Die größte Dusche der Welt! 🚿
4 stycznia, Argentyna ⋅ ☀️ 27 °C
Guten Morgen Iguazú!
Nachdem wir gestern schlappe 3,700 km zurückgelegt haben, wachen wir heute Morgen, wieder recht früh, bei strahlendem Sonnenschein im dichten Grün der Dschungelausläufe auf.
Nach einem kurzen Frühstück, holt uns ein kleiner Bus gegen 7:40 Uhr vom Hotel ab und wir starten, nach ein paar Stops an weiteren Hotels, unsere 30 min Fahrt in den Iguazú Nationalpark.
Dort angekommen, erklärt uns Guide Nicolas den Aufbau des Parks - dieser wurde ursprünglich (1934) als Grenzschutz zu Brasilien etabliert, hat sich aber heute dem Artenschutz und der Biodiversität verschrieben.
Zunächst nehmen wir ein kleines Bähnchen, was uns vorbei am Dschungel zum oberen Teil des Parks und damit zum höchsten Wasserfall, der "Garganta del Diablo" fährt. Der Park und die Bahn sind pickepacke voll mit Touristen aus aller Welt. Heute gönnen wir uns mal so richtig Touriprogramm, lachen wir nach den menschenleeren Weiten Patagoniens.
Alles in allem fühlt es sich seltsam an, gestern morgen noch in El Chaltén am Fitz Roy in der einsamen Wildnis Patagoniens gestanden zu haben und heute im trubeligen, hektischen Jungel zu sein, aber immer noch in Argentinien. Den Trubel merkt man nicht nur den lauten Grillen, Zikanden und Vogeln an - die uns nach den stillen Gegeden Patagoniens sehr laut vorkommen -, sondern auch den Menschen. Alles ist ein wenig hektischer, aber keineswegs unangenehm.
Über einen ca. 1 km langen Steg bahnen wir uns den Weg über den Fluss oberhalb der Abbruchkannte. Dass es ein Fluss ist, kommt uns nicht so vor, sieht er doch eher wie ein See aus.
Vorbei an riesigen karpfenähnlichen Fischen und sogar eine kleine Schildkröte entdecken wir auf dem Weg. Und dann tut er sich vor unseren Augen auf - der ‚Rachen des Teufels‘ - es ist ein unsagbares Naturschauspiel, dass seinem Namen alle Ehre macht.
Vor uns steigt schon von Ferne Gischt wie Rauch auf. Als wir näher kommen, sehen wir, wie das Wasser des "Sees" fast strudelförmig in ein riesiges, zu einer Seite offenes Loch stürzt, als hätte man den Stöpsel einer gigantischen Badewanne gezogen.
Die Wassermassen stürzen mit einer solchen Wucht in die Tiefe, dass man das Ende der Schlucht nicht mal erkennen kann und einem schon beim zuschauen wirklich schwindelig wird. 😵💫 Wirklich beeindruckend!
Aber das ist nicht die einzige Stelle. Überall um uns herum stürzen scheinbar unzählbar viele weitere Wasserfälle ins Tal.
Wir verweilen ein wenig hier und saugen diese unglaubliche Atmosphäre aus allen Blickwinkeln auf.
Nur schwer können wir uns lösen, aber es gibt noch so viel mehr in diesem Park zu entdecken… insgesamt erstrecken sich größere und kleinere Wasserfälle auf einer Strecken von 2 km, die alle durch die Abbruchkannte zweier tektonischer Platten entstanden sind.
Für Rückweg zur Mittelstation entschließen wir uns, auf die Fahrt mit der vollen Bahn zu verzichten und lieber zu Fuß durch den Wald zu gehen, um die Geräusche, Gerüchte und Anblicke des Dschungelausläuders aufzusaugen. Unser Guide ist sichtlich überrascht und fragt uns, ob wir sicher seien, 3 km zu Fuß laufen zu wollen. Wir müssen uns ein Lachen verkneifen 😜
Also gehen wir zu Fuß und bestaunen die tolle Natur. Hier sehen wir beispielsweise Faustgroße Spinnen, deren Netze sich über ganze Nebenflüsse - ca. 5-10m - erstrecken und wir hören gespannt den wunderbaren Geräuschen des Dschungels zu.
