• Lichtjahre zum Greifen nah 🌟

    January 13 in Chile ⋅ ☀️ 27 °C

    Ein letztes Highlight - oder eher unzählige 'Highlights' - hat Atacama noch für uns parat. Berühmt ist diese Wüste nämlich nicht nur für ihre Trockenheit, sondern auch für ihren klaren und fast immer wolkenfreien Sternenhimmel. Von hier wurden eine Vielzahl bemerkenswerter astronomischer Entdeckungen gemacht, u.a. auch (Mithilfe anderer Standorte weltweit) das erste Bild eines schwarzen Lochs aufgenommen.

    Daher wollen auch wir uns von diesen Wundern des Universums begeistern lassen - und das gelingt!

    Am Abend holt uns ein - leider etwas muffiger - Fahrer vom Hotel ab. Andere Gleichgesinnte sind ebenfalls bereits im Wagen. Es herrscht eine ruhige, fast gespenstige Stille im Kleinbus.
    Wir fahren einige Minuten raus aus der Stadt, bis wir an einem dunklen Ort ankommen, der Weg ist mit roten Leuchten gekennzeichnet. Rodrigo, unser heutiger Astroguide, begrüßt uns herzlich in ruhiger Stimme. Er geleitet uns zu einem Sitzkreis. Decken liegen schon bereit.

    Wir nehmen in den gemütlichen Liegestühlen Platz, blicken gespannt in den dunklen und doch hell sternenerleuchteten Himmel und lauschen Ridrigos angenehmer Stimme. Er bringt uns in einer wundervollen Art die unendliche Weite es Kosmos näher; zunächst mit bloßem Auge staunen wir was wir alles erkennen können. Wir sehen Sternschnuppen, Sateliten und - Mithilfe Rodrigos - weitere Bruchteile das wundervollen Weltalls. Vor dieser Weite fühlen wir uns plötzlich wintzig klein.

    Mit einem Laserpointer erklärt uns Rodrigo u.a. das Sternenbild des Orion, die heute sichtbaren Sternzeichen Zwilling und Stier, das Kreuz des Südens (Sterne die gen Süden zeigen, einen "Südstern" gibt es nicht) und er zeigt uns eindrucksvoll die Rotation der Erde. Besonders beeindruckt sind wir, als Rodrigo auf zwei "Wolken" zeigt - wo kommen die her, der Himmel war doch wolkenlos. Es handelt sich vielmehr um die zwei Magellan Galaxien, also außerhalb unserer Milchstraße, die wir hier mit bloßem Auge sehen können. Sie wurden von dem berühmten Seefahrer das erste Mal schriftlich vermerkt. Atemberaubend!

    Danach dürfen wir mehrere Blicke durch die großen Teleskope werfen, die Rodrigo für uns vorbereitet hat. Wir sehen die Geburt von Sternen im "Weltraumnebel", Millionen mit bloßem Auge nicht sichtbare Sterne, den hellen blauen Schein des hellsten Sterns des Himmels, dem Sirius, sowie den letzten roten Schein des sterbenden Sterns im Sternbild des Orion.

    Besonders beeindruckend wird es aber dann, als Rodrigo die Teleskope auf die Planeten Saturn und Jupiter einstellt. Wir sehen unsere Nachbarsplaneten mit ihren 'Ringen' und 'Streifen' sowie sogar vier Monde des Jupiter.

    Später zündet Rodrigo noch ein Lagerfeuer an und wir sitzen zusammen bei heißen Getränken, Reserve-Rotweinen und Snacks. Zu gerne hätten wir uns noch weiter mit Ridrigo und insbesondere dem freundlichen älteren US-Amerikaner Robert unterhalten, als uns 'viel zu früh' schon wieder der kleine Minibus abholt. Wir werden den Himmel sicherlich nunmehr mit anderen Augen sehen.

    Am nächsten Morgen heißt es dann - nach einer langen Nacht - Abschied nehmen von Atacama. Wir nehmen den Bus in die Stadt Calama. Der Weg führt gerade durch die leblose und undankbare, aber doch so faszinierende Atacama-Wüste. Endlose Weiten von trockenem "nichts".

    Schließlich kommen wir in der Stadt Calama an. Diese ist eigentlich nur für eine Sache berühmt, denn unweit von ihr liegt die größte Kupfermiene der Welt. Ansonsten kann die Stadt, in der vorallem Glücksspiel und Prostitution vorherrschen, nicht punkten. Wir nehmen daher alsbald ein Taxi zum Flughafen. Das Mittagessen dort, so geplant, gestaltet sich allerdings als große Herausforderung. Das Angebot am Flughafen reicht von furchtbar bis schrecklich, also gönnen wir uns eine reichhaltige Packung Nachos mit Eiscreme.

    Als wir dann endlich abheben, fliegen wir über die schier endlosen Wüste. Das ganze Flugzeug schläft oder hat Flugangst, alle Fensterblenden sind zu, äußert seltsam... 😂
    Nach 1,5 h Flug ist unter uns noch immer kein Leben zu sehen. Lediglich hin und wieder kann man die Abbauflächen von groß angelegten Mienen sehen.

    Plötzlich sinkt das Flugzeug und schlagartig wird die Landschaft grüner. Wir kommen in Santiago de Chile an. Wir nehmen die Öffentlichen in die Innenstadt und fühlen uns insbesondere in der Metro sehr an Paris erinnert: knubbelig, eng, schnell und unfreundlich - effizient halt.

    Angekommen in unserem wunderschönen Hotel erwartet uns eine süße Überraschung. Zu unserem 'luna de miel' ist unser Zimmer besonders hübsch dekoriert.
    Wir genießen einen Pisco Sour auf der herrlichen Dachterrasse und schlendern danach durch die nahe gelegene Stadt, bis wir ein schönes Abendessen im Viertel Bellavista einnehmen. Wir freuen uns schon, morgen die Stadt zu entdecken...
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