Die Rückreise beginnt
Aug 7–8, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 18 °C
Schon wieder werde ich früh und ohne Wecker wach, obwohl es fast zwei Uhr war, als ich die Augen zugemacht habe. Innerlich bereite ich mich scheinbar schon wieder auf die Wiedereingliederung vor. Hanna gebe ich aber erstmal noch fast eine Stunde Zeit, bevor ich sie sanft und zärtlich wecke. Die Reaktion ist ähnlich wie gestern, aber nach und nach wird ihr Blick klarer.
Die Morgenrunde möchte sie sich dann auch nicht nehmen lassen – ich habe gestern Abend schon „Auf Wiedersehen“ gesagt. Während sich die beiden also auf den Weg machen, kümmere ich mich um die Heißgetränke und mache in Freddie schonmal klar Schiff für die bevorstehende Abfahrt. Viel Unordnung haben wir nicht gemacht, aber trotzdem gilt es, das ein oder andere zu verräumen, kurz zu fegen und unseren Müll schonmal in der Fahrerkabine bereit zu legen.
Den Kaffee genießen wir beide dann aber noch in Ruhe mit dem gewohnt wundervollen Blick auf das Meer. Etwas Schwermut ist heute Morgen schon dabei, aber wir lassen uns beide von ihr nicht überwältigen – noch ist ja Sabbatical!
Gegen 10 Uhr rollen wir dann los und stoppen noch einmal kurz am Crows Nest Cafe, wo Hanna für uns ein kleines Frühstück in Form von Scones und Muffins besorgt. Wahnsinnig lecker, und zum Glück sind die leckeren Kalorienbomben verhältnismäßig klein.
Wie beim letzten Mal stoppen wir auch diesmal wieder am Peytons Campground. Die Dusche ist längst überfällig und auch wenn die letzte Wäsche nur knapp 10 Tage her ist, hat das warme Wetter für etwas mehr dreckige Wäsche gesorgt. Und so können wir dann auch die Schmutzwäsche der nächsten paar Tage gut im Flugzeug mitnehmen. Während die Wäsche ihre Runde im Trockner dreht, nutzen wir die Zeit und schreiben Berichte. Bevor wir Twillingate endgültig verlassen, stoppen wir noch einmal an der Dumping Station. Wir fühlen uns, als würden wir gerade in den Urlaub starten: frisch geduscht, alles frisch gewaschen, kein Müll an Bord, und die Wassertanks sind gefüllt bzw. geleert.
Etwas über eine Stunde brauchen wir, bis wir wieder auf dem Trans Canada Highway angekommen sind. Unterwegs genießen wir mal wieder die Aussicht auf die wunderschöne Landschaft. Nachdem wir schauen, wann wir genau beim Check-In an der Fähre sein müssen, stellen wir überrascht fest, dass wir diese für den Samstag und nicht, wie in meinem Kopf gedacht, am Freitag nehmen. Somit haben wir unverhofft noch einen Tag mehr.
Wir entscheiden uns für einen Stopp inklusive Übernachtung an einer kleinen Brauerei, bei der wir schon auf dem Hinweg überlegt hatten, ob wir hier stoppen sollen. Die Anfrage via Harvest Hosts ist schnell gestellt und es dauert nicht lang, bis wir die Bestätigung bekommen: Bier ahoi!
Nach gut zwei Stunden halten wir an und während Hanna uns ein Frühstück in Form von leckeren Sandwiches zubereitet, tanke ich Freddie mal wieder auf. Es wird die wahrscheinlich vorletzte Tankfüllung in Nordamerika sein (na, wie oft waren wir wohl bislang tanken?). Mir gelingt es dann natürlich, mich beim Essen mit Tomate und Mayonnaise vollkommen einzusauen. Gut, dass wir heute Morgen gewaschen haben.
