• Immer Richtung Olympic am Meer entlang

    14–15 Mei 2024, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 15 °C

    Wir werden recht spät und leicht gerädert wach. Ich merke schon beim Aufwachen, dass mich ein bis 15 Mücken als Mitternachtssnack hatten und habe mehrere ordentliche Flatschen, die sich durch wirklich unangenehmes Jucken bemerkbar machen. Das habe ich nun wirklich nicht vermisst!

    Dafür ist es angenehm kühl in unserem im Schatten geparkten Heim und dafür bin ich sehr dankbar. Ich pelle mich aus dem Bett und mache mich auf zu einer Runde mit Bella. Vom Campingplatz aus führen eine ganze Reihe an Wanderwegen durch die den Platz umgebende Natur. Es sind nicht viele Leute unterwegs und so kann Bella auch ein gutes Stück ohne Leine die Gegend um uns herum auf dem Trail erkunden. Dafür, dass wir ganz nah am Meer stehen, bekommt man von selbigen nichts außer einem fernen Rauschen mit. Der Wald, dessen Baumwipfel bis hoch in den Himmel ragen ist aber super schön naturbelassen, vermoost und ganz verwunschen. Man fühlt sich schnell schön einsam und kann ordentlich durchatmen, die frische Morgenluft tut wahnsinnig gut.

    Wieder an Freddie angekommen, hat Christian schon den Kaffee aufgesetzt, der auch ganz bald nach unserer Rückkehr bereit ist getrunken zu werden. Christian hat das gesamte Fahrerhaus auf dem Tisch des Platzes ausgebreitet und hat sich auf eine große Putzaktion der Kabine eingestellt. Gestern haben wir von Amazon neue Naturseife abgeholt. Mandelduft war der einzige Geruch, der per Prime lieferbar war und währen ich den Geruch von Mandelöl wirklich gern mag, gehöre ich zu den Leuten, die Marzipan ganz eklig finden. Leider riecht die Seife genau danach; gut, dass wir nun zwei Liter Seife, die auch als Duschmittel und Shampoo nutzbar ist, haben 😂. Für mich wird der Geruch erträglicher, als ich mir einrede, dass es sich um Amaretto Geruch handelt und nicht nach Marzipanblöcken riecht. Nach der Putzaktion ist Freddie also unser kleines Amaretto Mobil 😉.

    Der Vormittag vergeht, während wir den Kaffee und ein Müsli genießen, ich ein wenig lese, Christian den Putzlappen schwingt, ich Duschen gehe und danach spüle und Freddie weitestgehend für die Abfahrt bereit mache, während Christian eine Dusche genießt. Dann wird natürlich noch die Abwasserstation mitgenommen und der Wassertank mit Frischwasser befüllt und schon sind wir wieder on the road.

    Heute steht auf dem Plan weiter nordwärts zu fahren. Bevor wir die Grenze nach Kanada passieren, möchten wir dem Olympic National Park und Seattle noch einen Besuch abstatten. Beides befindet sich ungefähr auf einer Höhe und Stopp No. 1 ist der Nationalpark. Bis dorthin sind es noch viereinhalb Stunden Fahrt laut Google, daher heißt es: Gemütlich ins Fahrerhaus kuscheln, Hörbuch auf die Ohren und los geht die wilde Fahrt. Wir genießen die Strecke, die an der Küste entlang führt und nach einem Kaffee von Starbucks für die Fahrt passieren wir die Grenze von Oregon zum Bundesstaat Washington. Ein eigenartiges Gefühl, dass dies der letzte Bundesstaat sein wird, den wir hier in den USA für uns erobern, bevor wir diese quasi „durchgespielt“ haben.

    Washington kommt in einem ähnlichen Gewand her wie Oregon, auf den ersten Blich wirkt es tatsächlich noch ein bisschen dichter bewaldet und auf unserer bisherigen Strecke auch etwas dünner besiedelt. Ganz nach unserer Kragenweite. Gegen 16 Uhr passieren wir das Schild zum Olympic National Forest, der sich südlich vom Nationalpark befindet. Recht mittig vom Nationalpark trohnt der Mount Olympus mit 2432 Metern und einer weißen Spitze, die wir bereits von hier aus bewundern können. Wir tauschen uns kurz aus, wie viel Fahren wir für den Tag noch fühlen und kommen überein, dass wir doch nicht im National Forest einen Platz suchen, sondern noch ein wenig weiter düsen wollen. Kurz danach passieren wir das Eingangsschild zum Nationalpark und nicht viel später erstreckt sich neben uns der Pazifik im schönsten Gewand. Keine halbe Stunde später, die wir entlang der Küste gerollt sind stolpern wir über einen Campingplatz in der Kalaloch Region, der sofort am Pazifik gelegen ist. Christian fragt, ob wir hier schauen sollen, ob noch ein Platz frei ist, da wir auf unserer Reise wahrscheinlich nicht mehr so oft an Meer stehen werden. Die Logik ist bestechend und wir biegen auf das Gelände ab. Nachdem wir alle Loops abgefahren sind, lächelt uns noch ein letzter Platz mit direktem Meerblick an. Das ist ein Zeichen und so parken wir kurzerhand ein, füllen die Registrierungskarte aus, die wir von der Einfahrt aus mitgenommen haben und können sofort mittels einem QR Code per Kreditkarte zahlen. Die Nacht kostet nur günstigste 12$ und wir sind total happy, dass wir einfach mal geschaut haben. Christian schnappt sich Bella und spaziert mit ihr und der Registrierung zum Einfahrtsbereich um unsere Anmeldung abzuschließen und ich packe den Laptop aus und sitze nun auf dem Bett mit Blick auf den Ozean und Sonne im Gesicht. So schreibt sich der Bericht doch fast von selbst ♥.

    Als Christian wieder kommt berichtet er von einem 36 Meter langen Baum, der als Treibholz angespült unten am Strand liegt. Bella scheint sich auch pudelwohl zu fühlen. Nun steht nur noch die Ergänzung des gestrigen Berichts, ein bisschen Computerkram und das Hochladen des nächsten Berichts auf Find Penguins an und dann schauen wir mal was der Abend noch so bringt. Es ist noch etwas Salat von gestern da, dazu gibt es wahrscheinlich für jeden ein Tösterchen aus unserem Sandwichmaker und dann heißt es die Meeresbrise genießen und den Abend ausklingen lassen.
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