O Canada!
17–18 Mei 2024, Kanada ⋅ ☁️ 17 °C
Trotz des ungeplanten Stopps direkt neben einer doch gut frequentierten Straße, haben wir beide gut geschlafen. Es ist gestern nicht so gelaufen wie geplant, aber wir sind beide dann doch tiefenentspannt. Mit dieser Entspannung starten wir dann auch in den Tag und fahren direkt zum nächsten Starbucks, das Guthaben in der App muss noch vorbraucht werden. Und das dabei die Bequemlichkeit siegt, nehmen wir gerne in Kauf.
Das Paket ist dann auch schnell abgeholt und nach einer letzten Tankfüllung sind wir dann auch bereit für die Grenzüberquerung. Ich habe in den Tagen zuvor nochmal recherchiert, was denn alles für den Grenzübertritt benötigt wird. Wir brauchen lediglich die Reisepässe, ein Visum muss nicht beantragt werden. Die Unterlagen für Bella mit Blick auf die Tollwutimpfung sind ohnehin vollständig.
Die meisten Hinweise und Einschränkungen gibt es dann mit Blick auf Lebensmittel, Alkohol, Tabak und Cannabis. Bei den Lebensmitteln wird in der Regel wohl oft ein Auge zugedrückt, so dass wir nichts unnötig entsorgen wollen. Die sonstigen Obergrenzen halten wir und so rollen wir ganz entspannt auf die Grenze zu. Eine offizielle Ausreise und Kontrolle auf amerikanischer Seite findet nicht statt und auf kanadischer Seite müssen wir bis zur Kontrolle lediglich 30 Sekunden warten.
Hier werden dann mit ein paar Kontrollfragen die Angaben aus dem Reisepass abgeklopft, kurz Bellas Ausweis durchgeblättert. Für die Lebensmittel, den Alkohol und Tabak wird sich gar nicht erst interessiert und die Frage nach dem Gras können wir verneinen. Und dann sind wir auch schon in Kanada. Das war so manche Einreise in die Schweiz schon problematischer.
Wir fahren an den Fähren nach Vancouver Island vorbei und halten direkt auf die gleichnamige Stadt zu. Mal wieder etwas den Stadtluft schnuppern. Wir parken mitten im Zentrum, hier ist die äußerste Spur für das Parken zwischen 9-15 Uhr freigegeben und für die verbleibenden 90 Minuten werden gerade mal umgerechnet 4 Euro fällig. Uns zieht es dann direkt zu einer Burger-Bude einen Block weiter. Diese ist relativ modern aufgemacht und wir entscheiden uns beide für die vegetarische Variante und eine Portion des kanadischen Nationalgerichts: Poutine. Der Name klingt kulinarisch anspruchsvoll, es handelt sich aber einfach um Pommes mit Käsebruch und Bratensoße. Spätestens seit der Pub-Nacht in Inverness vor zwei Jahren weiß ich, dass Poutine mit zu den 5 Lieblingsgerichten von Hanna gehört. Einen Makel muss sie auch haben 😉
Alles schmeckt vorzüglich und während Hanna noch die letzten Kartoffelstangen verputzt, lasse ich mir das Schokoladen-Shake schmecken. Toller Einstieg!
Wir schnappen uns Bella und spazieren noch eine große Runde mit ihr durch das Zentrum. Die Runde zwischen den Hochhäusern führt uns an Gemeinschaftsgärten vorbei. In diesen sind zum Teil Hochbeete angelegt. Der Kontrast zwischen Großstadt auf der einen Seite und optischer Dorfgemeinschaft gefällt uns beiden, trotzdem machen wir uns dann gegen 15 Uhr auf den Weg in Richtung des Fährablegers. Tickets lassen sich keine mehr online reservieren, aber für die Fähre um 18 Uhr bekommen wir dann auch direkt am Terminal noch ein Ticket. Für die 90-minütige Überfahrt werden dann auch nur knapp 80€ fällig. Die Zeit bis zur Fähre verbringen wir dann wartend in Freddie. Hanna ist ganz gefangen in ihrem Buch; ich spiele auf meinem Handheld Zelda bzw. suche im Internet noch eine SIM-Karte für unseren Router im Bus raus.
Eine gute halbe Stunde bevor es dann auf die Fähre geht, marschiere ich noch kurz in Richtung der Toiletten, die sich in einer Fressmeile befinden. Hier duftet es köstlich, die gefühlt 500 Menschen sorgen aber auch für eine Geräuschkulisse wie im Affenhaus.
Von einem geschätzt siebenjährigem erfahre ich dann beim Betreten der Männertoilette, dass sich eine der Kabinen nicht abschließen lässt und warte daher auf das Freiwerden einer der anderen. Während ich kurze Zeit später die Privatsphäre der Kabine genieße, höre ich ein kurzes „Coming through“ und der siebenjährige krabbelt von der linken Kabine durch meine nach rechts weiter. Links hält wohl gerade der Bruder eine Sitzung und rechts neben mir nehme ich dann auch sehr schnell die mahnende und gleichzeitig um Entschuldigung bittende Stimme des Vaters war. Ich bin ziemlich perplex und als ich wenig später am Waschbecken stehe, frage ich mich leise, ob das gerade wirklich passiert ist.
Wenig später fahren wir dann auch auf die Fähre, Bella lassen wir im Auto. Wir steigen direkt nach oben durch und auf den Gängen ist richtig viel los - Freitagabend vor einem langen Wochenende. Wir finden schnell den Zugang zur Business-Lounge und zahlen die umgerechnet 10€ pro Person - Heißgetränke, Wasser und ein Mini-Buffet inklusive.
Von der Lounge aus haben wir dann auch einen wunderschönen Blick auf die ersten kleinen Inseln vor der Hauptinsel. Wir werden von felsigen Klippen, Wald und traumhaft platzierten Häusern angestrahlt und freuen uns auf diese Szenerie, unserem zuhause für die geschätzt nächsten 14 Tage.
Unsere Träumerei wird dann kurze Zeit später von der Durchsage des Kapitäns unterbrochen, dass auf der rechten Seite ein paar Orcas beobachtet, werden können, die scheinbar auf Robbenjagd sind. Das Spektakel genießen wir dann auch die nächsten paar Minuten. Wer von uns beiden zufriedener grinst: keine Ahnung! So kann es aber gerne weiter gehen.
Gegen 20 Uhr rollen wir dann von der Fähre und steuern auf einen Stellplatz in der unmittelbaren Nähe zu. Dieser liegt direkt an einem umzäunten Hundepark mit Blick auf das Meer. Bella genießt direkt nach der Ankunft das unangeleinte Toben und holt sich, wie sollte es auch anders sein, Streicheleinheiten bei den anderen Hundebesitzern ab. Während wir uns drei Stündchen später schon langsam für das Bett fertig machen, hält neben uns noch ein weiterer Camper. Lautstark wird zur viert darüber diskutiert, wie das Fahrzeug denn am besten geparkt und ausgerichtet werden kann. Wir schauen uns beide kopfschüttelnd an und versichern uns gegenseitig, dass wir wirklich auf Vancouver Island stehen und nicht, wie es der Klang der Stimmen neben uns vermuten lässt, auf einem deutschen Campingplatz.Baca lagi







Pengembara
Wownächstes große Ziel erreicht :-)
PengembaraHm, Irgendwie kommt mir das kleine Video der Überfahrt bekannt vor :-) war das schon in einem Anderem Bericht oder ähnelt es nur einem anderem Video? :-)
PengembaraIch freue. mich schon auf den nächsten Bericht :-)