Neufundland, wo warst Du all die Jahre?
Jul 20–21, 2024 in Canada ⋅ ☀️ 25 °C
Nach einer angenehm windstillen Nacht werden wir am Samstagmorgen gut erholt wach. Keiner von uns möchte diesen wundervollen Platz wirklich verlassen, aber wir sind uns sicher, dass Neufundland noch ein paar andere schöne Stellen zu bieten hat. Nachdem Hanna und Bella von der Morgenrunde zurückkommen, genießen wir den Kaffee an der frischen Luft mit der gigantischen Aussicht, von der wir einfach nicht genug bekommen. Wir lassen den Blick über die anderen Camper schweifen und ja, wir haben wirklich den besten Platz gesichert. Zu Beginn unserer Abenteuer hätten wir vermutlich mehrfach überlegt, ob es nicht zu unverschämt wäre, dort zu parken. Mittlerweile sind wir etwas mutiger geworden und es gelingt uns, dank der vielen Stellplätze in den letzten Monaten, die richtige Mischung aus respektvollem Umgang mit der Natur und Mitcampern sowie einer tollen Positionierung am Stellplatz zu finden.
Trotzdem zucke ich kurz innerlich zusammen, als wir von zwei älteren Paaren gegrüßt und auf unser Kennzeichen angesprochen werden. Schnell entwickelt sich wieder mal ein schönes Gespräch und von Ressentiments wegen des gewählten Stellplatzes ist nichts zu hören, eher im Gegenteil. Nach einem kurzen Austausch bekommen wir noch den Tipp, die Halbinsel in nördlicher Richtung zu verlassen und einen Stopp in einem kleinen Lokal, dem „Tea by the Sea“, einzulegen.
Nachdem alles verstaut ist und wir uns von diesem wundervollen Platz verabschiedet haben, machen wir uns auf den Weg. Wir sind unfassbar dankbar, dass die kleine Gemeinde hier das kostenfreie Campen erlaubt und es sogar eine große Mülltonne gibt, die wir dankbar nutzen. Es war zwar erst der erste richtige Stellplatz auf Neufundland, aber irgendwie scheinen die Camper hier dankbarer und umsichtiger mit der angebotenen Natur umzugehen.
An der Zufahrt folgen wir also der Straße in nördlicher Richtung, die sich dann immer unterschiedlich nah am Wasser vorbeischlängelt. Dabei geht es auch immer wieder hoch und runter. Immer wieder taucht hinter einer Kurve oder einem Hügel das Meer auf und wir können uns gar nicht sattsehen.
Dreißig Minuten später parken wir am empfohlenen Restaurant. Leider gibt es keine Möglichkeit, draußen zu sitzen. Wahrscheinlich ist das Klima den Großteil des Jahres einfach zu rau und selbst wenn die Temperaturen so wie heute mitspielen, ist es vermutlich die meiste Zeit immer sehr windig – so wie heute halt. Im Innern ist das Lokal schlicht und rustikal eingerichtet. Neben einem bestuhlten großen Tanzsaal gibt es zwei Bereiche, die direkten Meerblick ermöglichen, und wir ergattern die letzten Fensterplätze mit bester Aussicht. Zum deftigen Frühstück gibt es für mich einen Kaffee, Hanna folgt dem Titel des Restaurants. Gesättigt, aber kulinarisch nicht vollkommen befriedigt, machen wir uns etwas über eine Stunde später auf den Weg.
Im Norden der Insel folgen wir einer Schotterpiste, die zu einem kleinen Fischerdorf führt. Auch hier soll es ein paar Stellplätze geben, aber wir wollen uns in erster Linie den Blick entlang des Weges nicht entgehen lassen. Das Fischerdorf und die Schotterpiste liegen auf einer nadelförmigen Insel, die schmaler als 300 Meter ist. An der Spitze angekommen, entpuppt sich das Fischerdörfchen in großen Teilen als Feriendörfchen. Entlang der einzigen Straße stehen überall kleine bunte Hütten und Wohnwagen. Beim Durchrollen werden wir von allen fröhlich begrüßt und angelächelt. Obwohl wir uns willkommen fühlen und mit Sicherheit auch noch ein Plätzchen finden würden, fahren wir weiter.
