• Zu Besuch bei den Alpaqueros

    July 11 in Peru ⋅ ☀️ 15 °C

    Reisetipps für Samstag: Viel trinken, nicht zu viel schweres Essen, langsam bewegen, … denn heute haben wir etwas Besonderes vor - es geht hoch hinaus! Bevor aus der feinen Alpakawolle Mützen und Schals für Beanie.at und schließlich für die österreichischen Weltläden entstehen, beginnt ihre Reise hoch oben in den Anden. Dort besuchen wir Familien, die seit Generationen Alpakas halten.

    Gemeinsam mit Carlos von der Organisation Solid fahren wir nach Rumichaca. Unterwegs erzählt er, wie Solid die Bäuer*innen mit Schulungen begleitet und sie dabei unterstützt, langfristig von ihrer Arbeit leben zu können. Nicht kurzfristige Hilfe, sondern Wissen und Selbstständigkeit stehen im Mittelpunkt.

    In dem kleinen Dorf auf rund 4.400 Metern Seehöhe empfängt uns Rolando, der rund 200 Alpakas hält. Schon als Kind hütete er die Tiere seiner Großeltern, heute führt er den Familienbetrieb weiter. Die Verständigung gelingt nur dank mehrerer Übersetzungen – von Quechua über Spanisch und Englisch bis ins Deutsche. Trotzdem merkt man schnell: Für die Verbundenheit mit den Tieren braucht es oft gar nicht viele Worte.

    Rolando erzählt auch von den Herausforderungen der vergangenen Jahre. Durch veränderte Wetterbedingungen wird das Leben im Hochland immer schwieriger. Trockenheit und Futtermangel setzen den Herden zu und bedrohen damit die wichtigste Einkommensquelle der Familien.

    Besonders spannend ist der Blick auf die Tiere selbst. Alpakas sind perfekt an das empfindliche Grasland der Anden angepasst: Mit ihren weichen Ballenfüßen schonen sie den Boden und fressen das Gras, ohne es mitsamt den Wurzeln auszureißen. So tragen sie dazu bei, dass die Weiden auch langfristig erhalten bleiben.

    Wir treffen außerdem Jodo, einen erfahrenen Züchter, der viel Zeit in die Verbesserung seiner Herden investiert. Sein Wissen gibt er an andere Familien weiter und bereitet besonders wertvolle Tiere auf regionale Zuchtschauen vor. Stolz zeigt er uns schließlich seinen Zuchthengst „Oso“, mit dem natürlich auch Erinnerungsfotos entstehen.

    Als wir uns verabschieden, macht sich die Höhe bemerkbar. Zu schnelle Bewegungen fallen doch schwer, die Luft ist spürbar dünn - umso mehr Respekt haben wir vor den Menschen die hier leben und arbeiten. Gerade deshalb bleibt uns dieser Besuch so eindrücklich in Erinnerung: weil wir nicht nur gesehen haben, wo die Alpakawolle ihren Ursprung hat, sondern auch die Menschen kennengelernt haben, deren Wissen, Geduld und tägliche Arbeit dahinterstehen.
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