• Frühstück der Champions

    9.–10. aug. 2024, Canada ⋅ ☁️ 21 °C

    Sanft von den Sonnenstrahlen an diesem Freitag geweckt zu werden, lässt auch direkt die Gewissheit in Freddie einziehen, dass es heute der letzte Tag auf Neufundland ist und zugleich der letzte Tag, der nicht unter dem Stern der Rückreise steht. Auch wenn diese Gewissheit dazu einlädt, den Morgen in Freddie noch einmal ganz besonders zu genießen, verzichten wir auf den Kaffee. Während Hanna mit Bella am Strand entlang des „Mini“-Deichs spaziert, koche ich nur Tee und mache unser rollendes Zuhause für die Abfahrt bereit.

    Nachdem die beiden wieder zurück sind und sehr zufrieden wirken, machen wir uns auch direkt auf den Weg. Es geht für uns heute Morgen direkt zum „The Wild Strawberry Crêperie & Café“ – die Crêpes locken. Auf dem Hinweg hatte die Küche dort schon keine Crêpes mehr vorrätig, und dieser Fehler soll sich heute nicht wiederholen, als wir gegen kurz nach 10 Uhr das kleine Café betreten.

    Die Rechnung haben wir heute Morgen aber auch ohne den Wirt bzw. die Köchin gemacht: Wir sind deutlich zu früh für Crêpes. Etwas „traurig“ wird es so also nur das Frühstückssandwich für uns in Kombination mit einem leckeren Latte Macchiato. Wir nehmen wieder in der gleichen Ecke wie beim letzten Mal Platz und bekommen wenig später das Frühstück serviert. Auf der einen Hälfte eines Cheddar-Scones befindet sich ein an Eierstich anmutendes Omelett im Blockformat, die andere Hälfte ist mit Zwiebelmarmelade, Salat, Käse und einer Scheibe Schinken bestrichen bzw. belegt.

    Nach dem ersten Bissen in das Sandwich sind wir beide auch sofort versöhnt mit dem Verzicht auf die Crêpes. Während wir satt in den schönen Sesseln sitzen und noch am Kaffee schlürfen, kümmere ich mich schon einmal um die Reservierung einer Transportbox für Bella in einem der Tiergeschäfte in Halifax. Unsere gewünschte Größe ist in verschiedenen Läden vorhanden, sogar auch direkt in einem Pet Valu hier um die Ecke. Es ist noch keine 12 Uhr, als wir das Café verlassen, und da wir heute auch nur knapp 80 Kilometer fahren wollen, stoppen wir noch eben bei besagtem Laden und kaufen direkt die Transportbox. Was erledigt ist, ist erledigt, und so hatte Bella auch noch zwei Tage mehr Zeit, um sich an die Kiste zu gewöhnen.

    Als Ziel für heute haben wir einen Stellplatz in der Nähe eines Leuchtturms auserkoren und steuern diesen dann auch an. Das Wetter ist angenehm kühl, die Sonne scheint und so können wir entlang des Highways immer wieder die verschiedenen Aussichten aufsaugen. Es ist wirklich so unfassbar schön auf Neufundland. Am Leuchtturm angekommen, stellen wir dann fest, dass der Platz wirklich wunderschön ist, wir uns aber mitten in Sichtweite von Wohnhäusern und einem kleinen Bed & Breakfast befinden. Nach kurzem Überlegen fahren wir dann doch noch weiter.

    Den nächsten beiden Plätzen fehlt dann irgendwie der Charme, sodass wir uns am Ende für eine Nacht im Provincial Park entscheiden – inklusive des Vorteils von Toiletten, Duschen und einer Geschirrspülstation.

    Den Nachmittag verbringen wir beide dann recht entspannt in Freddie lesend, programmierend und zwischendurch immer wieder mit einem Innehalten und Revue passieren lassen der letzten 24 Tage, die wir auf Neufundland verbracht haben. Die Transportbox für Bella platzieren wir draußen, und nachdem wir sie beim ersten Mal noch mit ein paar Leckerchen gelockt haben, döst Bella den ganzen Nachmittag ohne Murren und Knurren in ihrer Kiste. Perfekt!

    Am Abend zaubert Hanna uns aus den letzten Resten, die wir noch in Freddie haben, eine riesige Portion Ramen, während ich die Gegend mit Bella erkunde. Der Spaziergang durch ein kleines Waldstück und später entlang einer felsigen Heide begeistert mich mal wieder total und bietet auf ein paar wenigen Kilometern eine unglaubliche Vielfalt.

    Als wir uns für das Bett fertig machen, wird es in Freddie kurzzeitig etwas „eng“. Die Transportbox – Ober- und Unterseite ineinander gestellt – nimmt ziemlich viel Platz in Anspruch. In Teamarbeit gelingt es uns, in bester Tetris-Manier die beste Position zu finden, sodass wir auch immer noch unsere Toilette verwenden können. Es ist noch keine 23 Uhr, als wir das Licht ausmachen, der Film des heutigen Abends gelaufen ist und wir uns ins Land der Träume verabschieden.
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