Unser nächstes Ziel, die Hauptstadt der Eisberge – Twillingate, ist noch etwas mehr als 400 Kilometer entfernt und zudem ist mal wieder ein Einkauf fällig. Nachdem wir also die Nadel und die Halbinsel verlassen haben, machen wir uns auf den Weg nach Corner Brook. Hier leben immerhin knapp 30.000 Einwohner. Dort angekommen, übernehme ich den Einkauf im Walmart – Hanna gesellt sich zu Bella nach hinten. Die Hitzewelle ist uns vom Festland gefolgt und draußen steht die Luft. Wir sind zwar noch nicht wirklich im Inland, aber trotzdem fehlt die kühle Brise vom Meer gerade sehr.
Der hiesige Walmart verfügt nicht über eine Frische-Abteilung, so dass ich nach der ersten Warenlieferung an Freddie noch zu einem anderen Supermarkt laufe. Hier finde ich dann die restlichen Sachen. Eine Stunde später sind wir dann auch wieder auf der Straße und entscheiden uns für einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Twillingate. Wir verlassen den Trans-Canada-Highway und folgen der Straße in Richtung der kleinen Gemeinde Howley. Die Stellplätze auf dem Weg dorthin sind schon gefüllt, aber in Howley selbst werden wir fündig.
Die beiden Navigationsprogramme haben etwas Schwierigkeiten, uns zum Ziel zu navigieren – die Zufahrtsstraße ist als Wanderweg eingezeichnet, aber Reifenspuren zeugen davon, dass der Weg tatsächlich befahren werden kann. Vor einer stabilen Brücke, die zu einer Insel führt, parken wir Freddie auf einem kleinen Parkplatz. Es ist mittlerweile kurz nach 20 Uhr und ich mache mich direkt mit Bella auf den Weg. Auf der Brücke sind einige Angler unterwegs, die freundlich grüßen. Die Brücke gewährt einen guten Blick auf die Insel und ich kann einige Fahrzeuge entdecken, die direkt am Strand am Wasser geparkt haben. Auf der Insel selbst laufen wir zunächst durch ein Waldstück – die Bremsen und Mücken nutzen den windgeschützten Bereich und lassen uns nicht in Ruhe. Der Forscherdrang wird so relativ schnell erstickt und wir kehren recht zügig um. Sobald wir das Waldstück verlassen haben und wir vom Wind erfasst werden, laufen wir ganz, ganz gemütlich.
Während Bella mal wieder alle Gerüche in sich aufsaugt, schaue ich mir diese herrliche Gegend an. Der See ist tiefblau, in der Ferne sind Wälder zu erkennen und vereinzelt sind am Horizont Hügel zu sehen. Ich muss an meine Zeit und an unseren Urlaub in Schweden denken und entdecke viele Parallelen.
Zurück an Freddie ist Hanna mit der Zubereitung des Salats schon fast fertig. Bevor es aber ans Schlemmen geht, nutzen wir die Gelegenheit des mittlerweile leeren Parkplatzes und manövrieren Freddie kurz in die Ecke des Platzes. So haben wir dann auch direkten Wasserblick aus allen Fenstern und bekommen am frühen Morgen die Sonne nicht direkt auf die Heckfenster.
Begeistert von den Eindrücken, aber vor allem von der Vielfältigkeit Neufundlands, lassen wir den Abend gemütlich ausklingen.
Hanna übernimmt heute das Bereitstellen des Futters und bereitet Bella eine kleine Abwechslung. Beim Bewegen des Napfes zum Wasserhahn bleibt Hanna jedoch an der Arbeitsplatte hängen und verteilt den größten Teil des Futters auf dem Boden. Zum Glück war das Wasser noch nicht auf dem Futter und es handelt sich um Trockenfutter. Unser Staubsauger schaut uns erst etwas irritiert an, leistet dann aber hervorragende Arbeit.Read more






Traveler03:35 in Germany, just returned from the loo to read this new foodprint. Amazing like always. Go back to sleep with a smile on my face 😍
Traveler
:-) sehr praktischer Fressnapf :-)
Traveler
Brave Bella 🐶
Traveler
Ein wenig Abwechslung tut auch gut