Ein hoch auf die Standheizung!
Aug 2–3, 2024 in Canada ⋅ 🌧 15 °C
We are back!
Zum ersten Mal in sechs Monaten sind wir zu einem Platz zurückgekehrt, den wir beim vorherigen Besuch so schön gefunden haben, dass wir nochmal ein paar Tage hier verbringen wollten. „Crow Head“ – hier haben wir unsere dritte und vierte Nacht auf Neufundland verbracht, stundenlang Wale beobachtet und die Klippenlandschaft über Wanderwege erkundet. So kurz vor unserer Rückreise ist unsere Entdeckerlust für neue Orte ein wenig unterschwelliger. Die Sehnsucht nach einem Platz, von dem wir wissen, was er bietet; dass er so viel Schönheit birgt, dass wir hier nochmal all das aufsaugen können, was uns daheim fehlen wird, ist genau das, was wir uns aktuell wünschen. Wie viele Nächte wir hier verbringen werden, wissen wir noch nicht – unser Bauchgefühl wird es uns schon sagen.
Die Nacht war warm, aber für heute ist ein regnerischer Tag und eine ordentliche Abkühlung gemeldet. Ich wache auf, als Christian um kurz nach 8 Uhr vollkommen angezogen unten vor dem Bett steht und mir sagt, dass er jetzt mit Bella gehe, da es bald anfangen solle zu regnen. Ich bin noch ganz verschlafen und verwirrt, dass Christian die Morgenrunde übernehmen möchte. Im Moment bin ich allerdings sehr dankbar, dass er schon so wach und motiviert ist und mir sagt, dass ich einfach liegen bleiben soll. Na, das Angebot nehme ich doch gern an. Als die beiden wiederkommen, bin ich gerade dabei, das Bett zu machen und blicke in strahlende Christian-Augen. Es weht ein kühler Wind in Freddie, und die Runde, die Christian letzte Woche bereits als schönste Wanderung seines Lebens gekürt hat, war scheinbar auch heute Morgen der perfekte Einstieg in den Tag. Der Ausblick aus Freddie ist aber auch einfach atemberaubend. Wir stehen recht einsam, der Blick auf das Meer von den Klippen herunter ist auch bei wolkigem Himmel so zauberhaft, und das Wellenrauschen und Möwengeschrei ist dabei noch zusätzlich wie die Kirsche auf der Sahne. Entschleunigung pur.
Die Regenfront, die auf uns zusteuert, ist bereits ganz schön nah, und der Gassigang meiner beiden Herzenswesen war perfekt getimt. Das Vorbereiten von Kaffee und Tee geht noch bei offener Tür, um elf schlägt das Wetter dann um, und wir verkriechen uns in Freddie und machen es uns gemütlich. Ich habe tatsächlich noch die Hälfte der neuen Bridgerton-Staffel auf Halde und überlege kurz, ob ich den Tag über einen Mädels-Schnulzen-Serientag einlege. Allerdings haben wir nur noch ein paar Folgen der letzten Staffel Dexter vor uns und entschließen uns stattdessen für einen Serienmörder-Detective-Tag. Wir beide sind ganz schön begeistert von der letzten Staffel, die so ganz anders ist als die bisherigen. Die Stunden ziehen vorbei, der Regen prasselt auf Freddie, und der Wind schaukelt uns hin und her, als lägen wir in einer Hängematte. Wie gemütlich kann ein Freitag sein? Einfach ja. Vor dem Serienfinale legen wir eine kurze Pause zum Vorbereiten des Frühstücks ein. Ich habe total Lust auf Pfannkuchen und so schwinge ich kurze Zeit später den Schneebesen. Mampfend gönnen wir uns die letzte Folge Dexter, die bei der treuen Fangemeinde der Serie eher auf Frust als auf Jubel gestoßen ist. Sagen wir so, man hätte die Serie auch eleganter enden lassen können. Trotzdem muss ich nach acht Staffeln sagen, dass ich die Serie noch nicht über hatte und gern noch weiter am Leben Dexters in Miami teilhaben würde. Gut, dass es seit 2021 (neun Jahre nachdem die Serie eigentlich abgedreht wurde) noch eine ganz neue Staffel im Dexter-Universum gibt und so tauchen wir kurze Zeit später in die erste Folge von „Dexter – New Blood“ ab.
Der Tag ist an Faulheit einfach nicht zu überbieten und nachdem der Regen ab dem Nachmittag abgeflaut ist, im Gegensatz zum Wind, machen Christian und ich uns am Abend gemeinsam bei nur 16 Grad zu einer Runde mit Bella auf. Ich kriege nicht genug davon, einfach aus unserem Heim in die abgelegenste Natur zu fallen und in ein paar Schritten an den zauberhaftesten Klippen mitten im Grün mit Blick auf unglaublich blaue Weite und tosendes Meer schauen zu können. Wie schön es ist, einfach nur im Hier und Jetzt zu sein.
Wieder an Freddie angekommen, zeigt das Thermometer an der Wand 15 Grad an und Christian freut sich wie ein kleines Kind auf eine kühle Nacht. Zum Abendessen gibt es Ramen und wir machen mit dem Tagesprogramm genauso weiter, wie wir vor dem Spaziergang aufgehört haben. Gegen 1 Uhr morgens (vielleicht sollten wir bald anfangen, früher schlafen zu gehen, um einem Jetlag des Todes vorzubeugen) schaut Christian nach draußen und erblickt den schönsten Sternenhimmel überhaupt. Wir hopsen also nochmal in die frische Nachtluft und bestaunen die Milchstraße. Ich wollte mich eigentlich noch mit Kameraeinstellungen für Sternenfotografie beschäftigt haben und ärgere mich ein wenig, dass ich diesen Moment nicht festgehalten bekomme. Es zieht sich leider auch recht schnell wieder zu, weswegen wir von dem angekündigten Meteoritenschauer nichts mitbekommen. Trotzdem eine gigantische Sternenkulisse, auch wenn es nur für ein paar Minuten war.
Wieder in Freddie, wir haben tatsächlich kurz die Standheizung eingeschaltet, weil es nur noch 12 Grad hatte, kuscheln wir uns ein, nachdem wir uns bettfertig gemacht haben und schlummern in Richtung des nächsten Tages.Read more







Traveler
Da würde es mir auch gefallen :-)
Traveler
Super Location👌😌
Traveler
Was die Bella erlebt hat, erlebt bestimmt kein Hund in seinem ganzen Hundeleben🐕🦺❤️