• Geradeaus nach El Chaltén und 2026

    31 grudnia 2025, Argentyna ⋅ ☀️ 6 °C

    Heute Morgen heißt es Abschied nehmen von El Calafate und es fällt uns tatsächlich nicht leicht. Zu gut hat uns die kurze Zeit in dem hübschen Häuschen mit den lieben Inhabern Ian und Tatiana gefallen. Aber wir freuen uns jetzt schon auf die kommenden Tagen mitten in den Bergen Patagoniens. Unser Ziel heißt El Chaltén.
    Ian gibt uns noch einen guten Tipp zum Abschluss, immer Wasser im Auto und einen vollen Tank zu haben, denn hier in der Wildnis gibt es teilweise über Stunden keine Tankstelle und auch keine Siedlung - so auch für die 3h Fahrt die vor uns liegen.

    Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem kleinen lokalen Laden und einer Tankstelle legen wir los. Das Wetter ist herrlich, die Stimmung gut.

    Kurz hinter dem Ortsausgang sehen wir zwei freundliche junge Backpacker winken. Wir entschließen uns, zu halten (wie das hier so üblich ist) und sie fragen uns, ob wir zufällig nach El Chaltén fahren. Gerne nehmen wir die beiden mit und stellen erfreut fest, dass sie aus Frankreich kommen und bereits viele Monate durch Südamerika reisen. Die beiden kennen sich sogar selbst erst seit ein paar Tagen und haben sich entschlossen, ein Stück gemeinsam zu reisen. Sie sind unheimlich nett und die Fahrt ist sehr angenehm, nur mit dem Backpacker-Odeure haben wir ein wenig zu kämpfen.

    Entschädigt werden wir aber mehr als reichlich, denn uns erwartet ein windiger - das ist keine Überraschung - und fast wolkenloser Tag. Schon aus der Ferne können wir den Fitz Roy sehen, den berühmten Berg zu dessen Füßen El Chatlén liegt. Dieser Berg ist selten wolkenlos, doch heute erstrahlt er in seiner ganzen Schönheit und Impulsanz.

    Die Straße geht meist geradeaus, Kurven sind eine seltene Abwechslung. Es geht vorbei an den riesigen Lago Argentino und Lago Viedma und vor uns kommt das beeindruckende Panorama des Fitz Roy Massives immer näher. Am Rand der Straße sehen wir hin und wieder ein Guanaco, ansonsten nur die Weite Patagoniens.

    Schließlich kommen wir in dem hübschen Bergdörfchen an, verabschieden uns von unseren Mitreisenden und fahren zu unserer Unterkunft, dem Hostel Lo de Trivi. Dieses Hostel wird regelmäßig von Kletterern gewählt und das merkt man. Die Atmosphäre ist familiär und locker, die Küche und Kühlschränke basieren viel auf Vertrauen und Gemeinschaft und das Personal ist unheimlich freundlich und hilfsbereit. Als Geschenk für unsere Flitterwochen bekommen wir sogar ein süß gepacktes Päckchen mit zwei lokalen Gebäcken. 😍 Dazu werden wir wieder überhäuft mit Empfehlungen, Tipps und Möglichkeiten, die wir uns kaum alle merken können. Eine davon ist aber noch eine einfache Nachmittagswanderung zum Lago Eléctrico, einem kleinen Gletschersee in einem Tal. Klingt verlockend, also machen wir uns - mit den Küchlein bepackt - auf den Weg.

    Nach kurzer Fahrt kommen wir am Startpunkt an. Wir laufen los und stellen schon bald fest, dass die Wegmarkierungen hier sehr überschaubar sind, promt verlaufen wir uns ein bisschen, finden den Weg aber schnell wieder. Der Weg führt zunächst am Fluss entlang, dann durch ein relativ ebenes Waldstück. Im Wald fällt uns auf, dass so ziemlich alle Bäume Frostschäden aufweisen und viele Äste und Bäume die harten Winter und die Bedingungen nicht überlebt haben. Die Blätter sind verglichen mit europäischen Bäumen winzig und nur dort wo Sonne scheint auch zahlreich.

