Biber TV
13.–14. jun. 2024, Canada ⋅ ☁️ 13 °C
Nachdem wir gestern Abend eine wahre Biber-Kino-Show hatten, geht unser erster Blick nach dem Aufwachen nach draußen in Richtung Fluss. Hier liegt aber alles ruhig da und die Biber scheinen noch fest zu schlummern; es ist keine Bewegung auszumachen. Dafür ist der Ausblick bei blauem Himmel noch atemberaubender als gestern Abend. Der Fluss vor der Nase, auf der anderen Seite üppiges Grün und im Hintergrund die schneebedeckten Rocky Mountains, die mit ihren Spitzen gefühlt den Himmel kitzeln. An den Abhängen steile Wälder und Wasserfälle – es ist einfach traumhaft, was die Natur so erschaffen kann.
Christian macht sich an Kaffee und Teewasser und ich wurschtle Bettzeug und Betterweiterung zurecht. Mit Kaffee bewaffnet hopsen wir an die frische Luft und genießen diesen zauberhaften Morgen. Christian packt seine Drohne aus und fängt diese wahnsinnige Umgebung aus der Luft ein. Wie zauberschön es hier ist! Hier könnte ich mir auch vorstellen, mich über ein paar Tage einzurichten. Allerdings haben wir hier null Empfang. Für ein, zwei oder drei Tage perfekt, aber ich denke, dass sich meine Familie nach dieser Zeit ohne Lebenszeichen anfangen würde, ernsthaft Sorgen zu machen – das wollen wir ja nicht.
Nach dem Morgenkaffee klappen Christian und ich unsere Laptops auf und starten einen Berichte-Mittag. Es ist einfach kaum zu glauben, wie rasend die Tage aktuell vergehen. Wir haben mittlerweile kurz nach 14 Uhr und der halbe Tag ist schon wieder vorbei. Nachdem Christian mit seinen Berichten fertig ist, hat er uns mit Peanut Butter Jelly Sandwiches versorgt und daddelt neben mir zufrieden vor sich hin. Bei den bekannten Zelda-Geräuschen kitzelt es mir tatsächlich heute auch ein wenig in den Fingern. Ich hatte mit Konsolen bis vor vier Jahren so gar nichts am Hut, weil es sowas in meiner Kindheit nicht gab. In der Zeit, als ich mit Corona flach lag, bzw. als ich so langsam auf dem Weg der Besserung war und ich nichts mit mir anzufangen wusste, hat Christian mir allerdings die Welt von Zelda – Breath of the Wild nahegebracht und seitdem habe ich zwischenzeitlich Phasen, in denen ich richtig Lust auf Konsolenspiele bekomme. Bisher habe ich mir tatsächlich aus reinem Selbstschutz noch keine Switch besorgt, ich kenne ja meine Fähigkeit, vollkommen in anderen Welten zu versinken.
Nachdem wir beide noch eine Stunde in unseren Buch- und Zelda-Welten versunken sind, hat Christian die glorreiche Idee, die Knack-und-Back-Zimtschnecken auszuprobieren, die wir uns beim letzten Einkauf besorgt haben. Ich finde die Idee mindestens genauso gut und auch wenn an der Hitzezufuhr noch ein bisschen zu feilen ist, sitzen wir keine 45 Minuten später selig mampfend auf dem Bett. Wir hatten noch ein paar Erdbeeren, die es dazu gibt, und so ist das ein mehr als köstlicher Zuckersnack. Parallel zum Genießen macht Christian eine neue Serie auf Netflix an, deren erste beiden Folgen er runtergeladen hat. Benedict Cumberbatch spielt die Hauptrolle in "Eric" und nach den beiden Folgen sind wir ganz neugierig, wie es wohl weitergehen mag.
Die Sonne scheint draußen und ich hopse vor Freddie und nehme Bella mit. Die Aussicht an diesem Platz ist einfach atemberaubend schön. Christian gesellt sich zu uns und irgendwie verständigen wir uns ohne Worte darüber, dass wir doch ein Lagerfeuerchen anmachen könnten. Es ist kurz vor sechs und wird noch ganz schön lange hell sein, allerdings geht hier draußen wirklich eine ordentliche Mückenparty vonstatten. Da ist Lagerfeuerrauch mit die beste Abwehr. Kurze Zeit später knistert und knastert das Feuer und Christian murmelt ganz zufrieden vor sich hin, dass er das gar nicht geplant hatte, aber es doch richtig schön ist.
Nachdem wir schon eine Zeit hier sitzen, überlege ich laut, ob ich eine Top 3 der bisherigen Übernachtungsplätze im Sabbatical ranken könnte – dieser hier ist auf jeden Fall dabei. Christian freut sich über die Möglichkeit einer statistischen Erhebung und holt sein Handy. Wir gehen alle Plätze durch, an denen wir bisher geschlafen haben. Faszinierenderweise können wir uns an die meisten Plätze auf Anhieb erinnern und auch bei den anderen Namen von Standorten kommen mit kurzem Knobeln Bilder auf, die wir mit dem Tag oder dem Platz verbinden. Was wir alles schon erlebt haben und wie unterschiedlich die Orte waren, die wir besucht haben. Es vergehen Stunden während unserer Träumereien. Zwischendurch holt Christian den Whisky raus und in der Dämmerung zeigt sich auch Herr oder Frau Biber von gestern und wir führen uns eine Portion BiberTV zu Gemüte. Zwischenzeitlich geht Christian ein Ründchen mit Bella und ich mache uns eine ordentliche Portion Nudeln mit Tomaten-Feta-Soße. Was ein perfekter Tag. Als wir gegen halb zwölf wieder in Freddie steigen, macht sich Christian an den Großspül des Tages und ich schnappe mir das Abtrockenhandtuch. Wir schauen "Gilbert Grape", spülen und lauschen parallel dem ordentlichen Gewitter, das die Schleusen der Wolken über uns geöffnet hat.
Was für ein wundervoll perfekter Tag das war. Ich bin selig und schlummere recht schnell beim Prasseln des Regens ein.Læs mere






















Rejsende
Prosit Bella :-)
Rejsende
Mmmm lecker
Rejsende
Traumhaft ! :-)