Runde durch den Dogenpalast - Teil 2
April 11 in Italy ⋅ ☀️ 15 °C
Bei unserem Rundgang konnten wir vor allem dank des Audioguide einiges über die Dogen der Stadt erfahren. Ein Begriff, bzw. eine Position, die es in sonst keiner Stadt gibt und somit für uns lediglich durch Fernsehserien, wie beispielsweise „Medici“, bekannt war. Die Dogen von Venedig waren über viele Jahrhunderte hinweg die Staatsoberhäupter der Republik. Allerdings darf man sie sich nicht als klassische Könige vorstellen. Der Doge war eher eine Mischung aus repräsentativem Oberhaupt, Vorsitzendem und streng kontrolliertem Politiker. Gewählt wurde der Doge auf ein Leben lang, aber durch ein extrem kompliziertes Wahlverfahren, das Manipulation verhindern sollte. Mehrere Wahlgänge und zufällige Auslosungen sorgten dafür, dass keine einzelne Familie zu viel Einfluss bekam. Trotzdem stammten die Dogen fast immer aus den mächtigsten Adelsfamilien Venedigs. Wichtig ist, dass die Macht des Dogen stark eingeschränkt war. Entscheidungen traf er nie allein, sondern immer zusammen mit Gremien wie dem Großen Rat oder dem Rat der Zehn. Dadurch entstand ein für die damalige Zeit ungewöhnlich stabiles politisches System, das über Jahrhunderte funktionierte. Zu den Aufgaben des Dogen gehörten die Repräsentation der Republik nach außen, Leitung von Sitzungen im Dogenpalast und die Teilnahme an wichtigen religiösen und staatlichen Zeremonien. Ein berühmtes Ritual war die symbolische „Vermählung mit dem Meer“, bei der der Doge einen Ring in die Lagune warf, um die Macht Venedigs über das Wasser zu zeigen. Bekannte Dogen sind zum Beispiel Enrico Dandolo, der eine wichtige Rolle im Vierten Kreuzzug spielte, oder Marino Faliero, der wegen eines gescheiterten Umsturzversuchs hingerichtet wurde. Ein Zeichen dafür, wie streng das System auch gegen den eigenen Herrscher war. Beeindruckend zu erfahren, wie die Machtverhältnisse in dieser eins sehr mächtigen Stadt waren. Immer war Venedig ungefähr zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert eine der mächtigsten Handelsmetropolen der Welt. In ihrer Blütezeit kontrollierte Venedig wichtige Handelsrouten zwischen Europa und dem Orient. Gewürze, Seide, Edelsteine und andere wertvolle Waren wurden hier umgeschlagen und weiterverkauft. Der Reichtum daraus spiegelte sich in prachtvollen Gebäuden wie dem Dogenpalast und im luxuriösen Leben der Oberschicht wider. Der langsame Niedergang begann ab dem späten 15. Jahrhundert, als neue Seewege entdeckt wurden. Vor allem durch die Umrundung Afrikas nach Indien. Dadurch verlor Venedig seine zentrale Rolle im Handel. Später schwächten Konflikte wie die Schlacht von Lepanto und der Aufstieg anderer Mächte die Stadt zusätzlich. Ihr endgültiges Ende als unabhängige Großmacht kam 1797, als Napoleon Bonaparte die Republik auflöste. Der letzte Doge von Venedig war Ludovico Manin. Er regierte von 1789 bis 1797 und war damit der letzte gewählte Staatschef der Republik Venedig. Seine Amtszeit endete, als Napoleon Bonaparte mit seinen Truppen in Norditalien einmarschierte. Am 12. Mai 1797 dankte Manin ab, womit die über 1.000 Jahre bestehende Republik Venedig endgültig ihr Ende fand. Wirklich sehr spannend!Read more


























TravelerWow stark !