmeiße noch ein paar grüne Bohnen mit in die Pfanne. Ein paar Eier werden verquirlt und als ich am Horizont Hanna und Bella entdecke, gieße ich das ganze zum Gemüse in die Pfanne. Wenig später legen wir das Rührei mit einer Tomate und etwas Cottage Cheese in einen Wrap und haben ein ziemlich leckeres Frühstück – inklusive unseres geliebten Kaffee.
Wir wuseln beide in den nächsten zwei Stündchen durch Freddie, machen alles und nichts und am Ende dann doch noch Freddie für die Abfahrt bereit. Auf dem Weg zum Grand Canyon wollen wir noch Halt am Petrified Forest National Park machen, dieser ist aber gut sechs Stunden entfernt, allerdings schenkt uns eine weitere Zeitzone wiederum eine Stunde. Den gesamten Weg werden wir unabhängig davon aber am heutigen Tage nicht schaffen. Wir planen aber, bis zum Sonnenuntergang zu fahren.
Der Anblick des Stellplatzes am See ist heute nochmal auf eine andere Art und Weise schön. Es geht fast kein Wind, die Sonne scheint und im Westen und Osten lassen sich die Berge fast die ganze Zeit erkennen. Zwischendrin können wir ein paar Kampfflieger beim Formationsflug beobachten, was ich ehrlich gesagt ziemlich spannend finde. Ich muss sowohl an das Original als auch an die Fortsetzung von Top Gun aus dem letzten Jahr denken.
Gegen 13 Uhr schaffen wir es loszukommen und rollen ein letztes Mal durch Alamogordo und sammeln den letzten Teil der Amazon Bestellung ein. Der Sonnenhut für Hanna mit Pferdeschwanzöffnung ist angekommen und zusätzlich noch ein Gardena-Adapter für die Wasseranschlüsse. Letzterer ist nötig, da die Gewinde hier zwar die gleiche Größe aber eine andere Gewindesteigung haben und so bei unserem Adapter während dem Auffüllen immer ziemlich viel Wasser in alle Richtungen spritzt. In Baumärkten habe ich einen Solchen bislang nicht gefunden und so musste Amazon herhalten.
Die Fahrt der nächsten zwei Stündchen geht entlang der Missile Range, erst in Richtung Norden und dann in Richtung Westen. So bekommen wir auch ein recht gutes Gefühl dafür, wie groß dieses Gelände insgesamt ist. Während der Fahrt haben wir uns heute ein etwas anderes Unterhaltungsprogramm ausgesucht. Kristin hat und erzählt, dass sie einen Podcast mit ein paar Folgen auf Spotify haben. So schalten wir neugierig "Die Abenteuer von Ilsa und Jetlag" ein und versinken in den Geschichten die die kleine Ilsa im Van mit ihren Eltern und ihrem Lieblings Kuscheltier Jetlag, einem Faultier, erlebt. Es sind richtig coole Abenteuer und Jetlag ist ein kleiner Alleswisser, weswegen die Folgen spielerisch richtig informativ und gehaltvoll sind. Ein süßer Podcast für Groß und auch klein.
Durch das Hinterland fahren wir in Richtung Socorro und können in weiter Ferne einige Schneebedeckte Berge entdecken. Um uns herum ist die Landschaft dagegen wie gewohnt trocken und es sind Büsche und Sträucher zu sehen, die sich überall einigermaßen gleichmäßig verteilen. Das Navi will uns von Socorro in Richtung Norden zur Interstate 40 in der Nähe von Albuquerque schicken, aber ein Schild am Rand lässt mich einen anderen Weg einschlagen: VLA. Hier geht es natürlich nicht um die bekannte Süßspeise (oder die Virtuelle-Leit-Achse) sondern um das Very Large Array welches sich in knapp 50 Meilen Entfernung befindet. Das VLA ist ein Verbund von 27 aktiven Radioteleskopen, die sich auf einem Y-förmig angeordneten Gleissystem befinden und dort in unterschiedlichen Abständen positioniert werden können. Filmfreunde kennen dieses vielleicht aus dem Film „Contact“ mit Jodie Foster.
Sowohl Hanna als auch insbesondere ich nehmen die Gelegenheit gerne war, an diesem vorbeizufahren. Der Eindruck, den wir dabei bekommen, ist sehr imposant. Nach und nach tauchen die einzelnen Radioteleskope auf und nach ein paar Minuten sind die einzelnen Teleskope zum Teil nicht mehr auszumachen. Es ist schade, dass wir außerhalb der Öffnungszeiten des Besucherzentrum dort entlang rollen.
Gegen halb sieben halten wir entlang des Highways Ausschau in einer unserer Apps und finden Stellplätze ohne Ende. In der Gegend gibt es viel öffentliches Land und einen großen Nationalwald, so dass wir frei auswählen können, wo wir stehen wollen.
Wir entscheiden uns für einen Platz im Wald, etwas Abseits vom Highway und kommen hier eine gute halbe Stunde vor dem Sonnenuntergang an. Der erste Stellplatz hat eine bereits vorbereitete Feuerstelle, aber wir sehen dort auch ziemlich viel Müll liegen und rollen noch etwas die Waldstraße weiter. Der Boden ist durch die Schneeschmelze der letzten Tage oder Wochen ziemlich aufgeweicht und so zeigen die All-Terrain-Reifen das erste Mal so richtig, was sie draufhaben – was ein Spaß. An einem kleinen Wendepunkt führt die Waldstraße etwas bergab und ein paar tiefe Furchen in Sichtweite, erinnern uns dann nochmal daran, dass wir keinen Jeep mit Vierradantrieb fahren, sondern nur einen Sprinter mit knapp 3500 Kilogramm und guten Reifen.
Es geht also zurück zum ersten Platz, Freddie wird mit der „kalten“ Schulter zur Feuerstelle geparkt und ich marschiere mit Bella los. Das Thermometer zeigt nur noch knapp 7°C an, als ich mich mit Bella auf den Weg in den Wald mache und diese so ganz andere Welt im Nationalwald erkunde. Die Schnelligkeit, mit der sich die Natur in den USA teilweise komplett ändert, ist verrückt. Zurück an Freddie angekommen, bürste ich Bella so gut es geht die von Matsche verklebten Pfoten sauber, bevor sie in den Bus hüpfen darf. Die Tür wird geschlossen und alle offenen Fenster hat Hanna bereits mit Thermomatten verkleidet – jedes Grad zählt.
Zum Abendessen gibt es einen sehr gemüselastigen Nudelauflauf, der Hanna wirklich sehr gut gelungen ist. Ein positiver Nebeneffekt an einem Auflauf ist natürlich, dass sich beim Kochen die Abwärme in Freddie gut verteilt. Wir schauen beim Essen und danach die spannende Mini-Serie zu Ende und lassen so diesen Fahrtag ausklingen.Læs mere













Rejsende
wow was für eine Weite 😎
RejsendeWahnsinn gell?
Rejsende
Zwei Effelsberger Radiusteleskope Wie kommen die dahin? Nachdem ich den Bericht gelesen habe weiß ich das die wohl Teleskope aus der ganzen Welt eingesammelt haben. 🙄❤️
Rejsende😂