• Los vientos de la Patagonia

    30 grudnia 2025, Argentyna ⋅ 🌧 10 °C

    Die Winde Patagoniens - die sollten wir noch kennenlernen... 🌬

    Aber eins nach dem anderen:
    Heute Morgen lassen wir es erstmal ruhig angehen. Wir schlafen aus und setzen uns gemütlich an das liebevoll aufbereitete Frühstück. Das Wetter soll heute ohnehin nicht gut werden, Regen und viel Wind den ganzen Tag sind vorhergesagt.
    Tatsächlich begrüßt uns ein zwar windiger, aber sonniger Tag. Bilderbuch Patagonien.

    Die Unterkunft hier ist so herzlich und fühlt sich tatsächlich wie ein Zuhause an. Wir sprechen kurz mit unserem Host Ian, der uns erzählt, dass er während COVID-19 mit seiner Frau aus Buenos Aires hier die Einsamkeit gesucht hat und seither hier geblieben ist - trotz der harten Winter in denen es bis zu -20 °C kalt wird und gerne 2m Schnee geben kann.
    Für den Nachmittag empfiehlt er uns auch eine Wanderung auf den Cerro Cristal von dem man eine wunderbare Aussicht haben soll und außerdem fernab der Touristenströme ist.

    Wir fahren also los. Die Straße ist eine lange lange Schotterpiste, 1,5h lang. Schnell fahren ist hier nicht möglich und ständige Vorsicht ein Muss. Allerdings belohnt uns die Aussicht mit einer traumhaften Kulisse. Vorbei an vereinzelten Pferdehöfen ist hier draußen ansonsten kein Lebenszeichen. Mehrmals fragen wir uns, ob der Wanderweg hier starten soll, fahren dann aber doch noch ein bisschen weiter.

    Schließlich fahren wir erneut in den Nationalpark Los Glaciares, nur müssen wir hier nicht erneut zahlen, kein Mensch ist hier. Wir fahren ein wenig weiter und finden endlich den Beginn des Wanderwegs. Sogar ein kleines Buch steht bereit, in das sich die Wanderer bei Beginn ein- und bei der Ankunft austragen können.

    Wir maschieren also los. Zunächst schlängelt sich der Weg einige Serpentinen den Berg hoch und schon bald genießen wir wundervolle Ausblicke auf den Lago Roca. Hier sehen wir auch zwei Andenkondore, riesige Greifvögel mit einer Spannweite von über 3 Metern, sehr beeindruckend!!

    Je weiter wir hochsteigen, desto besser wird der Blick - und dann kommt er: in der Ferne ragt zwischen zwei langen Berghängen mit einem mal der Moreno Gletscher heraus. Majestätisch liegt er da und schiebt seine Eismassen aus dem südpatagonischen Eisfeld ins Tal.
    Der Anblick lässt unseren Blutdruck steigen, leider zu sehr für Célines Nase. Ein Taschentuch haben wir im Zimmer vergessen, daher muss nun der patagonische Wind das Blut trocken und die Blutung dadurch stillen. Wind, den haben wir hier genug, also marschieren wir weiter.

    Der Anstieg wird immer steiler und teilweise auch sehr beschwerlich, wir fühlen uns hier wie in der Höhe, die Luft ist großartig, aber fühlt sich ein wenig dünn an. Naja vielleicht sind es auch nur die anstrengenden letzten Tage. Aufgeben tun wir natürlich nicht, also wandern wir weiter, nun durch ein kleines - und hier in Patagonien eher seltenes - Waldstück bis wir schließlich vor einer großen Geröllwand stehen. Wir meinen zwar, den Gipfel zu sehen, der liegt aber sogar noch versteckt dahinter.

    Von Meter zu Meter, die wir an Höhe gewinnen, nimmt der Wind zu. Zunächst ein starker, steifer Wind nimmt er auf dem finalen Anstieg uns völlig unbekannte Ausmaße an. Glücklicherweise weht er in unserem Rücken, anderenfalls wäre der Anstieg kaum möglich gewesen. Der Druck ist so groß, dass man den Berg hoch segeln kann, wenn man sich ein wenig groß macht, man spürt den Winddruck merklich im Rücken. Ganz verrückt wird es an einer kleinen Stufe. Bei einem kleinen Sprung nach oben schiebt der Wind so stark, dass wir von selbst auf die Stufe gedrückt werden.

    Noch immer nimmt der Wind zu als wir schließlich den Gipfel erreichen. Hier steht kein Gipelkreuz, sondern eine Metallhalterung und wir verstehen sofort warum. Ohne sich hieran festzuhalten wird man sprichwörtlich umgepustet. Freude, Stolz aber auch Respekt machen sich in uns breit. Die schon fast furchterregende Kraft des Windes macht bei uns mächtigen Eindruck.

    Lange bleiben wir daher nicht auf dem Gipfel und treten rasch den Abstieg an. Der Berg will uns kaum gehen lassen, so scheint es, haben wir beim Abstieg den Wind gegenan. Nach den obersten Metern geht es aber immer besser und bald schon erreichen wir wieder das kleine Wäldchen. Hier angekommen erholen wir uns kurz und schieben uns ein paar Nüsse als Wegzährung für den restlichen Abstieg in den Mund.

    Nach etwa 1,5h traumhaften Abstiegs bei wunderbaren Aussichten erreichen wir schlussendlich überglücklich und stolz unser Auto.

    Auf Empfehlung vom Ian - unserem betreits bekannten Hotelier - gehen wir am Abend Lamm essen. Sehr typischfür die Region wird es am offenen Feuer geröstet und bekommt dadurch eine besonders rauchige Note. Es schmeckt in jedem Fall sehr köstlich intensiv.
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