• Pizza, Matsch und Schnee

    4.–5. maj 2024, Forenede Stater ⋅ 🌫 4 °C

    Wir werden hier am Plätzchen mit einer zauberhaften Aussicht wach. Kurz überlegen wir, ob wir noch eine Nacht hier bleiben, da heute im Yosemite National Park, dem nächsten Stopp, den ganzen Tag Regen und morgen auch Schnee angesagt ist. Die Aussicht ist fantastisch, aber wir stehen am Rand eines Schotterplatzes, es fahren immer wieder Autos vorbei und da es hier ab mittags auch regnen soll, werden die Serpentinenartigen Schotterpisten nass wahrscheinlich auch nicht so bombastisch zu fahren sein.

    Also entscheiden wir uns für einen gemütlichen Kaffee – und – Berichte – Vormittag und wollen dann schon ein paar der insgesamt gut drei Stunden in Richtung Yosemite National Park düsen. Nachdem Christian eine Runde mit Bella gegangen und Freddie tagesfein ist, tippen und schlurfen wir uns also beide durch den Vormittag.

    Gegen Mittag packen wir unsere sieben Sachen zusammen und machen uns mit den ersten Regentröpfchen auf den Weg. Wir rollen durch den Mittag und nach einer knappen Stunde Fahrt grinst Christian mich an und fragt: „Weißt du worauf ich richtig Lust habe heute? (Spannungspause…) ne richtig gute Pizza“ – Ich grinse nur breit und Christian weiß, dass er 100 Gummipunkte mit der Idee geerntet hat. „Na dann hoffen wir mal, dass wir eine gute finden“ – sagt Christian und sein Grinsen wird noch viel breiter, als er keine 100 Meter später den Blinker setzt und auf den Hof eines Pizza Restaurants fährt. Der Schlingel hatte mal wieder vorher alles schon genau austariert – aber die Überraschung ist gelungen. So verbringen wir die nächste gute Stunde in dem Diner – ähnlichen Restaurant und genießen eine, diesmal typisch amerikanische, leckere Pizza. Das ist ein Frühstück nach meinem Geschmack. Ich finde es immer noch faszinierend, dass wir bisher keine extra Kilos angefuttert haben, obwohl in den letzten Wochen FastFood mal wieder etwas höher im Kurs steht. Aber ist ja perfekt.

    Der weitere Nachmittag plätschert so dahin, im wahrsten Sinne des Wortes, es gießt zwischenzeitlich doch ganz ordentlich. Ab 17 Uhr machen wir uns langsam auf die Suche nach einem Stellplatz. Kalifornien wird durch die Sierra Nevada (spanisch für: „verschneiter Gebirgszug“) längs geteilt. Hier lag schon der Sequoia National Park und auch der Yosemite ist hier gelegen. Bis weit in den Norden zieht sich die Gebirgskette weiter und schaut man auf Maps nach, reiht sich hier ein National Forest an den nächsten. Das macht es uns einfach in diesem Gebiet Stellplätze zu finden. Heute allerdings suchen wir etwas länger, durch den Regen schwimmen wir ein wenig über die ersten Waldstraßen und ich werde ganz schön nervös. Sich festzufahren wäre wahrscheinlich mal eine Erfahrung, aber ich muss sie nicht heute sammeln. Christian findet das ganze nur halb so wild und navigiert Freddie rutschend aber sicher durch den Wald und wieder auf den Asphalt.

    Wir fahren noch ein wenig weiter. Als wir dem Yosemite näher kommen, entdecken wir ein Schild am Straßenrand, das uns darauf hinweist, dass man an bestimmten Tagen aufgrund des hohen Besucherandrangs eine Reservierung für den Yosemite braucht. Kurz nachgeschaut wird uns klar, dass wir heute einen Platz für zwei Nächte suchen sollten. Denn morgen ist Sonntag und an Wochenenden braucht man eine Reservierung und für morgen ist bereits nichts mehr zu holen. Soll uns recht sein, wenn wir einen schönen Platz in der Natur finden, dann bleiben wir dort doch gern zwei Nächte.

    Im Sierra National Forest werden wir schließlich fündig. Hier stehen wir auf einer kleinen Lichtung zwischen vielen Bäumen, ein paar andere Camper, manche mit Zelt, manche mit Camper stehen an anderen verwinkelten Plätzchen in unserer Nähe, aber wir haben unsere Ruhe. Da wir mittlerweile wieder ein bisschen höher stehen ist aus dem Regen mittlerweile Schnee geworden und innerhalb von recht kurzer Zeit stehen wir in einem ganz schönen Winterwonderland. Heute Nacht soll es -4°C werden, eine Feuerprobe für die Funktion unserer Standheizung also.

    Wir gönnen uns noch ein Käffchen mit Zimtschnecke und abends macht sich Christian auf zu einer Schneerunde mit Bella. Als Frau Flausch aus Freddie rausspringt staunt sie nicht schlecht, wo denn das weiße Nass wohl plötzlich herkommt. Bella liebt Schnee und so rast sie wie eine wilde Wutz durch den Puder. Die Standheizung macht aus Freddie tatsächlich eine nochmal gemütlichere Höhle, als er sonst sowieso schon für uns ist. Als die beiden wieder da sind, kuscheln wir uns in Freddie ein und genießen den Abend in unserem warmen, rollenden zu Hause.
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