Ein geschäftiger Tag
27.–28. jul. 2024, Canada ⋅ ☁️ 16 °C
Ich werde am Samstagmorgen von Stimmengewirr wach, und ein Blick nach draußen zeigt eine hochmotivierte Meute, die keine 50 Meter von uns entfernt darauf wartet, an einem Trailrun entlang der Küste teilzunehmen. Wie belohnend und motivierend muss die Kulisse dabei sein! Ein Teil von mir freut sich darauf, nach der Rückkehr wieder sportlich aktiver zu sein, doch dieser Teil lässt sich heute Morgen nicht auftreiben.
Wir entscheiden uns, heute im „The Battery Cafe“ zu frühstücken. Zuvor mache ich mich mit Bella aber noch auf den Weg, die Gegend ein wenig zu erkunden. Auch wenn es nur ein Wanderparkplatz ist, haben wir die Nacht wieder einmal schön gestanden, und es dauert nur 30 Sekunden von Freddie, bis wir einen Blick auf den nordatlantischen Ozean werfen können.
Das Cafe ist nur gute zwanzig Minuten entfernt, und wir überlegen kurz, ob wir Bella mitnehmen – hier sind im Außenbereich Hunde herzlich willkommen. Es ist aber ziemlich frisch, und wir merken, dass vom Meer eine steife Brise in die Stadt hineinweht. Daher entscheiden wir uns für ein Frühstück ohne unsere vierbeinige Begleitung. Schnell ist zum Kaffee noch ein Frühstück bestellt, und in der gemütlichen Atmosphäre genießen wir es. Ein wenig Schwermut begleitet uns jedoch, und wir fragen uns beide, wie die Reintegration in den Alltag wohl gelingen wird und ob wir es schaffen, dem Trott mit genügend Akzenten entgegenzuwirken.
Obwohl wir vor ein paar Tagen erst gewaschen haben, entscheiden wir uns, hier in St. John’s noch eine kleine Zwischenwäsche zu machen. Meine Jacke hat gestern komischerweise ein paar Bierflecken abbekommen, und auch ansonsten gibt es noch ein paar Teile, die wir waschen können. Die Maschine im sehr modernen Waschsalon überrascht uns nach dem Starten mit einer ungewohnt langen Laufzeit von 45 Minuten. Diese Zeit und die Trocknerzeit nutzen wir dann beide, um die Berichte der letzten Tage zu schreiben. Zeitmanagement können wir!
Danach machen wir uns auf den Weg zum östlichsten Punkt Nordamerikas – Grönland außen vorgelassen. Heute sind wir der Heimat also so nahe wie in den letzten knapp sechs Monaten nicht, und so sehr wir Euch auch vermissen: fast alles in uns schreit danach, noch einmal (mindestens) sechs Monate dranzuhängen. Trotzdem genießen wir den Moment und spazieren von einem leicht außerhalb liegenden Parkplatz zum besagten Punkt und genießen dabei die Aussicht. Der Wanderweg liegt in einem heideähnlichen Gebiet, und eine Brise vom Meer sorgt für Abkühlung. Mittlerweile ist es aufgeklart, und die Sonne gibt sich alle Mühe, uns für den wolkigen Vormittag zu entschädigen.
Nachdem wir einige Zeit auf das Meer geschaut haben und hinter uns auch den Signalturm von gestern ausmachen können, machen wir uns langsam wieder zurück zu Freddie. Wir halten noch beim Restaurant und erstehen zwei Softeis, die wir in einer fischförmigen Waffel serviert bekommen. So wird aus dem kleinen Snack fast eine vollwertige Mahlzeit. Inzwischen sind wir beide von den Eindrücken der letzten beiden Tage mehr als übervoll und freuen uns darauf, einen Stellplatz anzusteuern, der zum mehrtägigen Verweilen einlädt.
Zuvor rollen wir jedoch noch in die entgegengesetzte Richtung. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, dass wir Freddie heute noch einmal waschen. Das ist seit Winnipeg nicht mehr geschehen, und nach den mittlerweile 4000 Kilometern hat sich Freddie das wirklich mal wieder verdient. Eine halbe Stunde später ist Freddie gewaschen und große Teile sind gesaugt. Dann machen wir uns auf den Weg in Richtung unseres Stellplatzes. In knapp einer Stunde Entfernung wartet das Örtchen Ferryland mit einem Stellplatz auf uns, der auf einer vorgelagerten Halbinsel eine schöne Sicht auf das Meer verspricht. Ganz die Abenteurer, die wir sind, schauen wir uns jedoch noch ein paar andere Plätze entlang des Weges an. Das hätten wir uns ehrlich gesagt auch sparen können. Dafür ist dann die Freude umso größer, als wir gegen 21 Uhr endlich in Ferryland ankommen.
Hier findet heute Abend auch das alljährliche Shamrock Festival statt, aber wir sind wirklich voll mit Eindrücken und entscheiden uns für Ramen zum Abendessen in trauter Dreisamkeit.Læs mere















Rejsende
Lecker lecker ;-)