    *gerade sind wir beim schreiben des Blogs ein wenig weggedöst. Warum? Mehr dazu im morgigen Post. Jetzt erstmal eine Mate bekommen, wunderbar! Jetzt geht's weiter:

    Wir laufen weiter den Weg durch den Wald, der jetzt auch direkt am wilden Fluss entlang führt. Das Wasser ist hier so wild, dass selbst Rafting und Kajakfahren nur für Profis möglich sein dürfte.

    Schließlich kommen wir nach nicht ganz 2h an einer kleinen Camping/Hostel Unterkunft an, hier steht ein Warnschild: Puma Gebiet! Eine kleine Hoffnung, das mitunter seltenste Tier der Welt zu sehen, machen wir uns aber erst gar nicht.

    Wir steigen weiter in das Tal hinein und kommen nach gut einer halben Stunde über ein Geröllfeld am Ufer des kleinen Sees an. Wunderschön erstreckt sich am Ende ein kleinerer Gletscher und vor ihm ein länglicher See. Wie immer hat auch hier der Wind wieder zugenommen und bläst uns wiedermal fast von den Beinen. Vom Gletscher her kommend bläst der eisige Wind so stark, dass sich sogar in dem winzigen See Wellen von ca. 0,5m auftürmen und die Wassermassen in den Fluss pressen. 🌊

    Lange bleiben wir hier nicht, sondern treten bald den Rückweg an. Nicht ganz 2,5h trennen uns von Ende der Wanderung und auf dem Rückweg kommen uns einige Kletterer und schwer beladene Camper entgegen, die die Nacht im Camp verbringen werden.

    Als wir wieder am Auto ankommen, schlägt die Uhr genau 20.00 Uhr. Happy New Year in Deutschland! Aber nicht bei uns. Wir stellen fest, dass wir 2025, das Jahr unserer Hochzeit, so ausgereizt haben wie Kaum besser möglich:
    Im vergangenen Jahr sind wir am Strand von La Réunion bereits 3h vor deutscher Zeit ins Jahr 2025 gestartet und jetzt bleiben uns noch ganze 4h extra 2025 hier in Patagonien und die genießen wir gerne und in vollen Zügen! ❤️

    Zurück in El Chaltén machen wir uns ein bisschen frisch und suchen uns ein nettes Restaurant für den Jahresabschluss. Naiv, wie wir sind, denken wir, uns beide bekommt man schon noch unter... aber weit gefehlt.
    Alle Restaurants, die wir betreten, sind restlos belegt. Nach der vielen Lauferei laufen wir nun weiter etwas hungrig durch den Ort und sehen bereits erste Silvesterpartys starten.
    Schließlich finden wir aber ein sehr uriges und authentisches Restaurant, das uns zumindest draußen Plätze anbietet. Wir nehmen gerne an, merken dann aber schnell, dass auch wenn hier Sommer ist, wie immer noch in Patagonien sind. Eisiger Wind pfeift uns um die Nase. 🥶
    David will gerade los laufen und alle Jacken holen, die wir noch haben, als ein Tisch im Restaurant frei wird. Den nehmen wir uns sofort!

    Wir haben einen super Abend mit Burgern nach Argentinischer Art, Patagonia Cerveza und fröhlichen Menschen.

    Nicht mehr lange vor Mitternacht kehren wir in unser Hostel zurück. Aus El Calafate haben wir uns einen Sekt mitgebracht. Wir setzen uns an eine Wiese an der Straße mit Blick auf die nächtlichen Umrisse der Berge und pünktlich zum neuen Jahr ploppt der Sektkorken. Das ist auch der lauteste Böller hier 😃

    Prost Neujahr 🥂
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