• Der Anfang vom Ende!

    Aug 11–12, 2024 in Canada ⋅ ☀️ 28 °C

    Obwohl wir nur noch zwei Stunden bis nach Halifax fahren müssen und das Einchecken im Hotel erst ab 16 Uhr möglich ist, werden wir ziemlich früh wach. Zum einen liegt es an der Wärme, die die Temperatur bereits um 8 Uhr auf über 27 °C in Freddie steigen lässt. Mal eben die Türen weit aufsperren und eine kühle Brise durch Freddie wehen lassen ist nicht möglich. Zum einen, weil es für die letzte Nacht der praktische Walmart-Parkplatz geworden ist, zum anderen, weil es draußen auch schon über 26 °C sind. Auch wenn der Abschiedsschmerz in ganz vielen kleinen Momenten und Handgriffen an diesem Morgen lauert, können wir uns zumindest auf die Klimaanlage im Hotel freuen, da wir dort zwei Nächte verbringen werden.

    Hanna spaziert eine Runde entlang der großzügigen Grasflächen um die Supermärkte, und ich bereite alles für die Abfahrt vor. Im Starbucks nebenan bestellen wir noch Kaffee – heute zwei für jeden von uns (heiß & kalt), die wir vor der Abfahrt einsammeln.

    Auf dem Weg nach Halifax machen wir noch einen kurzen Halt in New Glasgow und nutzen die Entleerungsstation an einer örtlichen Tankstelle. Praktischerweise stehen hier auch große Mülltonnen, sodass wir einiges entsorgen können, das wir weder verschiffen noch im Flugzeug mitnehmen dürfen. Mit leeren Tanks und nur noch Sechssachen fahren wir weiter. Der Fahrtwind weht uns um die Ohren, aber die Fönluft sorgt nicht wirklich für Abkühlung.

    Es ist noch keine 13 Uhr, als wir in Halifax, genauer gesagt in Dartmouth, ankommen und auf dem kostenlosen Parkplatz des Hotels im Schatten parken können. Obwohl es noch knapp drei Stunden dauert, bis wir das Zimmer beziehen können, frage ich an der Rezeption nach, ab wann das Zimmer bereit wäre. Mal wieder mit einem Quäntchen Glück (und dank der Kreditkarte mit Gold-Status in der Hotelkette) können wir bereits jetzt aufs Zimmer. Die Gelegenheit nutzen wir direkt: einmal die Keramikabteilung ausprobieren und die Transportbox ins Zimmer verlagern, damit es in Freddie etwas geräumiger wird.

    Zurück bei Freddie beginnt dann das große Packen! Wir haben leider kein Zeitraffervideo gemacht, aber es dauert keine zwei Stunden, bis wir unseren Hausstand von sechs Monaten auseinander dividiert und alles, was wir im Flugzeug versenden wollen, ins Hotelzimmer gebracht haben. Wir haben uns vorher Gedanken gemacht, wie schnell bzw. langsam und stressig das Ganze vonstattengehen wird, und sind mal wieder von unserer Effektivität überrascht. Das nun karge Wohnzimmer der letzten sechs Monate verlassen wir dann zugunsten des Hotelzimmers.

    Wir sortieren noch ein wenig das Chaos im Zimmer und richten es uns gemütlich ein, bevor sich unsere Wege dann trennen. Hanna und Bella erkunden den Park auf der anderen Seite des Highways, und ich fahre mit Freddie durch die Waschstraße. Von außen wird Freddie sauberer als von innen; hier werden wir nach der Ankunft, wenn alles komplett ausgeräumt ist, mal mit Staubsauger und Bürste ausgiebig sauber machen. Aber so kommt immerhin ein Staubgemisch aus verschiedenen Bundesstaaten, Provinzen und Territorien mit über den Atlantik.

    Am Hotel treffen wir fast zeitgleich ein, und ich parke Freddie extra so, dass wir ihn von unserem Zimmer aus sehen können, was bei uns beiden den Herzschmerz etwas verringert. Wir sind beide etwas überfordert, dass wir um 18 Uhr bereits das komplette Tageswerk erledigt haben, und auch ein wenig müde. Auf dem Bett machen wir beide erstmal eine kurze Pause und überlegen noch einmal in Ruhe, ob wir an alles gedacht haben oder ob wir etwas vergessen haben. Außer dem Tausch der zurzeit siegellosen Kennzeichen am nächsten Morgen haben wir scheinbar an alles gedacht.

    Für den Besuch in Halifax hatten wir uns vorgenommen, ins Kino zu gehen, und nach einigem hin- und her raffen wir uns dann auf. Bella scheint vom ganzen Stress bedient zu sein, und fußläufig ist ein Steakhouse erreichbar, das wir dann als unser Ziel wählen. In gemütlicher, abgedunkelter Atmosphäre lassen wir uns kulinarisch verwöhnen. Hanna entdeckt einen chilenischen Pinot Grigio für sich, ich ein lokales Bier. Dazu gibt es für uns beide sehr gute Steaks mit leckeren Beilagen. Die Dessert- und Digestivkarte schlagen wir beide gut gesättigt aus, denn wir wollen danach direkt ins Kino. Keine 7 Minuten später kommen wir an und können uns die Vorstellung im Premiumkinosaal mit (fast) allen technischen Finessen, einer Portion Popcorn, Reese-Pralinen, zwei Getränken und einem Bier gönnen. Umgerechnet zahlen wir für den Spaß knapp 50 €, und im Vergleich zu deutschen Preisen ist das super! Auf dem Weg in den Kinosaal machen wir noch Halt am Butterspender für das salzigen Popcorn (wie gut ist das bitte?). Nach den teilweise bombastischen Trailern genießen wir zwei Stunden lang das aktuelle Action-Spektakel mit Ryan Reynolds und Hugh Jackman und sind vollkommen zufrieden.

    Zurück im Hotel freut sich Bella wahnsinnig, uns zu sehen, und hat scheinbar die Zeit ohne uns in ihrer Transportbox geschlafen – perfekt! Mit einer breiten Palette an Gefühlen schlafen wir beide wenig später ein.
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