• Kurze Entdeckerpause

    18.–19. apr. 2024, Forenede Stater ⋅ 🌬 25 °C

    Heute morgen werden wir an unserem Plätzchen auf dem Hügel wach. Ich fühle mich ein wenig hin und her gerissen. Wir haben gestern Abend überlegt, ob es nicht eventuell klug wäre, heute noch einen Tag Päuschen an diesem abgelegenen Ort zu machen und erst morgen den Buckskin Gulch Slot Canyon zu erwandern. Hierzu muss man eventuell auch erwähnen, dass dieser nicht einfach nur ein kleines Schlüchtchen ist, sondern, dass man diesen über 30 km erwandern kann. Es gibt auch Routen ab 15 Kilometern, aber wir wissen jetzt schon, dass es keine kurze Wanderung werden wird.

    Nach einem solchen Wandertag fühlt es sich für mich nicht an, was für einen Pausentag spricht. Kleiner Nachteil an diesem Plätzchen hier ist allerdings, dass wir recht exponiert stehen, es keinen Schatten gibt und es heute sonnig und nicht bewölkt werden soll, dazu geht immer mal wieder ein ordentlich staubiger Wind. Christian nimmt mir die Entscheidung aber netterweise ab und spricht sich dafür aus noch einen Tag zu bleiben. Im Verlauf des Tages wird mir immer klarer, dass es eine wirklich gute Idee ist, einen Pausentag vom Entdecken einzulegen mit den Stopps im Hinterkopf, die uns die nächsten Tage noch bevorstehen.

    Als die Entscheidung gefallen ist noch hier zu bleiben schalten wir den absoluten Entspannungsmodus ein. Als erstes rufen wir Karin an, die heute Geburtstag hat und halten einen Geburtstagsschnack mit ihr. Danach geht Christian ein kleines Ründchen mit Bella und ich bereite Kaffee vor. All das passiert verrückterweise noch vor halb zehn und um zehn schauen wir mit einem dampfenden Kaffee in der Hand auf die Uhr und freuen uns total darüber, dass ein ganzer Tag voll Nichts vor uns liegt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn hier um Freddie herum ist wirklich gefühlt nichts 😉. Ich setze mich mit dem Käffchen viel motivierter als gestern an den Bericht, der noch offen ist. Gemütlich auf dem Bett mit einem dicken Kissen als Schreibtisch für den Laptop. Währenddessen entspannt sich Christian mit Handy, Artikeln, Nachrichten und Gedaddel. Als der Bericht fertig ist, schnappe ich eine Runde mit Bella Luft.

    Zu Hause habe ich einige Zeit vor der Abfahrt eine Art „Spicy Peanutbutter Ramen“ als mein absolutes Soulfood entdeckt. Ich habe es bestimmt 1-2 mal die Woche mit verschiedensten Gemüse- und Nudeleinlagen gekocht und habe seit Wochen schon ganz schönen Schmach danach. Im Trader Joe hat Christian schließlich vor einigen Tagen Misopaste und Gochujang entdeckt und gestern im Lebensmittelmarkt in Kanab sind wir zufällig über Udon Nudeln gestolpert. Heute gibt es also zum späten Frühstück besagten Ramen mit Zwiebel, Möhre und Brokkoli. In dem Moment, als Christian und ich beide mit fertigem Ramen auf dem Bett sitzen und zusätzlich noch eine Serie schauen ist meine Seeligkeit an nichts zu überbieten. Heute fühlt sich einfach an, wie ein richtig gemütlicher Couch Tag.

    Heute morgen dachte ich noch, dass wir momentan ganz schön häufig zwei Nächte am Stück irgendwo bleiben. Im Verlauf des Tages finde ich es aber auch total logisch. Wir haben die letzten drei Tage den Scenic Byway No. 12 bestaunt, danach sofort den Bryce Canyon und dann im Anschluss sofort den Zion. Ich glaube wir waren gestern Abend einfach mal wieder voll mit Eindrücken, die dann hier und heute mal einen Tag sacken dürfen.

    Den ganzen Tag über sind die Fenster und die Hecktüren ein wenig geöffnet, so dass eine leichte Brise durch zieht. Trotzdem lümmeln wir die ganze Zeit ziemlich leicht bekleidet rum, weil wir nicht wirklich unter die 28°C kommen. Und ehrlich, hier ist niemand, der sich daran stören könnte, dass Christian zwischendurch in Boxershorts und Vans mit der Axt durch die Gegend läuft um verschiedenste Nägel wieder fest zu kloppen. Es ist schon lustig, wenn man bedenkt, dass wir uns in Europa immer eher dagegen entschieden haben mit Freddie in den Süden zu fahren, weil wir halt keine Klimaanlage haben. Mittlerweile wissen wir ganz gut mit heißen Tagen umzugehen. Mal schauen, welche Länder sich uns mit Freddie noch eröffnen, wenn wir wieder in Europa sind.

    Mit einem ausgedehnten Mittagsschlaf, ein wenig Planung für Kanada, noch mehr Schläfchen, mit Bella den Platz erkunden, Gedaddel, Spülen, Putzen und Kuscheln zieht der Nachmittag nur so vorbei. So fühlt sich Entschleunigung an. Heute Abend habe ich uns ein Shakshuka gezaubert und wir lassen den Tag mit Serie noch einmal Spülen und Gassi gehen ausklingen.
    Læs mere