Gegen 17 Uhr erreichen wir dann das kleine verschlafene, aber wirklich süße Nest „Pilley’s Island“, wo das „Bumblebee Bight Inn & Brewery“ sein Zuhause hat. Das Wetter, wenn auch windig, lädt zum Verweilen auf der Außenterrasse ein, und hier ist auch Bella herzlich willkommen. Wir starten mit einem Flight von vier verschiedenen Bieren (Lager und Red für Hanna, Porter und Ale für mich) und entscheiden uns für ein Steak als kulinarische Begleitung. Die Biere schmecken gut, Hanna und ich tauschen untereinander das Ale gegen das Red aus.
Als uns wenig später das Essen serviert wird, entscheiden wir uns beide für einen Pint Porter bzw. Ale. Unsere Teller sind je zur Hälfte von handgeschnittenen Pommes und zur anderen Hälfte von einem dicken Sirloin-Steak belegt. Das sind die größten Steaks, die wir je auf den Tellern hatten, und zügig beginnt das große Mampfen.
Das Fleisch ist von ziemlich guter Qualität, aber leider nicht wirklich gleichmäßig durchgebraten. Wir sind etwas enttäuscht, obwohl es alles in allem sehr lecker ist. In einem kleinen Fischerdorf Steak zu bestellen, war wahrscheinlich auch nicht die beste Idee unserer Reise. Satt und ja, auch zufrieden, entscheiden wir uns für eine weitere Bierrunde. Bella wird nach dem Essen ordentlich von den beiden Servicekräften angeschmachtet, fotografiert und wir kommen auch ein wenig ins Gespräch. Man merkt den beiden jungen Damen den bodenständigen Charme einer 900-Seelen-Gemeinde an, und so ist das Gespräch sehr herzlich und erfrischend.
Die Dame am Nebentisch überhört, dass wir aus Deutschland kommen, und so verquatschen wir uns für die nächsten 90 Minuten mit Tina aus Clarrenville, Neufundland, die gerade etwas Urlaub mit ihrem Zelt in der Gegend macht. Wir berichten von unserer Reise und von dem Erlebten aus Neufundland, und fast alle Fragen, ob wir diesen oder jenen Ort auf Neufundland besucht haben, können wir mit einem „Ja“ und einer kleinen Anekdote beantworten.
Tina ist 52, wie Hanna Lehrerin, und kann in zwei Jahren in Pension gehen. Nicht nur Hanna macht dabei große Augen! Vielleicht also doch Kanada als neue Heimat? 😉
Nachdem wir uns noch über das ein oder andere Thema ausgetauscht haben, macht sich Tina auf den Weg – sie muss noch einen Platz für ihr Zelt finden. Auf dem Grundstück der Brauerei ist dies leider nicht erlaubt.
Eine letzte Runde Bier wird es für uns beide, bevor wir um kurz vor acht passend zum Schließen die Brauerei verlassen. Beseelt und leichtfüßig spazieren wir noch durch das kleine Nest und kommen schließlich fast pünktlich zum Sonnenuntergang am Aussichtsturm an. Wie unfassbar schön es auch hier ist. Auf und in Neufundland eine nicht so schöne Ecke zu entdecken, ist wahrlich eine Kunst.
Zurück in Freddie machen wir uns dann recht schnell bettfertig und beginnen noch einen Film. Ob es das Bier, das deftige Essen, die Eindrücke oder die irische Musik ist, die aus einem benachbarten Garten in Freddie hinweht, kann ich nicht mehr sagen. Meine Augen werden aber recht zügig sehr schwer, sodass wir den Film nach noch nicht einmal der Hälfte pausieren und ich selbst für meine Verhältnisse sehr schnell einschlafe.Read more














TravelerManno was machen wir in der kommenden Zeit ohne Berichfe ???
Traveler
Hallo ihr Lieben denkt immer dran diese Erinnerungen kann euch keiner mehr nehmen👍❤️
Traveler
Sehr idyllisch👌