• Olympic National Park

    15–16 Mei 2024, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 20 °C

    Uiii, wie schön es ist mit Wellenrauschen in den Ohren aufzuwachen. Am Meer zu sein ist für mich immer unglaublich beruhigend und der Platz hier ist wirklich zauberhaft. Wir dösen morgens gemütlich mit Möwengekreische und dem eben angesprochenen Rauschen in den Ohren. Dann mache ich mich aber mit Bella auf zu einer gemütlichen Morgenrunde an den Strand, während Christian Freddie übernimmt. Insgeheim hoffe ich ja seit wir hier angekommen sind, in der Ferne eventuell einen Wal im Meer ausmachen zu können, allerdings postulieren die Schilder vor dem Strandabgang, dass die meisten Wale auf ihrem Weg in den Norden, am Anfang des Frühlings gesichtet werden und der ist nun mal leider definitiv vorbei.

    Dennoch genieße ich den Strand und die Meerluft total. Irre, was sich hier für riesige Treibholzstämme am Strand gesammelt haben. Da ist der eine riesige Küsten-Mammutbaumstamm, von dem Christian gestern Abend erzählt hat, nur einer von vielen. Da schlägt sofort mein Sammler- und Dekoherz höher. Es ist ganz schön guter Selbstschutz nur Freddie dabei zu haben, ansonsten hätte ich wohl spätestens hier eine Dekosammlung gestartet. Hier ist aktuell auch richtig wenig los und in einigen Metern Entfernung ist der Strand und die Klippe in Nebel gehüllt, richtig mystisch wirkt das. Bella genießt die Runde sehr und müht sich am Zerlegen vom Treibholz ab, das natürlich herausfordernder zu zerkleinern ist als das Geäst, was sie sonst kennt.

    Zurück an Freddie duftet es nach Kaffee und Christian bittet darum die Tür schnell wieder zu schließen, da ihm frisch ist. Wir überlegen gemeinsam, ob wir hier noch eine Nacht bleiben möchten, entscheiden uns dann aber schweren Herzens dagegen, weil es heute den ganzen Tag bewölkt sein und morgen den ganzen Tag regnen soll. Dann fahren wir lieber heute weiter, genießen den Olympic National Park bewölkt, anstatt morgen im Regen zu stehen.

    Nachdem alles zusammengepackt und festgemacht ist geht die Fahrt los. Zu Beginn noch ein kleines Stück an der Küste entlang und dann ganz bald eher durchs Landesinnere der Olympic Halbinsel. An der Straße säumen sich die Wälder und es liegt ein schwerer köstlich harziger Duft in der Luft. In der Ferne sieht man immer wieder Bergketten. Insgesamt kann für mich aber glaube ich kein Nationalpark mehr an den Sequoia herankommen. Dennoch ist die Natur zauberschön und wir schaukeln gemütlich in Freddie durch die Landschaft. Nach einiger Zeit eröffnet Christian mir, dass er einen Plan hat, was und wo wir heute frühstücken werden und ich bin gespannt, was er sich ausgeschaut hat. Erraten bekomme ich es nicht, aber dafür ist meine Freude umso größer, als wir an einem Laden ankommen, der Frybread anbietet. Dieses hatten wir bisher im Gebiet der Navajo Indianer zweimal als Navajo Tacos. Zur Vorspeise gibt es drei Mini Indian Tacos, als Hauptspeise für mich Lachsnuggets mit Pommes und für Christian ein Frybread mit so etwas wie Pulled Beef. Alles ganz schön lecker und ordentlich sättigend.

    Im Anschluss umfahren wir weiter die Olympic Halbinsel und möchten für einen Spaziergang, auf den diesmal auch Bella mit darf, einen Halt einlegen. Die Route verläuft um einen wunderschönen großen See, der umgeben ist von Wald, und insgesamt 18 km lang ist. Wir schauen, wie die Wegbeschaffenheit ist und nehmen uns vor, dass wir so weit laufen wie es sich gut anfühlt und wir dann zu Freddie umkehren. Diese Art von Wald ist wieder ein ganz dichter Regenwald, die Bäume sind sehr bemoost und immer wieder gibt es kleine plätschernde Wasserfälle, die zum See hinunter plätschern. Wir beobachten Raupen und Eichhörnchen und schlendern die Asphaltrunde immer am Seeufer entlang. Nach guten vier Kilometern kehren wir um und laufen eine kleine Schlaufe um einen Felsabhang, den wir auf dem Hinweg durch einen Tunnel durchlaufen haben. Hier soll sich „The Devils Punchbowl“ befinden, die sich als Brücke über eine fast unnatürlich blau wirkende Ausbuchtung des Sees entpuppt.

    Wieder an Freddie angekommen ist mittlerweile 18 Uhr und wir überlegen, wie weit wir noch fahren möchten. Wir entscheiden uns für ein gutes Stündchen, nach dem wir im Olympic National Forest ankommen, in dem einige Stellplätze ausgewiesen sind. Als sich die ersten beiden Plätze als einfache Straßenbuchten entpuppen, die uns eher nicht so ansprechen, ist der dritte angefahrene Platz ein absoluter Volltreffer. Wir wagen uns eine ordentlich steile Huckelpiste runter und werden mit einer gut versteckten Bucht, einem Feuerring und viel Platz sofort an einem schmalen Bergflüsschen belohnt. Erinnert mich ein bisschen an die Sieg an ihren schmaleren und versteckteren Stellen, nur, dass hier alles von Wald umgeben ist. Wirklich wunderschön! Einziges Manko…Internet ist mal wieder Mangelware, aber gut, dann kommt der freizuschaltende Bericht halt wieder etwas später online, wenn wir morgen wieder auf dem Weg sind.

    Nach der Ankunft geiere ich ein wenig danach mein Kindle auspacken zu können. Von meinem Buch habe ich noch 3% übrig und die Spannungskurve ist ordentlich angezogen worden. Christian spielt derweil glücklich Zelda auf dem Gameboy. Das Ende des Buches ist ein gigantischer Cliff Hanger und der nächste Teil der Serie wird erst 2025 rauskommen. Das muss ich erstmal verarbeiten. Nach kurzem Durchatmen und nachdem ich gefühlt eine viertel Stunde in die Luft gestarrt habe, entscheide ich mich für Ablenkung für den Rest des Abends. Kennt ihr diese Stimmung, wenn ein Buch beendet ist und ihr die Geschichte erstmal nicht weiterverfolgen könnt? Ich habe das ganz oft, dass ich dann erstmal gar nicht weiß was ich machen soll 😂. Naja, aber Ablenkung ist das Thema; heute Abend gibt es für Christian eine Brotzeit und ich mache mir noch einen kleinen Salat, dazu schauen wir Argylle, einen ziemlich unterhaltsamen Spionage Film mit Henry Cavill, der sehr schräg aufgemacht ist. Leider schaffe ich den Film nicht ganz und so schlummern wir nach einem schönen, unaufgeregten und entspannten Tag ein.
    Baca lagi