Yippiedei Yosemite
6.–7. maj 2024, Forenede Stater ⋅ ☁️ 14 °C
Wir sind gestern wohlweißlich recht früh ins Bettchen gegangen, weil wir heute Morgen ein paar „Termine“ haben 😉. Es ist der 06.05. und Hans-Dieter hat Geburtstag. Wir wussten, dass wir ihn in einer Kaffeerunde in Holungen (wo er und Karin gerade zu Besuch sind) gut erreichen würden. Da heißt es dann halt auch mal um sieben Uhr aus den Federn schlüpfen. Aber für die Liebsten stellt man sich doch mehr als gern einen Wecker. Leider ist die Verbindung nicht die Beste und das Bild ist recht verpixelt. Aber für ein gepfeffertes Happy Birthday für Hans-Dieter und ein paar Winkerchen für Karin, Omma Ida, Tante Luise, Heike und den restlichen Besuch reicht die Verbindung immerhin. Richtig schön alle zu sehen, schade, dass die Verbindung nicht für einen ausführlicheren Schnack reicht.
Danach greifen wir sofort wieder zum Telefon, denn wir haben noch ein Date mit frischgebackenen Eltern. Daniel und Rebecca sind seit zwei Wochen Eltern vom kleinen Leo und wir dürfen ihn heute am Telefon kennenlernen. Der Empfang in Duisburg ist besser als der in Holungen und so wird es ein ganz schön langes Videodate. Es ist super schön eine ausgedehnte Schnackrunde zu halten und uns über die so ganz unterschiedlichen Abenteuer der letzten drei Monate von uns Vieren (plus zwei halbe 😉) auszutauschen.
Witzigerweise starten wir nach den Telefonaten dennoch recht früh in den Tag. Christian geht mit Bella, ich bereite Kaffee vor und setze mich an die beiden Kurzberichte der letzten beiden Tage, bevor es dann heute für uns in und durch den Yosemite National Park geht. Der Morgen ist voll, aber richtig schön und anders ereignisreich. Nach dem Schneetag von vorgestern ist es irgendwie verrückt, dass die Sonne heute von einem knallblauen Himmel strahlt und die Temperaturen in Freddie auch ohne Standheizung bei angenehmen 20 und ein paar gequetschten Grad liegen. Das verheißt richtig gutes Wetter für den Yosemite.
Um 13 Uhr schaffen wir es uns vom Stellplatz aufzumachen und sind super begeistert davon, dass wir nur 10 Autominuten von der südlichen Einfahrt zum Yosemite National Park umsonst im National Forest stehen konnten. Das mit den Stellplätzen ist einfach wirklich ein ganz schöner Luxus hier in den USA (ich bin jetzt schon gespannt, wie das in Kanada werden wird und hoffe auf ähnlich entspannte Möglichkeiten). Los geht’s also, vor uns an der Einfahrt warten nur ein paar Autos und dann geht es schon rein in den Park und erstmal zum Visitor Center, an dem wir sowieso vorbeikommen. Hier gibt es eine Dumping Station und wir können Frischwasser auffüllen. All das braucht immer ein wenig, aber hier gibt’s viel zu schauen. Ein riesiger Schmetterling verirrt sich in Freddie, wir stehen sofort neben einem reißenden Fluss, es rauscht und plätschert ordentlich, Bäumen wiegen sich im Wind, um uns herum strecken Granitberge ihre Wände in dem Himmel und das Frischwasser schmeckt so gut, dass wir erstmal sofort eine Flasche leeren. Nachdem das Abwasser leer und unser Frischwasser aufgefüllt ist, halten wir noch am Pioneer Yosemite History Center und wandeln durch ein kleines Freilichtmuseum. Hier ist eine kleine Siedlung alter Holzhäuser und vor jedem findet man die jeweilige Geschichte der Familien, die dort gewohnt haben. Richtig schön aufgemacht.
Nach dem Stopp geht es weiter immer der Nase nach. Hier gibt es kaum Stichstraßen, bzw. die Straße zum Mariposa Grove und auch die zum Glacier Point sind beide wegen Schnee und Eis noch gesperrt, also fahren wir die einzig mögliche Straße immer in Richtung der bekannten Tunnel View. Es geht über Serpentinen auf und ab, zwischenzeitlich leuchten atemberaubende Aussichten hinter der nächsten Kurve auf, Wasserfälle kreuzen die Straße und uns gefällt das bergige, kurvige und waldige und der Duft in der Luft ganz schön gut.
