• Sternflöter in Tilcara

    6 stycznia, Argentyna ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute ist Abreisetag aus Puerto Iguazú und wieder einmal reist uns hierfür der Wecker früh morgens (6:00 Uhr) aus dem Schlaf - so stellt man sich Urlaub vor 🥱. Zum Glück ist es jedoch taghell und so packen wir eilig unsere sieben Sachen zusammen und erhaschen noch schnell ein kleines Croissant, eine Tasse ☕️ und etwas Obstsalat vom Frühstück bevor uns um Punkt 7:00 Uhr ein Taxi zum Flughafen abholt.

    Dort angekommen, verläuft wie "fast" immer alles reibungslos und sehr schnell und bald schon sitzen wir am Gate.

    Als wir von der Startbahn abheben sehen wir noch einmal eindrucksvoll die Iguazú Wasserfälle aus der Luft. Selbst hier sieht man sogar die Gischt spritzen.

    Wir fliegen über Paraguay und Nordargentinien, vorbei an skuril verlaufenden Flüssen und landen wenig später heil und munter in Salta.
    Uns springt sofort ins Auge, wie grün und lieblich hier alles aussieht.

    Wir übernehmen problemlos Mietwagen Nr. 2 und düsen los. Tatsächlich fahren wir direkt raus aus Salta und der Region, den unser Ziel liegt im Norden, an der Grenze zu Bolivien, der Provinz Jujuy. Auf dem Weg zu deren Hauptstadt San Salvador entscheiden wir uns für Scenic Route über eine enge Gebirgsstraße. Um uns herum tut sich ein grünes Meer auf, ein dichter Wald mit hohen moosbewachsenen Bäumen, unzähligen Lianen und Kletterpflanzen.

    Als der dichte Wald sich schließlich lichtet, erreichen wir einen kleinen Stausee mit einem netten Café. Hier machen wir erstmal Mittag und genießen den Blick über den See und die weiten grünen Lande.

    Gestärkt wollen wir nun weiter fahren, diese Rechnung haben wir aber nicht mit einer kleinen Herde junger Stiere und Kühe gemacht, die unsere Straße blockieren. Chillend und spielend versperren sie uns die Straße und denken gar nicht daran, Platz zu machen, bis schließlich ein Mann die wirklich gefährliche Waffe einsetzt: einen dünnen Ast mit Blättern. Er schlägt ihn kurz auf den Boden und schon sie die Chiller wieder weg. 🐮

    Bald darauf passieren wir San Sebastian de Jujuy und fahren kurz dahinter einen kleinen Pass hoch, die Straße geht steil bergauf. Womit wir nicht gerechnet haben ist, dass sich die Vegetation kurz danach aber mal so komplett verändert! Von dem dichten, vielfältigen Grün ist plötzlich nichts mehr zu sehen. Vielmehr erwartet uns eine trockene Gegend voller scharfkantiger Felsen, Gestrüpp und gigantischen Kakteen (genau so sehen sie aus: 🌵) Die Kakteen wachsen teilweise wie Wälder und sind mehrere Meter groß, Wahnsinn!
    Die Erde färbt sich plötzlich in den unterschiedlichsten Farben und besonders das markante dunkle rot erinnert uns sehr an den Tsavo Nationalpark in Kenia. Die Berge strahlen in der glühenden Sonne in Rot, Gelb, Weiß, Ocker, usw. Es ist ein wahres Naturschauspiel, dass sich hier hinter jeder Kurve verbirgt.

    Dann schließlich erreichen wir unser Ziel, Tilcara. Pünktlich zum Sternenmarsch zum Fest der hl. drei Könige. Die kleine Stadt ist komplett abgesperrt, nichts geht mehr. Wir kommen nicht einmal zu unserem Hostel, um unser Auto und Gepäck abzustellen. Daher stellen wir das Auto irgendwo ab und mischen uns unter das Fest. So ganz gelingt uns das allerdings nicht, fallen wir hier aufgrund unserer Hautfarbe und Größe doch schon sehr auf. Aber das stört keinen und wir werden überall sehr freundlich angenommen.

    Viele Gruppen junger Menschen ziehen tanzend, trommelnd und flötend durch die Stadt. Hinter ihnen bringen Menschen jeweils Gaben und kleine Jesusfiguren zur Krippe. Die Musik mit Trommeln, Pauken und den schrillen Flöten (teils Panflöten) ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber hat ihren eigenen Charm. Es ist ein umheimlich nettes Fest bei dem es anscheinend bewusst nicht so sehr darum geht, etwas professionelles darzubieten, sondern mehr, dass man gemeinsam die Sache feiert - so kommt es uns zumindest vor. Wir sind sehr froh, bei diesem authentischen Fest dabei gewesen zu sein.

    Am Abend gehen wir dann noch in ein ebenso authentisches und liebevoll eingerichtetes Restaurant am Rande der Stadt. Wir essen eine fantastische gemischte Platte aus Spezialitäten der Region, insbesondere bekommen wir das hier so typische Lama. Hat ganz hervorragend geschmeckt, wir sind schwer begeistert.
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