• Einkaufen, Wäsche, Burger und Bier

    10.–11. maj 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 24 °C

    Ob es am Wein gelegen hat, an der Tatsache, dass wir aus den letzten Tagen viel zu verarbeiten haben oder an einer Mischung aus beidem, wissen wir selbst nicht so genau. Der Schlaf war aber definitiv nötig und hätte gerne auch noch etwas länger sein können. Aber um kurz vor zehn darf dann auch schonmal der Tag anbrechen.
    Wir stehen mit Freddie unter ein paar Bäumen und sind so vor der Sonne geschützt. Während der Kaffee langsam kocht, machen wir Freddie gemeinsam fertig für den Tag. Wir genießen beide den Kaffee bei offener Tür und den Blick auf die wilde Wiese des Grundstücks. Während Hanna am Bericht tüftelt, mache ich mich mit Bella auf den Weg durch die erbarmungslose Sonne. Über 30 °C sollen es hier heute werden und wir sind gefühlt nicht mehr weit davon entfernt.

    Zurück an Freddie, bekommen wir Besuch von Andrew, dem Winzer. Wir erhalten noch ein paar wertvolle Einblicke in die Umgebung, tauschen uns über die Natur und die Veränderungen in der hiesigen Gegend aus. Am Ende kaufen wir noch eine neue Flasche Syrah.
    Gegend Mittag machen wir uns auf den Weg gen Norden, aber nicht ohne vorher noch im nächsten Ort kurz beim „The Lost Frenchman“ zu stoppen. Wie der Name vermuten lässt, gibt es hier Pizza und wann hat jemals eine Pizza zum Frühstück nicht geschmeckt. Frisch gestärkt geht es weiter. Parallel zum Highway 101 verläuft die „Avenue of the Giants“, eine etwa 40 Kilometer lange malerische Route an Küsten-Mammutbäumen, den Redwoods, vorbei. Diese stehen dicht an dicht und zum Teil erreicht das Sonnenlicht nicht mal mehr den Boden. Auch wenn es sich bei diesen Bäumen nur um Verwandte der Bergmammutbäume handelt, füllen wir uns sofort in den Sequoia National Park zurückversetzt und genießen die Fahrt fast schweigend.

    Nachdem wir die Avenue hinter uns gelassen haben, erreichen wir die Stadt Eureka. Hier leben zwar nur knapp 30 Tausend Menschen, es ist aber die größte Stadt im Umkreis und vor der Grenze zum Bundesstaat Oregon. Wir nutzen die Gelegenheit und kümmern uns um die Dinge, die im Haushalt so anfallen. Der Großeinkauf im lokalen Walmart fällt recht klein aus, da dieser zurzeit renoviert wird und es keine Obst- bzw. Gemüseabteilung gibt. Direkt um die Ecke wird mal wieder im Fitnessstudio geduscht. Danach geht es weiter zu einem Waschsalon, bei dem per Kreditkarte gezahlt werden kann – die letzten physikalischen Dollar haben wir heute Morgen ja gegen die Flasche Wein getauscht.
    Während Hanna die Wäsche übernimmt, fahre ich zu einem weiteren Supermarkt und kümmere mich um die fehlenden Einkäufe. Wenig später bin ich zurück am Waschsalon und natürlich ist es mal wieder Freddie, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Während ich die Einkäufe verstaue, die Erdbeeren wasche und zerteile, unterhalte ich mich angeregt mit dem älteren Herrn vom Parkplatz direkt neben Freddie über unsere Reise, den Ausbau, die Vor- und Nachteile eines kompakten Sprinters. Nach einiger Zeit werden wir von der Angestellten der Trockenreinigung neben dem Waschsalon unterbrochen, die um Hilfe bittet – ihr Autoschlüssel befindet sich im verschlossenen Fahrzeug. Der ältere Herr schnappt sich den dargebotenen Kleiderbügel und versucht – leider – erfolglos, das Auto zu öffnen. Hanna ist mittlerweile mit der sauberen und zusammengelegten Wäsche zurück an Freddie und während wir diese wegräumen, können wir der Ausgesperrten lediglich Hilfe in Form eines Handyladegerätes anbieten – der Akku ist so gut wie leer und die Melodie der Warteschleife bei der amerikanischen ADAC-Variante verspricht nicht unbedingt schnelle menschliche Unterstützung.

    Gut eine halbe Stunde später machen wir uns dann auf den Weg. Weiterhelfen können wir nicht und zwei weitere Samariter versuchen gerade den Wagen mit Hilfe des Kleiderbügels zu öffnen. Ein weiterer Supermarkt muss angesteuert werden, die Misopaste, für die von Hanna (und mittlerweile auch mir) geliebte Ramensuppe, hat sich dem Ende geneigt und war in den letzten Supermärkten nicht im Sortiment oder ausverkauft.

    Nach einer Runde mit Bella in der untergehenden Sonne leiste ich Hanna noch im Supermarkt Gesellschaft. Die Kette Target haben wir schon ein gutes Dutzendmal gesehen, aber tatsächlich heute das erste Mal betreten. Die Produktpalette ist ähnlich umfangreich wie bei Walmart, die Aufmachung im Innern wirkt aber moderner und frischer. Bewaffnet mit der gesuchten Misopaste und ein paar anderen Zufallsfunden machen wir uns auf zurück zu Freddie und dann geht's weiter in den nächsten Ort.
    Auf dem Parkplatz des dortigen Gemeinschaftszentrum finden wir in Gesellschaft von einem Dutzend anderen kleinen Vans einen Platz für die Nacht.
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