• So baumele die Seele

    12.–13. apr. 2024, Forenede Stater ⋅ 🌬 21 °C

    Wir wachen im Fish Lake National Forest auf, wo wir gestern recht kurz vor Sonnenuntergang angekommen sind. Es ist wirklich wunderschön hier und himmlisch ruhig. Hier ist zwar weder auf Anhieb ein Fishlake, noch ein Wald in sofortiger Nähe auszumachen, aber es gibt ein paar Bäume, Aussicht auf Berge und wieder mal eine Feuerstelle sofort am Platz.

    Dadurch, dass mal wieder ein paar Berichte zu schreiben sind, haben wir bereits gestern Abend geplant, heute Vormittag beim Morgenkaffee eine kleine Bürozeit einzulegen. Natürlich ist es manchmal so, dass wir nicht so ganz motiviert sind in die Tasten zu hauen, aber ganz ehrlich: Ich würde mit dem Verarbeiten dieser Unmengen an Eindrücken einfach vorne und hinten nicht klar kommen, wenn ichs nicht schriftlich reflektierte. Im Nachhinein wird es außerdem die perfekte Erinnerung sein. Heute Morgen schnappe ich mir Kaffee und Laptop, setze mich bei offenen Hecktüren aufs Bett und verbringe erstmal ein bisschen Zeit am Handy auf Instagram. Klappt ja super mit dem Tippen 😉. Christian prokrastiniert in Bezug auf das Schreiben des Berichtes heute morgen, indem er eine Sonnenschutz-Aufhängung an der Seitentür erbastelt, das hat wenigstens Mehrwert. Bella ist aus Freddie gehopst, sobald wir die Türen geöffnet haben und wechselt alle paar Minuten von ihrem Sonnenplätzchen in den Schatten und dann wieder zurück. Sie kann sich hier frei bewegen und genießt es total, sich ihren Pelz von der Sonne bescheinen zu lassen.

    Der Vormittag zieht dahin, ich habe eine halbe Seite getippt und Christian hat es um kurz vor zwölf auch geschafft ein Zipfelchen Motivation zum Schreiben zu finden. Wir beide haben bereits gemeinsam überlegt, dass der Platz so wundervoll abgelegen ist, dass man hier richtig gut auch noch eine Nacht bleiben könnte. Daher haben wir auch keinen Zeitdruck. Kurze Zeit später klingelt mein Handy und ich habe meine Schwester an der Strippe. Ich hopse auch aus Freddie, setze mich auf die Wiese umgeben von getrockneten Kuhfladen und verquatsche mich total mit Jenny. Ich liebe es mit den Zwergen zu telefonieren, aber auch mal nur mit meiner Schwester zu schnacken ist total schön. Während wir quatschen bringt Marc die Kleinen nämlich gerade ins Bett. Wir blubbern eine gute Stunde, zwischendurch taucht eine Hand zwischen dem Sonnenschutz und Freddie auf und Christian wirft mir Schokoriegel zu und versorgt mich mit Wasser.

    Als ich aufgelegt habe ist Christian mit seinem Bericht fertig und recherchiert noch etwas im Internet. Ich tippe drauf los und so zieht die nächste Stunde vorbei. Nach dem ganzen herum Gesitze gehe ich nach der Schnack- und Schreibtischaktion eine ordentliche Runde mit Bella. Sie könnte zwar frei machen wohin sie wollte, erledigt aber ihr großes Geschäft nur, wenn man neben ihr her spaziert. Ein wohlerzogener Hund unsere Schnüffelnase. Auf dem Rückweg höre ich zwischendurch ein Drohnen-Surren und vermute, dass Christian irgendwo hier herum fliegt und die Landschaft erkundet. Tatsächlich kurz vor Freddie wird das Summen lauter und Christian fliegt das letzte Stück mit uns zu Freddie zurück. Bella ist das Geräusch auch nach mehrmaligem Hören immer noch nicht geheuer, wahrscheinlich weil es sich anhört wie das Summen eines ganzen Bienenschwarms. Aber die „Gefahr“ kriegen wir mit Leckerchen und Geduld auf jeden Fall noch gebannt, da bin ich mir sicher.

    Wir machen uns eine zweite Runde Kaffee und „frühstücken“ dazu jeder eine köstlichste Zimtschnecke, die es immer mal wieder bei Walmart zu finden gibt. Eine klebrig köstliche Angelegenheit inklusive Frosting, das einen Zuckerschock garantiert. Heute ist unsere Ernährung wirklich sehr ausgewogen. Wir haben 17 Uhr und haben bisher einige Schokoriegel eine Handvoll Nachos und besagte Zimtschnecke zu uns genommen, Klasse Klaus. Während wir Kaffee und Zimt-Köstlichkeit genießen, schauen wir eine Folge Outlander. Christian hat vorgestern aus dem Amazon Locker, nebst bereits erwähnten Teilen, auch eine Magnethalterung für das IPad geholt. Dieser ist mittlerweile (seit gestern Abend) an unserer Decke angebracht, so dass wir nun einen wirklich sehr luxuriösen Bildschirmhalter haben (den man in unterschiedlichste Richtungen ausrichten kann), der Serien- und Filmabende im Bequemlichkeitslevel nochmal ordentlich hat steigen lassen. Nach der Folge gibt es ein kleines Nickerchen und dann bereitet Christian für den Abend die Lagerfeuerstelle vor, während ich Fotos aussortiere, bearbeite und Berichte damit bestücke.

    Der Nachmittag ist nur so vorbei geflogen und als Christian sich mit Bella auf zu einer Abendrunde macht, bereite ich eine Guacamole vor, die heute die Beilage zu Röstkartoffeln aus dem Feuer sein soll. Den Abend verbringen wir über Stunden am Feuer, es geht kein Wind und die Temperatur ist so angenehm, dass man mit Feuerwärme gut und gemütlich lange draußen sitzen kann. Um Mitternacht telefonieren wir eine Runde mit Moritz und Emma, die es komisch finden, dass bei uns der Mond scheint, es dunkel ist und wir am Feuer sitzen, während die beiden ja gerade erst aufgestanden sind. Ganz ehrlich, auch ich finde das immer noch total surreal und bin ganz schön fasziniert von unserer wunderschönen Welt. Gegen eins eisen wir uns vom Feuer los und machen es uns in Freddie ganz schnell gemütlich. Herrlich, dass wir aktuell den Luxus haben, uns so sehr treiben lassen zu können. Es war eine gute Idee einfach noch einen Tag die Ruhe, Natur und das durch den Tag treiben lassen zu genießen.
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