Ein gutes Stündchen geht es so auf und ab. Als wir uns die Karte anfangs angeschaut haben, dachte ich „Wie wenig von der ganzen Parkgröße ist von Straßen erschlossen, da ist man ja bestimmt ganz flugs durch gefahren“. Weit gefehlt. Auch wenn wir heute nur eine Straße entlang fahren werden, die Strecke ist ordentlich und … wahnsinnig schön. Als wir um die nächste Kurve fahren sehen wir einen Wagen am Straßenrand und daneben ein Pärchen mit Kameras und wirklich gigantischen Objektiven. Ich sag ganz lapidar „Uh, vielleicht haben sie Bären entdeckt“ und im nächsten Moment sehe ich einen Bären, wie er ganz verwirrt in Richtung Straße schaut. Christian sieht ihn auch und es braucht einen Augenblick, bis wir das verarbeiten. Christian fährt noch ein Stück weiter und wendet dann. Es ist eine unserer größten Hoffnungen gewesen während unserer Reise Bären in der Wildnis zu sehen, also genau da, wo sie auswählen wohnen zu wollen. Wir parken vor dem Auto des Kamera Paares und sind ganz aufgeregt. Ich erhasche am Anfang einen Blick auf 3 Bären, zwei davon kleiner als der andere und sie sind vielleicht 200 Meter von Freddie entfernt den Abhang herunter. Wahnsinn. Ich mache meine Kamera fertig und steige langsam aus. Leider läuft der Mann von dem Paar gerade mit seinem Teleobjektiv den Abhang herab geradewegs auf die Bären zu (sowas versteh echt wer will), so dass diese sich natürlich abwenden und ins Tal hinab laufen. Ich bekomme die Tiere über den Sucher leider nicht gefunden und gebe meine Kamera an Christian weiter. Wir beide sind ganz baff von dem Schauspiel und bekommen kurze Zeit später wieder einen der kleineren Bären zu sehen, der ziemlich schnell auf einen Baum zuhält und diesen in einem Affenzahn hoch rast. Ich wusste ja, dass Bären klettern können, aber dass sie so gute Kletterer sind hätte ich mir nicht vorstellen können. Der Kleine klettert bestimmt 15 Meter in die Höhe und stellt sich auf eine Astgabel, von der ich mir sicher gewesen wäre, dass der Seitentrieb ihn bestimmt nicht tragen kann. Wahnsinn! Wir schaffen es sogar den Klettermax auf Kamera einzufangen und schauen zu, wie er von seinem Thronplatz aus sein Umfeld genau in den Blick nimmt. Christian geht zum Auto und bereitet dort das Stativ mit unserem Spektiv vor, um eventuell noch besser aus der Ferne beobachten zu können. Währenddessen macht sich der Bär allerdings an den Abstieg und verschwindet aus meinem Blickfeld. Schade.
Wir bleiben noch ein wenig, aber die Bären lassen sich nicht noch einmal blicken. Als wir weiter fahren schauen wir nach, um was für eine Rasse es sich wohl gehandelt hat, denn die Bären waren braun aber recht klein. Beim Nachschauen wissen wir nach kurzer Zeit, dass es Schwarzbären gewesen sein müssen, die oft auch in braun oder blond daher kommen. Hier im Park wohnen zwischen 300 und 500 von ihnen und wir können unser Glück gar nicht fassen, dass wie beide 3 von ihnen erspähen durften. Mit einem breiten Grinsen fliegen wir die nächsten Kilometer über die Serpentinen und um die Kurven und sind ganz beschwingt.
Eine weitere Stunde vergeht, bis wir die bekannte Tunnel View erreichen. Man fährt durch einen Tunnel und dahinter eröffnet sich einem der Blick auf das Yosemite Valley, die riesigen Granitberge, ein Tal aus Wald und den Half Dome, einen Berg aus Granit, der abgebrochen scheint und so eine ganz besondere Form hat. Die Aussichten sind gigantisch und wir rollen in das Tal hinab und halten an dem Brides Vail Fall, einem zauberschönen Wasserfall, der sich ins Tal ergießt und dabei an einen Brautschleier erinnert. Das Wasser, das auf die Steine prallt und in einem reißenden Fluss endet, tönt schon ganz schön laut und prescht durch die Landschaft. Mal wieder sind die Eindrücke so ganz anders und atemberaubend schön.
Wir rollen weiter immer der Straße nach, am Fluss entlang der gesäumt ist von Wiesen, versteckten Picknickplätzchen und Campingplätzen. Einen weiteren Halt machen wir kurz vorm El Capitan einem als Kletterparadies bekannten Granitmonster, dass bekannt dafür ist, dass es sehr herausfordernde Kletterrouten birgt. Hier ist ein großer Picknickplatz mit Blick auf einen Wasserfall, der sich über die Kanten des Granitbergs ergießt und der dadurch besonders schön im Sonnenlicht daherkommt. Wir schanbulieren ein Müsli und genießen ein paar Momente in dieser unwirklich schönen Kulisse. Manchmal muss ich mich selbst kneifen und mir bewusst machen, dass ich hier wirklich sitze und dass all das von der Natur geformt wurde. Eindrücke, die wirklich nur schwer zu greifen sind. Gern würden wir hier Wanderwege und Natur erobern, aber durch meinen Fuß und die Einschränkungen, die es für Hunde gibt, sind uns ein wenig „die Füße gebunden“. Aber wir sind hier und dürfen diesen Ort besuchen, das ist schon so besonders, dass es uns ganz schön glücklich macht. Hier spontan einen Campingplatz Spot zu ergattern ist so gut wie unmöglich. Monate im Voraus wird tatsächlich eine Lotterie für die Plätze eröffnet, auf die man sich mit Reservierungsgebühr bewerben muss und dann geht der Großteil der „Bewerber“ leer aus. So weit im Voraus haben wir noch nie und werden wir auch nie unsere Reisen planen und das ist okay.
Wir fahren nach unserem Stop aus dem Valley hinaus und halten auf Hetch Hetchy zu, ein Valley das bekannt für einen großen Damm ist. Wir haben mittlerweile kurz vor Sonnenuntergang und entscheiden uns dazu, den Damm heute nicht mehr anzufahren, sondern in den Stanislaus National Forest abzubiegen, um am nächsten Tag Hetch Hetchy mitzunehmen. Wir finden einen zauberhaften Spot und fühlen uns sofort wohl. Christian macht sich mit Bella auf und ich bereite Essen vor. Der Abend wird entspannt und der wundervolle Tag arbeitet nach.Læs mere


















Rejsende
Wow Super. Zum😃 Duschen wohl zu kalt
Rejsende
Ha hätte ich es nicht gewusst, hätte es auch ein Eichhörnchen sein können. 😘
Rejsende
Toll