Da wir schneller sind als das kleine Bähnchen, essen wir erstmal zu Mittag und essen den Rest unseres Wanderproviants auf. Kaum sind wir fertig, kommt auch endlich die Reisegruppe um unseren Guide Nicolas an. Er zeigt uns den oberen Panoramaweg, von dem man einen atemberaubenden Blick über fast die ganze Wasserfallschlucht hat und insbesondere auf den Cataratas San Martin, benannt nach dem Argentinischen Freiheitskämpfer und Nationalhelden, dessen Grab wir in der Kathedrale in Buenos Aires gesehen haben.
Es sind Bilder wie aus Phantasy-Filmen. Wir überqueren weitere kleine Stege und erreichen überwältigende Blicke über die herabstürzenden Wassermassen.
Und wir können uns einfach nicht sattsehen an den vielen Wasserfällen. Das Schöne ist auch, dass wir die Blicke im eigenen Tempo genießen können und nicht an die Reisegruppe gebunden sind. Entstaunt bewundern wir dabei, wie uns plötzlich ganz entspannt ein kleiner Nasenbär auf der Reling des Stegs entgegenkommt.
Danach führt uns der Weg zurück zu einem kleinen Food Court. Mittagspause - erklärt uns Nicolas.
Aber die brauchen wir jetzt nun wirklich nicht...
Also entscheiden wir uns, den unteren Panoramaweg zu gehen, den die Tour eigentlich auslassen würde. Und es lohnt sich!
Von nächster Nähe sehen wir nun die Wasserfälle um den Cataratas San Martin, insbesondere den Salto Dos Hermanas (Zwei-Schwestern-Wasserfall), zwei fast identische wunderschöne Wasserfälle.
Pünktlich zum großen Finale der Tour treffen wir wieder auf den Rest der Gruppe am Food Court. Wir nehmen einen Cabrio Truck und fahren durch den Dschungel flussabwärts. Nach einer kurzen Fahrt kommen wir am Hafen der 'Gran Adventura' an. Mit Schwimmwesten und wasserdichten Säcken ausgestattet, steigen wir in das kleine Speedboot.
Mit vollem Tempo legen wir ab. Wir rasen den Fluss hoch, vorbei an Krokodilen und hohen Klippen. Sehr bald schon nähern wir uns den Wasserfällen. Hier vom Boot aus zeigt sich uns nochmal ein ganz anderer Anblick auf die Wasserfälle. Wir nähern uns zunächst der Garganta del Diablo aus sicherer Entfernung und staunen über die tosenden Wassermassen um uns herum. Wir haben höchsten Respekt vor den Fähigkeiten unseres "Capitanos".
Nun drehen wir ab und fahren in die Schlucht um den San Martin. Aber nicht nur das. Mit voller Kraft voraus steuert der Capitano voll in den Wasserfall hinein - die größte Dusche der Welt!!
Wir werden pitschnass und das ganze Boot kreischt, gröhlt und lacht! Tosender Jubel bricht aus, als der Capitano ein zweites Mal mitten in den Wasserfall hineinsteuert. Was für ein grandioses Erlebnis.
Und weils so schön war, steuern wir in einen weiteren Wasserfall im Nebenarm noch umso tiefer in den Wasserfall hinein. Das Wasser prassel von oben auf unsere Köpfe. Wir sehen gar nichts mehr.
Lange können wir aber nicht unter dem Strom bleiben, die Wassermassen sind so stark, dass wir schon in Sekunden wieder herausgetrieben werden.
Strahlend über dieses einmalige Erlebnis, treten wir schließlich die Rückfahrt an. Auf dem Weg kreuzen uns zwei Capivaras (Wasserschweine), die sehr putzelig den Fluss durchqueren.
Zurück am Hafen ziehen wir uns trockene Klamotten an. Auf der Rückfahrt huscht auch noch eine große Nasenbär Familie mit ca. 7 Babynasenbärchen über die Straße.
Jetzt gönnen wir uns erstmal ein Cerveza in der warmen Sonne. Das war ein Spaß!!
Mir dem Bus geht es zurück zum Hotel, wo wir uns kurz frischmachen und zum Abendessen aufbrechen. Wir finden ein uriges, lokales Restaurant.
Um unsere heutige Wassererfahrung abzurunden, essen wir heute traditionelle Flussfische. Es gibt Pacu Tropical und Surubi mit Maniok chips, dazu Bori Bori und Empanada und wir trinken einen fabelhaften Viognier aus Mendoza. Rundum wieder einmal sehr lecker! Czytaj więcej


























Danke für die tolle Reisebeschreibung, sie liest sich so kurzweilig. Ich freu mich, dass ihr so viel Spaß habt! [Mama Reinhild]
Podróżnik
🩷🩷🩷