• Wir hadern...

    Jul 5–6, 2024 in Canada ⋅ ☀️ 22 °C

    Eine sanfte Bewegung entlang des linken Beines und meines Fußes am frühen Morgen ist die Bestätigung der bei der gestrigen Abendrunde noch erhaltenen Mückenstiche. In Freddie selbst ist es fast mückenfrei, und es scheint auch nur eine einzige Mücke die Nacht mit uns verbracht zu haben.

    Mir fällt es sehr schwer, diese Unmengen an Mücken auszublenden und dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. Gerade wenn es ständig direkt am Ohr summt und eines der Viecher doch durch die dicke Vans-Jacke sticht.

    Es gibt 21 Stellplätze hier auf dem Campground, frei und buchbar war nur noch einer – mit uns sind aber gerade mal 13 andere Leute hier. Ob die Abwesenheit der anderen Camper an der Mückenmenge liegt, ist natürlich nur Spekulation – passt von der Erklärung her aber ganz gut. Von den Mitcampern hat gestern lediglich ein Paar ungeschützt draußen gesessen, dies dann allerdings auch am Feuer, was bekanntlich ganz gut Mücken abwehrt. Fünf Camper haben wie wir den Abend im Fahrzeug verbracht, die verbleibenden sechs Familien haben alle in einem Mückenschutzzelt draußen gesessen.

    Wir sind uns beide einig, dass wir Ontario und die Mückensituation noch ein paar Tage auf uns wirken lassen wollen und schauen, wie zermürbend es sein wird. Wenn die Plagegeister wenigstens tagsüber Ruhe geben würden, wäre das Ganze schon mal eine Spur erträglicher. In der Zwischenzeit werden wir uns in Freddie zurückziehen oder in langen Klamotten und „dick“ mit der Abwehrcreme eingerieben die Zeit draußen verbringen.

    Nachdem all diese Gedanken gedacht und wir uns gemeinsam darüber ausgetauscht haben, ist es an Hanna, eine Runde mit Bella zu drehen. Ich krieche langsam aus dem Bett, baue schon mal um, koche Kaffee und mache den Laptop bereit für das Streamen des Viertelfinalspiels. Hanna ist passend zur Nationalhymne zurück, und wir machen es uns gemütlich.

    Die Internetverbindung ist gut und wir können das Spiel bis auf ein paar gelegentliche Stopper ohne Weiteres verfolgen. Wir schauen interessiert zu, nutzen aber die Zeit auch und fangen mit dem Schreiben der Berichte der letzten Tage an. Mit dem Beginn der letzten zehn Spielminuten und der späteren Verlängerung fiebern wir beide richtig mit, sodass wir das Schreiben erstmal unterbrechen. Schade, dass es dann am Ende doch nichts geworden ist.

    Wir machen einen kleinen Mittagsschlaf, bevor wir dann mit neuem Elan weiter tippen. Stichprobenartige Aufenthalte vor Freddie liefern zwischenzeitlich immer wieder das gleiche Ergebnis: Die Mücken sind immer noch da und auch den ganzen Tag über aktiv.

    Gegen 17 Uhr trauen wir uns dann aber doch noch für etwas länger nach draußen. Mit Thermacell bewaffnet und unter einer dicken Schicht der Abwehrcreme setzen wir uns nach draußen. Wenig später schmeißen wir auch das Feuer an und es lässt sich gut aushalten. Vereinzelt verirren sich die Viecher dann zwar doch noch in unsere Richtung, aber es bleibt beim Vorbeiflug.
    Am frühen Abend macht sich Hanna an die Vorbereitung von Feta-Tomaten-Nudeln und wir lassen den Tag gemütlich in unserer Höhle ausklingen. Morgen geht es für uns weiter und wir wollen bei einem anderen Provincial Park stoppen. Dort gibt es Wasserfälle und somit auch Wasser in Bewegung – vielleicht ist es dort besser.
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