Viva los Eselos
26.–27. apr. 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 18 °C
Es ist Friyay und wir dämmern morgens um kurz nach acht ein wenig vor uns hin, als uns ein markerschütterndes Röhren hinter Freddie ziemlich schnell hellwach werden lässt. Wir erschrecken uns zwar ein wenig, wissen aber, welcher Anblick uns hinter unseren Thermomatten erwarten wird. Wir hatten bereits in der Rezension des Platzes von hier freilebenden Eseln gelesen und uns schon im Vorhinein ganz schön darauf gefreut Bekanntschaft zu schließen. Christian entfährt ein „Die Esel sind da“ und wir klappen die Thermomatten herunter. Bella hat die Ohren aufgestellt und beobachtet ganz genau den hinter Freddie stehenden Esel. Scheinbar handelt es sich um eine kleine 4köpfige Eselsfamilie, die hier irgendwo im Gebirge wohnt und zum Trinken zum Stausee nach unten kommt.
Wir beobachten, wir die vier routiniert die Feuerstellen durchsuchen und die Kleingruppe, die nah bei uns im Zelt geschlafen hat besucht. Von dieser Menschengruppe sitzen drei Mädels mit geschlossenen Türen im Auto, während ein Mann versucht die Esel von den Vorräten abzuhalten und nicht sicher scheint, ob er die Meute streicheln möchte oder sie mit ausgebreiteten Armen verscheuchen möchte. Die Esel zeigen sich mäßig beeindruckt von den Verscheuchungsversuchen.
Christian und ich machen Kaffee, ziehen uns an und sind dann einfach zu neugierig und steigen aus Freddie, den wir so weit schon Tages fit gemacht haben. Die vier erkunden aktuell noch immer den Platz der anderen, die gestern ein Kaninchengehege mit Kaninchen und eine Katze dabeihatten. Es gibt also für die Esel auch einiges zu schnuppern da oben. Christian macht sich mit Bella auf zu einer Morgenrunde, kehrt aber in Rekordzeit wieder zurück, Bella voran. Unsere Rakete hat in Rekordzeit alle Geschäfte erledigt und sich wohl einfach geweigert noch weiter als auch nur ansatzweise nötig zu gehen. Sie hat sich einfach auf den Weg gesetzt und darauf gewartet, dass Christian sich erbarmt umzudrehen, scheinbar wollte sie weiter das Eselspektakel verfolgen. Die Erinnerung an Zitty, den Bella jagenden Esel, scheint vergessen. Al die beiden wieder da sind, kommen die Esel zu uns und wir verbringen einige Zeit mit der sehr menschenfreundlichen Eselsfamilie. Das junge möchte nach kurzer Zeit mit Bella spielen, was dazu führt, dass Bella sich in gewohnter Manier unter Freddie rettet, weil ihr das hopsende, rennende und die Hinterläufe in die Luft kickende Junge ein wenig zu groß für ihre Kragenweite findet.
Die Esel sind super zutraulich, kommen auf uns zu und lassen sich streicheln, knabbern probeweise an meiner Hose und stupsen uns zum Teil an, um weitere Streicheleinheiten zu bekommen. Was ein schöner Morgen in dieser wunderschönen Kulisse. Nach und nach arbeitet die kleine Familie alle Besucher des Platzes ab. Außer uns hat noch ein anderer Camper hier gestanden und eine Gruppe ist am Morgen mit dem Jeep angefahren gekommen.
Wir haben den Morgen das Wetter im Blick, da wir gestern gesehen hatten, dass es heute ordentlich regnen soll. Es wäre sehr klug unsere Rückzug aus dem Tal vor dem Regen anzutreten, da die sandige Schotterpiste auch so schon bei einigen Anstiegen eventuell ihre Tücken bergen könnte. Wir packen also nach einem gemütlichen Kaffee entspannt alles zusammen und machen uns auf den Weg in Richtung… Las Vegas.
Wir beide sind uns schon eine ganze Zeitlang unsicher, was wir mit Vegas anfangen sollen. Sowohl Ernst, als auch Daniel und unser Freund Jan haben uns bereits von Vegas vorgeschwärmt. Allerdings haben wir erwartet, dass ganz schöne Hitze herrschen und wir Bella nicht im Auto lassen wollen würden. Heute zeigt sich aber nun in ganz anderem Gewand und als wir on the road sind tauschen wir uns aus und überlegen, ob sich nicht doch ein Halt anbieten würde. Ein wenig kitzelt uns beide die Neugier dann doch. In den Norden von Vegas müssen wir sowieso, da Amazon uns mal wieder Päckchen hat zukommen lassen, die dort auf uns warten werden. Wir nehmen uns vor, auf jeden Fall durch Vegas zu fahren, die Sphere lockt Christian sehr. Mit einer beeindruckenden Außenhülle, die an eine riesige gläserne Kugel erinnert, zieht die Sphere die Aufmerksamkeit auf sich. Das Innere ist mit modernster Technologie ausgestattet, einschließlich hochauflösender Displays und audiovisueller Systeme, die einzigartige und beeindruckende Erlebnisse ermöglichen. Die flexiblen Innenräume können je nach Bedarf angepasst werden, um Veranstaltungen verschiedener Größen und Art zu beherbergen. 54.000 m² der Außenfläche sind mit 57,6 Mio. LEDs bestückt, die 1,2 Mio. Bildpunkte ergeben und die weltgrößte LED-Wand bilden. Und ja, wenn wir dann schon mal da sind, können wir auch über den Las Vegas Boulevard, den bekannten Strip, fahren und wer weiß, wenn wir‘s fühlen, können wir ja halten und in eines der Casinos reinschnuppern oder so.
