• Vom Rohstoff zum Genuss – zu Besuch bei Norandino

    July 20 in Peru ⋅ ☁️ 31 °C

    Zum Abschluss unserer Reise besuchen wir NORANDINO in Piura – eine Kooperative, die wie Unicafec einst klein begonnen hat und sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Exporteure von Kaffee, Kakao und Panela in Peru entwickelt hat. Heute arbeiten mehr als 7.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit Norandino zusammen. Vieles, was wir in den vergangenen Tagen auf den Feldern gesehen haben, findet hier seine Fortsetzung.

    Besonders eindrucksvoll ist der Rundgang durch die Kakaofabrik. Der Duft frischer Kakaobohnen liegt in der Luft, während moderne Anlagen den Kakao reinigen, rösten, schälen und schließlich zu Kakaomasse verarbeiten. Anders als viele Hersteller setzt Norandino auf eine schonende Röstung, damit die feinen Aromen der Bohnen erhalten bleiben. Aus den Kakaonibs entsteht hochwertige Kakaomasse, die unter anderem nach Frankreich, Deutschland, Belgien, in die Schweiz und Japan exportiert wird. Ein Teil davon wird vom Schweizer Betrieb „Chocolat Bernrain“ zur Herstellung von Mascao, Companera und Fairetta für die EZA Fairer Handel verwendet.

    Auch in der Trockenmühle für Kaffee wird sichtbar, wie viel Technik hinter einer Tasse Kaffee steckt. Die Bohnen werden gereinigt, geschält, mehrfach sortiert und nach strengen Qualitätskriterien geprüft, bevor sie ihren Weg in alle Welt antreten. Gleichzeitig zeigt Norandino, dass Wertschöpfung möglichst im Ursprungsland stattfinden soll: Neben Rohkaffee exportiert die Kooperative heute auch verarbeitete Kakaoprodukte und möchte diesen Bereich weiter ausbauen.

    Ein weiteres Standbein ist Panela – Vollrohrzucker, der in kleinen Werkstätten aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft hergestellt wird. Für viele Familien ist er eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle, wenn die Erlöse aus dem Kaffee schwanken. Norandino übernimmt Vermarktung, Qualitätskontrolle und Export und schafft so auch für diese Produzentinnen und Produzenten verlässliche Absatzmärkte.

    Zum Abschluss wird noch einmal deutlich, was uns während der gesamten Reise begleitet hat: Fairer Handel bedeutet weit mehr als bessere Preise. Er schafft langfristige Partnerschaften, stärkt kleinbäuerliche Strukturen und ermöglicht es den Menschen, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Zukunft gestalten. Hinter jeder Tafel Schokolade und jeder Tasse Kaffee stehen Menschen, deren Arbeit wir auf dieser Reise kennenlernen durften – und genau diese Begegnungen werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
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