Entspannen und gute Nachrichten
29–30 Mei 2024, Kanada ⋅ ☁️ 9 °C
Der Tag beginnt an diesem wunderschönen und, wenn ich es mir recht überlege, auch bisher einsamsten Platz, an dem wir bisher gestanden haben. Es ist weit und breit niemand zu sehen; zu hören sind nur vereinzelt Autos in der Ferne, die in sehr großen Abständen den Highway befahren. Der Fluss rauscht ordentlich vor sich hin, und ich pelle mich aus dem Bett, da es draußen gerade trocken ist. Für in einem Stündchen ist allerdings mal wieder Regen angesagt. Kontaktlinsen rein, anziehen und mit angeleintem Wuffertier raus in die Natur. Dass man sofort mitten im Nichts steht, wenn man nur die Schiebetür aufmacht, ist einfach wirklich traumhaft. Unser Vorgarten heute ist wirklich atemberaubend, und geht man nur ein paar Meter am Steinstrand entlang, schließt sich sofort ein Wald an. Der Weg ist auszumachen, aber hiervon abgehen Lichtungen mit einem weichen Moosteppich, der fast Matratzencharakter zu haben scheint. Bella ist hin und weg.
Zurück an Freddie liegt Christian nicht, wie angekündigt, noch in den Federn, sondern kocht fleißig Kaffee und hat Freddie auch schon wieder tagesfein gemacht. Der Kaffee wird mit unserer neu entdeckten Liebe gestreckt: zuckerfreie Vanille-Hafermilch. Wow, wenn man das so schreibt, klingen wir plötzlich wie die Bonzen-Hipster schlechthin 😄 Aber es schmeckt köstlich, ich sag’s euch, Leute. Während des Morgenkaffees grübeln wir ein wenig hin und her, was die Pläne für die nächsten Tage angeht. Hier ist hauptsächlich Regen angesagt, wie auch auf dem Rest der Insel. Wir sind schon recht weit im Norden und haben viele zauberhafte Ecken dieses besonderen Ortes gesehen. Allerdings müssen wir auch sagen, dass wir die letzten knapp 14 Tage (wie schnell vergeht bitte aktuell die Zeit?!) zwar viel von der Insel gesehen haben, aber auch seeeeeehr viel Zeit in Freddie verbracht haben, während draußen der Himmel dicke Tränen vergossen hat.
Das schlägt mittlerweile (insbesondere ohne Aussicht auf Besserung) ein klein wenig auf die Stimmung, und so überlegen wir, ob wir nun noch weiter in den Norden fahren sollen, nur um dann am nächsten Tag hunderte von Kilometern wieder in den Süden zu fahren. Außerdem bleibt auch neben Vancouver Island noch sehr viel Land übrig, das wir auch gern noch teilweise erkunden würden. Was machen wir mit der Fähranfrage? Wir stehen aktuell auf der vollen Warteliste für die Fähre am Samstag nach „Bella Coola“ über „Bella Bella“ und „Ocean Falls“ (so lustige Namen zum Teil). Macht es Sinn, hier noch auszuharren und auf einen Platz auf der Fähre zu hoffen, oder fahren wir nach Nanaimo zurück, um von dort aus ans Festland überzusetzen?! Wir wägen Vor- und Nachteile ab und kommen nicht wirklich zu einer Entscheidung. Aber immerhin treffen wir die Entscheidung, dass wir diesen wunderschönen Platz noch nicht verlassen wollen. Denn der angekündigte Regen lässt aktuell noch auf sich warten, und es sind sogar ein paar Fleckchen blauer Himmel zu sehen. Die Schönwetterlücken möchten wir nutzen, ohne sie in Freddie zu „verfahren“.
Der Tag zieht gemütlich voran, wir lesen, spielen Zelda, verschicken Geburtstagsgrüße und schauen den dritten Teil von Maze Runner. Wir schnabulieren Porridge zum Frühstück und schnacken zwischendurch mit meinen Eltern.
Am Nachmittag werde ich auf Christian aufmerksam, weil er plötzlich wie eingefroren auf sein Handy starrt. Bei mir fallen ein paar Würfel, und ich frage nur: „Hat das Fährunternehmen geschrieben?“ Christian grinst wie ein Honigkuchenpferd, und tatsächlich: Wir sind von der Warteliste auf die aktuelle Boardingliste gerutscht, und Christian wurde gebeten, sich wegen Zahlungsinformationen zu melden. Wir überlegen kurz, denn diese Verbindung bedeutet Folgendes: Samstagabend ginge es um 18 Uhr in Port Hardy los: eigentlich ziemlich cool, denn wir könnten noch einen Tag hier am schönen Platz verbummeln, danach einen Tag Wäsche waschen und Vorräte auffüllen, ein wenig vom Norden mitbekommen und uns dann in kleinen Schritten von der Insel verabschieden. Allerdings würden wir dann von Port Hardy aus sieben Stunden nach „Bella Bella“ übersetzen, von dort aus würden wir ab 4 Uhr morgens weitere acht Stunden über „Ocean Falls“ nach „Bella Coola“ übersetzen. Das wäre die längste Fährfahrt, die wir, Freddie und Bella machen… all das, ohne dass Christian und ich in Freddie bleiben dürften. Bella allerdings muss in Freddie bleiben (sollte auch kein Problem sein, denn wir können beim Fährwechsel in „Bella Bella“ mit Bella [hihi] eine Runde gehen). Acht Stunden kann die Gurke wirklich gut allein bleiben. Wir allerdings hätten keine Kabine, denn diese sind ausgebucht. Alternative wäre allerdings, dass wir gut über 1000 km Fahrtweg auf uns und Freddie laden. Eigentlich würden wir „Bella Coola“ und die Ecke dort super gern sehen. Furchtbar unentschlossen entscheiden wir uns sehr entschlossen, die Entscheidung die am nächsten Tag zu fällen.
Es wird Abend, und während Christian mit Bella unterwegs ist, mache ich uns eine Gemüse-Kartoffelpfanne. Danach wird noch gespült, und anschließend klingt der Abend gemütlich aus.Baca lagi





Pengembara
Bella mach eine gute Figur vor allen Dingen farblich👌
Pengembara
Mann sind das immer schöne Flecken Natur👍🙂
Pengembara
Graue Wolken aber trotzdem schöne Umgebung 🙂❤️
Pengembara
Guten Morgen. Das erinnert mich an frühere Zeiten als wir mit unseren Klepper Booten unterwegs waren. Ich stell mir gerade vor wie toll dort eine ausgiebige Kanu Tour sein könnte Die Boote hießen Robby und Fratz 😊