Ab durch die Mitte
27–28 Mei 2024, Kanada ⋅ ☁️ 10 °C
Wir wachen zum ersten Mal auf unserer Reise den vierten Tag in Folge am gleichen Ort auf. Das fühlt sich ja schon fast wie zu Hause an, hier 😉. Über Nacht hat sich der Flusspegel wieder ein wenig beruhigt, mittlerweile schaut auch schon wieder der zweite Stein der gestern versunkenen Steingruppe aus dem Wasser. Aktuell regnet es nicht, und ich nutze die Gunst der Stunde, um mich mit Bella an die frische Luft zu wagen. Christian macht währenddessen mal wieder Freddie startklar für den Tag, lüftet durch, kocht Kaffee und kümmert sich wahrscheinlich parallel noch um tausend andere Kleinigkeiten.
Bella und ich schlendern derweil die uns schon bekannte Strecke am Fluss entlang. Heute holpert uns auch kein Auto über den Weg, und wir genießen die frische Luft und die mystische Stimmung der wolkenverhangenen, waldbewachsenen Berge um uns herum. Mittlerweile packe ich ziemlich automatisch immer Bellas Gassitäschchen, statt nur ein paar Beutel ein. Hier passt nämlich perfekt unser Bärenspray rein. Ein eigenartiges Gefühl, mit einer Pfefferspray-Art unterwegs zu sein und sich auch nur vorzustellen, dass einem durchaus ein Schwarzbär oder ein Puma über den Weg laufen könnten, für die man dann aktiv dieses Spray benutzen sollte 😂. Bei den Platzbeschreibungen berichten Einzelpersonen häufig über solche Sichtungen in der Nähe der Plätze. Natürlich spannt man sich dann etwas eher an, wenn Bella, die kleine Schissbuchse, sich mal wieder vor einem Stein, einem Stock oder Wassertropfen auf ihrem Rücken erschreckt und dann jeweils einen riesigen Satz nach vorne, zur Seite oder nach hinten macht. Aber es bleibt alles ruhig, ich höre ein paar Sprachnachrichten ab, verschicke welche und genieße die morgendliche Bewegung.
Wieder zurück an Freddie genießen wir unseren Kaffee und schnacken über unseren Tagesplan. Christian hat weiter im Norden einen Platz bei IOverlander gefunden, bei dem von Weißkopfseeadler, über Seerobben, Elchen und Bären alles gesehen wurde. Außerdem soll der Platz mal wieder am Busen der Natur liegen, also genau unsere Kragenweite. Zusätzlich erkunden wir die Insel weiter, es geht gen Norden. Auf der Karte sieht es ganz schön witzig aus, da man gar nicht so viele Möglichkeiten hat, die Insel auf verschiedenen Wegen zu erkunden. Die Ostküste Vancouver Islands ist mit einem langen Highway verbunden, von dem aus immer wieder Stichstraßen abgehen, die bis in den Westen führen. Eine solche müssen wir heute erstmal wieder zurück, dann geht es nach Norden und später wieder in eine solche, nach Westen führende, Stichstraße. Nach dem Kaffee geht’s also los, zunächst zum nahegelegenen Rastplatz, um Abfall loszuwerden, und anschließend lassen wir die Landschaft mal wieder an uns vorbeiziehen.
Wieder passieren wir mit Hörbuch auf den Ohren Wälder, Täler, Flüsse, Seen und kleine Städtchen und lassen uns dann auf die Oceanside Route führen, die neben dem Highway ein Stück sofort am Meer entlang durch kleinste Fischerörtchen bis nach Campbell River führt. Hier wollten wir, vor dem erneuten Abzweig ins Inselinnere, unsere Vorräte noch aufstocken. Zunächst halten wir an einer Dumpingstation, werden Abwasser los und füllen neues Wasser auf, danach geht’s zu Walmart und neben frischem Obst und Gemüse, werden auch Vorräte wie Milch, Eier, Joghurt und Süßigkeiten aufgefüllt. Außerdem kommen ein paar Zimtschnecken mit. Unser Starbucks-O-Meter zeigt uns an, dass wir schon ein paar Tage keinen coffee-to-go mehr hatten und dies dringend geändert werden sollte. Mit Kaffee in der Hand und den Zimtschnecken vorne im Fahrerhaus treten wir die Weiterfahrt an und biegen wieder in Richtung Mitte der Insel ab.
Wir haben das siebte Buch von Outlander fast durch, und alle möglichen Cliffhänger des Buches werden so langsam angeteasert. Demnach versunken rollen wir durch die Karpaten weiterhin vorbei an atemberaubend schönen Ausblicken, an einem kleinen Dorf namens Gold River bis hin zu dem Stellplatz im Nichts. Nach einiger Zeit wird aus Asphalt Schotter und die Steigungen und Gefälle nehmen ordentlich zu. Auf dem Weg wird uns schon klar, dass wir heute Abend auch mit ganz viel Glück keinerlei Empfang haben werden und schalten noch flugs den Bericht frei. Angekommen am Platz gehen wir auf kurze Erkundungstour und kommen kurze Zeit später recht zufrieden wieder zu Freddie zurück. Der Platz ist richtig schön, es gibt zwei Picknicktische und zwei Feuerringe, und der Fluss ist nur einen Steinwurf von uns entfernt. Christian wagt noch einen kleinen Versuch, ein Feuerchen zu entfachen, aber leider ist das Holz zu nass, und das Lagerfeuer bleibt eine kleine Wunschvorstellung. Mal wieder fängt es aber leider an zu tröpfeln, und das Wetter verspricht die nächsten Tage leider auch hier nicht besser zu werden. Wir verziehen uns also in Freddie und genießen die von mir vorbereiteten Tacos und schauen dabei "Der Marsianer" mit Matt Damon. Den Film kannte ich noch nicht.
Als der Film vorbei ist, ist es immer noch recht früh und wir entscheiden uns für einen kleinen Filmmarathon und schauen auch noch den ersten Film der Maze Runner Trilogie. Dabei öffnen wir unsere heute gekauften Gummibärchen und Chips und machens uns weiterhin gemütlich in unserer Regenhöhle.Baca lagi




Pengembara
TOLLES Fleckchen Erde:-)