• Berichte, Aussichten und Meeresrauschen

    Jul 19–20, 2024 in Canada ⋅ 🌬 19 °C

    Verrückte Welt, schon ist wieder Freitag. Wir wachen heute gegen neun Uhr auf und haben beide exzellent geschlafen. Diese Nacht wehte etwas weniger Wind, sodass wir uns nicht wie in einer wild schaukelnden Hängematte gefühlt haben. Gegen neun sind wir beide wach und während Christian schon anfängt, Kaffee zu mahlen (übrigens, seit wir wieder eine Handmühle haben, gibt es keine Verluste mehr zu beklagen), baue ich schon mal das Bett um und mache es tagesfein.

    Danach geht’s mit Bella vor die Tür. Einmal laufe ich mit ihr bis nach unten zur äußersten Spitze, wo wir vorgestern Mercedes und Jerry getroffen haben. Dann geht es nicht über die Zufahrtsstraße weiter, sondern über den Brotkrumen-Trail an der Küste entlang. Die Anwohner bieten hier für Campingwütige wirklich große Mühen auf. Der Platz ist sauber, mit viel Liebe zum Detail angelegt und die Aussichten sind wirklich rundum traumhaft.

    Wieder zurück bei Freddie, blubbern gerade die letzten Tropfen Kaffee aus der Bialetti und wir genießen kurze Zeit später eine Runde Kaffee und O-Saft mit dieser unglaublichen 270°-Rundumsicht. Was es nicht für zauberhaft schöne Orte auf dieser Welt gibt. Einfach gigantisch. Danach verziehen wir uns in Freddie, weichen so dem Wind aus und schreiben die nächsten Stunden die Berichte der letzten Tage. Während Christian mit seinen Berichten gut vorankommt und nur noch einen zu tippen hat, muss ich noch drei weitere schreiben und versinke nochmals in all den Erlebnissen der letzten Tage. Christian fängt derweil an, unsere Fotos und Videos der letzten fünf Monate auf einer 1-Terabyte-großen Festplatte zu sichern, damit wir sie in einem nächsten Schritt auf Ähnlichkeit abgleichen und ordentlich aussortieren können. Eine Sisyphusarbeit, die nicht an einem Tag zu bewältigen sein wird. Die Stunden verstreichen, Berichte werden mittels Chat GPT korrigiert, hochgeladen, mit Fotos und Videos bestückt und Christian gleicht die Standorte ab. Wahnsinn, wie viel man allein in einer Woche erleben kann. Und auch wenn man vor dem Tippen das Gefühl hat, nur gefahren zu sein, gibt es doch noch viele andere Erinnerungen, die die Tage wundervoll abrunden. Zwischendurch gibt es Snacks: Salzbrezeln, Käse und Cracker, die das eher weniger nahrhafte „Frühstück“ des Tages sein sollen.

    Gegen Abend füllt sich der freie Platz auf den Klippen um uns herum, während wir ein Nachmittagspäuschen bei Dexter genießen. Danach unternehmen wir eine gemeinsame Abendgassirunde. Wieder angekommen bei Freddie, setzen wir uns noch ein wenig nach draußen und genießen die Aussicht mit einem kleinen Whiskey, bevor ich mich an Feta-Nudeln zum Abendessen mache. Die Feta-Soße brutzelt gerade im Omnia vor sich hin, während Christian unsere gemeinsamen Ausgaben in die App Split einträgt. So können wir am Ende auf einen Blick in einer Kostenaufstellung sehen, wie viel Geld wir wofür ausgegeben haben – von Spritkosten über Unterkünfte (also Campingplätze, Nationalparks und Provincial Parks), Lebensmittel, Kosmetika, bis hin zu Kaffee, Kuchen und Genuss. Wir sind echt gespannt, was bei dieser Aufstellung am Ende herauskommen wird. Unsere Hecktüren sind geöffnet, die Sonne sinkt am Horizont immer weiter gen Meer und eine leichte, mit Tomaten und Knoblauch angereicherte Brise zieht durch Freddie. Bella schnarcht auf ihrem Bettchen vor sich hin und ich freue mich auf die nächsten Stunden des Abends. Leckeres Essen, eventuell später noch ein Whiskey unterm Sternenhimmel und das nächste Staffelfinale von Dexter warten heute noch auf uns. Wie glücklich wir uns mit all der wunderbaren Zeit, die wir aktuell zusammen gestalten, schätzen können. Lucky us.
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