Wald, Wiese und Wasser
7.–8. maj 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 23 °C
Das Verarbeiten der Eindrücke vom gestrigen Tag, hat etwas mehr Zeit benötigt und so gönnen wir uns eine kleine Mütze extra Schlaf. Nachdem Leben in Freddie kommt, sind wir beide ganz verzaubert vom Anblick, der sich hinter den Heckscheiben erblicken lässt.
Wir stehen wirklich mitten in einem traumhaft schönen Wald, um uns herum lautet Bäume und es ist zur Abwechselung mal kein dicht bewachsener Waldboden. Dort wo der Boden nicht von Nadeln bedeckt ist, haben wir den Blick auf ein grünes Grasmeer. Bella kann es mal wieder nicht erwarten und wartet ungeduldig, dass die Tür aufgemacht wird und springt dann auch – natürlich die Erlaubnis abwartend – direkt aus Freddie und läuft erstmal fröhlich über den Platz. Drei Waldkinder sind wir also. Gut, dass es in Kanada vom Wald genug geben wird.
Während der Runde durch den Wald mit Bella kriege ich kaum genug von all dem Grün, den Bäumen und den Geräuschen der Vögel um mich herum. Nachdem wir gestern Abend auf einer Lichtung, die schon zum Yosemite National Park gehört, ein gutes Dutzend Maultierhirsche gesehen haben, habe ich Bella vorsorglich an die Leine genommen. Eine gute Entscheidung, da nach einiger Zeit ein Hirsch mitten auf dem Weg steht und von uns beiden überhaupt keine Notiz zu nehmen scheint. Bella steht angespannt und aufgeregt wie ein Flitzebogen neben mir. Ich warte etwas, räuspere mich dann kurz und werde dann irritiert angeschaut. Der Hirsch verlässt den Waldweg und hinter ihm folgt dann der Rest der Familie, der mich und Bella beim vorüber Gehen genaustens beobachtet. Nach dieser Begegnung fällt mir wieder ein, dass wir gestern – wenn auch in einiger Entfernung – erstmalig Schwarzbären in freier Wildbahn gesehen haben. Verträumt, dankbar und schwer verliebt in all die Natur um mich herum, stehe ich dann wenig später wieder vor Freddie und werde mit „Hallo Gandalf“ begrüßt. Wir schauen beide lachend auf den Wanderstock, den ich gestern Abend schon mit auf der Runde hatte.
Gestärkt mit Kaffee fahren wir los und verlassen diesen wunderschönen Ort. Nach kurzer Zeit sind wir wieder auf der asphaltierten Hauptstraße in Richtung des zweiten Teilbereichs des Nationalparks unterwegs, Hetch Hetchy. Eine knapp 20 Kilometer lange Straße führt oberhalb des Tals zum O’Shaughnessy Staudamm und wir sind beide sehr angetan vom Blick auf das unter uns liegende Tal. Der richtige Blickfang ist aber ein Wasserfall, der sich mächtig in den Stausee ergibt. So richtig ist aber keiner von uns beiden in Aussteiglaune und so fahren wir lediglich die malerische Route entlang. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir fast die ganze Zeit über unsere Vorstellungen von der Zukunft philosophieren und diskutieren. Das Sabbatical war über mehrere Jahre Fixpunkt von Ideen, Erwartung und Planung. Etwas strukturierter was berufliche Vorstellungen, das Reisen, das Wohnen und das Leben angehen, aber ohne ganz konkrete Pläne verlassen wir gegen Mittag dann das Gebiet des Yosemite National Parks und des Stanislaus National Forest.
Das programmierte Ziel im Navi ist die Golden Gate Bridge, uns ist aber schon klar, dass wir diese heute nicht mehr erreichen. Stellplätze gibt es im Gebiet um San Francisco wie Sand am Meer, aber viele der Plätze sind nicht mehr als Parkplätze am Straßenrand. Ich hatte vor unserer Abreise gelesen, dass die Stadt mittlerweile einen Ruf als ziemlich unsichere Stadt hat, und richtig drauf anlegen wollen wir es nicht. Auch wenn wir am Straßenrand recht unscheinbar wirken, lassen sich die auffälligen deutschen Kennzeichen nicht wegzaubern. Das auserkorene Ziel ist ein Walmart-Parkplatz noch vor „Frisco“, bei dem in den Kommentaren der umherfahrende Sicherheitsdienst positiv erwähnt wird. Nach dem zweiten Kaffee des Tages – mal wieder von der Kette aus Seattle – und einer weiteren Tankfüllung, haben wir noch etwas über eine Stunde bis zum Walmart und haben beide von dem Fahrtag so langsam genug. Ich steuere spontan noch einen kleinen öffentlich Campingplatz auf einer Halbinsel an, die auf der einen Seite vom Lake Sherman, auf der anderen Seite vom Sacramento River umgeben ist. Es gibt keine richtigen Stellplätze, sondern nur reguläre Parkplätze und Toiletten; für 35$ könnten wir aber zwei Nächte bleiben und so lösen wir dankbar das Parkticket.
Wir genießen beide eine Runde über den Platz und spazieren am kleinen Strand entlang, schauen einem Angler und einem Kite-Surfer zu. In Freddie angekommen, lassen wir den Abend gemütlich Ausklingen und verputzen eine Runde leckerer Sandwich-Toasts. Welch eine Bereicherung dieses Gadget für knapp 20$ doch ist. Später gibt es noch Nachos mit Guacamole. Hanna gönnt sich beim Rauschen der Wellen von Fluss und See noch eine Fluppe. In ein paar Metern Abstand leisten ihr ein paar Waschbären Gesellschaft, die um die Mülltonnen herum auf der Suche nach verwertbaren sind. Bella ist von der äußerem Form der Waschbären verwirrt, die auf den ersten Blick wie Katzen mit Haltungsschäden aussehen, aber durch ihr freches Keckern fremd für sie erscheinen. Aufmerksam wie ein Wachhund verfolgt sie das bunte Treiben.Læs mere









RejsendeHey Heute ist bei uns Euer Pizzaofen zum Einsatz gekommen. Es war wieder sehr lecker.😊 ( so neidisch ich binnicht bei Euch sein zu können,) sei es mir gestattet Euch etwas neidisch auf selbstgemachte Pizza zu machen. 😍 Es ist wieder mal ein toller Bericht ❤️
RejsendeWas für eine schöne Bezeichnung für die Waschbären, "Katzen mit Haltungsschäden" 🥰 Ich bin schon in Erwartung auf euren Bericht über San Francisco. Ich hoffe dem Kopf geht es besser. 😘🤗