Als wir Las Vegas am Horizont erblicken wird uns allerdings die Entscheidung bereits abgenommen. Der Himmel öffnet auch hier seine Pforten und es fängt an ordentlich zu regnen. Erinnert mich ein wenig an Miami. Trotzdem machen wir uns auf in Richtung Sphere und Strip und verbringen die nächsten zweieinhalb Stündchen nicht schlecht staunend in Freddie. Ich lieb´s ja sehr, dass Freddie mir ein unglaublich heimeliges Höhlengefühl gibt, hier haben wir es warm und trocken und dennoch trägt er uns wohin wir grade möchten und bietet und auch bei strömendem Regen unfassbare Ausblicke auf Orte von denen wir schon so viel gehört haben. Ein wenig als könnte man aus seiner Komfortzone heraus dennoch ganz viel erleben und genauso ist es einfach, wie besonders das ist macht mich mehr als dankbar. Ich bin ein wenig überfordert all das Blinken, die digitalen Werbetafeln und verrücktesten Casinos und Hotels zu verarbeiten, aber sitze gleichzeitig grenzdebil grinsend und staunend wie ein achtjähriges Kind im Erlebnispark auf dem Beifahrersitz. Auch Christian ist fasziniert, recht still und teils mir mit, dass dieses Geblinke und diese ganz andere Stadt einen ganz bestimmten Teil seines ADHS – Hirns auf eine ihm unbekannte Weise total stimuliert und ihn super entspannt. Same here … not 😉. Als wir die blinkenden Lichter langsam hinter uns lassen und zu einem Walmart im Wohngebiert fahren, bin ich so müde, dass ich gut und gern ein paar Stündchen Mittagsschlaf machen könnte. Aber es war genau die perfekte Dosis an Großstadt für heute.
Bei Walmart füllen wir unsere Frische-Vorräte auf und machen uns danach auf den Weg zum Amazon Locker. Hier packen wir eine HANDbetriebene Kaffeemühle, einen Sandwichtoaster für den Gasgrill (hihi, was es nicht alles gibt), eine neue Leggins für mich (weil eine meiner eingepackten mittlerweile löchrig ist), eine neue kleine Leckerlitasche für Bella und ein paar andere Schätze aus. Ich denke mir danach, was Freddie eigentlich für ein Platzwunder ist, dass wir schon so viele Bestellungen erfolgreich und ohne Platznot in ihm verstauen konnten.
Nach einem köstlichen Stopp bei einer In´n´Out – Burger Filiale (wie köstlich ist bitte ein „Animal Style“- Burger und die genauso angerichteten Pommes?!) machen wir uns auf aus der wahrscheinlich verrücktesten Großstadt, die ich bisher gesehen habe und bringen einige Kilometer hinter uns. Kurz vor Sonnenuntergang rumpeln wir mit Freddie mal wieder über eine sehr verlassene Schotterpiste und finden ein schönes Plätzchen an der Big Dune in Nevada, die nicht allzu weit vom Death Valley entfernt ist, was wir als nächstes anfahren wollen. Wie verrückt es einfach ist, dass wir uns mittlerweile fast schon daran gewöhnt haben, in unglaublichen Weiten in sehr trockenem und warmem Klima zu stehen und uns dabei aber wirklich so richtig wohlzufühlen.
Heute Abend geht Christian eine Runde mit Bella, ich versinke derweil in meinem neuen Buch von Rebecca Yarros. Wer auf Fantasy steht…: ich war sofort gefangen, als ich gestern Abend angefangen habe in das Buch reinzuschnuppern und freue mich jetzt schon darüber, mal wieder eine Fantasy Reihe mit Drachen und Magie gefunden zu haben, die ich wahrscheinlich „fressen“ werde.
Heute Abend gibt es für uns noch Nachos mit selbst gemachter Guacamole und dann klingt der Abend ganz entspannt aus. Wir sind schon super gespannt, wie sich der nächste Tag zeigen wird und schlafen voller Eindrücke von Eseln und Las Vegas ein.Læs mere



















Rejsende
😘
Rejsende
👍
Rejsende
oh. Es scheint so als wäret Ihr in einer anderen Welt