Fahren, fahren, fahren
12–13 Mei 2024, Amerika Syarikat ⋅ ☀️ 14 °C
Es ist Sonntag und fühlt sich immer noch ein wenig eigenartig an, gestern keinen Bericht freigeschaltet zu haben. Gestern habe ich auch erstmals niemandem Bescheid gesagt, dass wir keinen Empfang haben könnten und ich möchte nicht, dass sich jemand sorgt, aber gut, nun kann ich auch niemandem Bescheid geben. Ich tippe eine Nachricht an Mama, weil heute ja auch Muttertag ist und bin gespannt, wann dieser wohl zugestellt wird. Dann machen sich heute zur Feier des Tages mal Christian und ich gemeinsam mit Bella auf zu einer Morgenrunde. Nachdem ich es geschafft hatte im Sequoia National Park mit Fußstütze und hohen Wanderschuhen nochmal so blöd auf einen Stein zu treten, dass ich meinen Bänderriss nochmal aufgefrischt hatte, war ich die letzten Tage bzw. Wochen extra vorsichtig und kaum noch mit Bella unterwegs. Das fehlt mir tatsächlich sehr, aber mittlerweile ist wieder ein echter Knöchel zu erkennen und ich nehme mir vor ganz genau auf den Weg zu schauen und nicht Hans Guck in die Luft zu spielen.
Die Runde ist zauberhaft und führt einerseits durch Wald und andererseits durch Dünen. Es ist schon besonders zu sehen, wie Nadelbäume auch mitten im Sand zu wachsen scheinen. In der Ferne hören wir den Pazifik, den Strand steuern wir allerdings nicht an, da hier Vögel nisten und Hunde daher nicht erlaubt sind. Sie Landschaft an sich ist aber auch ohne Meer so beeindruckend, dass wir die Runde sehr genießen. Allerdings sind durch viele stehende Süßwassertümpel einige Stechmücken unterwegs, deren Gegenwart wir seit der Zeit in der Wüste nicht mehr so wirklich gewöhnt sind. Dafür treffen wir auf eine Schlange,Kaulquappen und Frösche, die sich hier sichtlich wohl fühlen. Nach guten drei Kilometern erreichen wir einen Punkt auf dem Rundweg, an dem wir überlegen können, uns die Schuhe auszuziehen und Wadentief durch eine Riesenpfütze zu laufen oder kehrt zu machen und an der nächste Kreuzung einen anderen Weg einzuschlagen. Wir entscheiden und für zweiteres und genießen den Rest der Runde mit dem Duft von Pinien in der Nase und dem fernen Rauschen von Wellen in den Ohren. Zurück am Parkplatz treffen wir auf ein paar Hundebesitzer, die sich gerade fertig machen für eine gemeinsame Gassirunde. Bella freut sich total darüber, gleichgesinnte Fellnasen zu treffen; sie ist die letzten Wochen durch all die Restriktionen der Nationalparks ein wenig zu kurz gekommen und hat kaum andere Hunde zum Herumtollen getroffen.
Wir trinken noch ganz gemütlich einen Kaffee am Platz und Christian bereitet ein Müsli für die Fahrt vor. Bei mir meldet sich ziemlich plötzlich mein Kopf und innerhalb von ziemlich kurzer Zeit wird mir klar, dass mein Körper mich heute mit einer Migräne beschert. Ich nehme Medikamente aber stehe leider noch eine ganze Zeit lang ziemlich neben mir, während die Schmerzen über die nächsten Stunden langsam abklingen. Die Tabletten machen ordentlich müde und so bin ich ein wenig froh darüber, dass unser einziges Ziel für den Tag ist nordwärts zu fahren und irgendwann anzukommen.
Wir fahren heute den Küstenweg, vorbei an wunderschöner Landschaft, die uns zwischenzeitlich an Irland erinnert, aber auch was ganz Eigenes hat. Seit wir in Oregon sind, begleiten uns in regelmäßigen Abständen Straßenschilder, die darauf hinweisen, dass wir uns in einer „Tsunami Hazard Zone“ befinden, inklusive Anleitungen, wie man sich verhalten soll, wenn man ein Erdbeben verspürt, dass länger als 20 Sekunden anhält. Es scheint total verrückt, dass hier durch zwei tektonisch aufeinandertreffende Platten, das Risiko für Tsunamis besteht. Außerdem ist diese landschaftliche Diversität einfach irre: Wald, Berge, Dünen, felsige Klippen, weites Meer und an Schildern am Straßenrand Hinweise darauf, dass man hier von Elchen, über Bären bis hin zu Walen all diese unterschiedlichsten Tierarten sichten könnte. Oregon, auf jeden Fall der kleine Teil, den wir beim hindurch fliegen so bestaunen dürfen, gefällt uns wahnsinnig gut. Gern würden wir hier irgendwann mal hin zurückkehren, um diesen Teil der USA genauer zu durchforsten. Wir bereuen keinen unserer Stopps der letzten drei Monate, aber dennoch merken wir, dass uns die Westküste wirklich gut gefällt und wir gern mehr Zeit hätten, um diese zu erforschen, ohne zeitliche Einbußen in Kanada in Kauf nehmen zu müssen. Aber man kann nicht alles haben, also verfolgen wir das Ziel nach einem Stopp im Olympic National Park und in Seattle in ein paar Tagen in Kanada anzukommen.
Im Laufe des Tages gönnen wir uns einen Fahrt-Kaffee bei Starbucks und stoppen nach ein paar Stunden mal wieder bei einem Amazon Locker nahe Portland, danach fahren wir nochmal ein paar Stündchen weiter und kommen zum Sonnenuntergang in einem State Park an, den wir spontan gebucht haben. Um nicht noch kochen zu müssen, haben wir uns 20 Minütchen vor dem Ziel des Tages bei McDonalds ein vitaminreiches Abendessen abgeholt. Schon bevor wir beim Stellplatz ankommen, merken wir, dass ein wenig Durchatmen gut wäre, nachdem wir in den letzten zwei Tagen über 900 Kilometer in Richtung Norden gefahren sind. Wir buchen den Platz also für zwei Nächte und sind froh als wir ohne Kopfschmerzen, mit vollen Bäuchen und müden Gliedern ankommen. Christian geht sofort ein Ründchen mit Bella und als wir uns in Freddie eingerichtet haben, schauen wir noch den Ghostbusters Film zu Ende. Danach lese ich noch was und Christian testet sein neues Spielzeug aus. Der Abend wird zur Nacht und wir schlummern selig und mit dem Gedanken daran, morgen den ganzen Tag nur ein paar Berichte schreiben zu müssen, ein.Baca lagi




PengembaraManno man, diese Knickfüße. Wenn ich das lese hab ich ein Kribbeln im..... Ich kann es nachfühlen. Also noch besser aufpassen und schön langsam machen. Gute Besserung und schmerzfreies Laufen wünsch ich Dir!! 😘
Pengembara
Da habe ich aber erstmal suchen 🧐😘 müssen
PengembaraDem schließe ich mich an 🙄😂